Staat Wallis

Das Staatsarchiv Wallis verwahrt nach eingehender Bewertung alle von den staatlichen Dienststellen, Ämtern und andern Institutionen produzierten Akten, die von rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, historischer, sozialer oder kultureller Bedeutung sind.

Diese Archivalien sind nach ihrer Provenienz, d.h. nach ihrer Herkunft klassiert; der Ordnungsplan der abgebenden Dienststelle wird beibehalten.Neben den neueren und zeitgenössischen Akten der Kantonsverwaltung hütet das Staatsarchiv Wallis auch die historischen Bestände des Staates.

Die Akten des Staates sind chronologisch geordnet wie folgt:

Vor 1798: Archivbestände Mittelalter und Ancien Régime

Die Bestände AV und AVL, in denen sich die meisten dieser Dokumente befinden, sind inventarisiert, teilweise aber nur summarisch. Diese Quellen ergänzen andere mittelalterliche Archivbestände, vor allem diejenigen des Domkapitels und der Burgerschaft Sitten.

Der umfangreiche Bestand des Ancien Régime enthält die Reihe der Landratsabschiede, Dossiers und Bände mit diplomatischer Korrespondenz, das Landrecht mit Ergänzungen und Interpretationen, Notariatsminuten, Lehenserkanntnisse, Verwaltungspapiere der Landvogteien St. Moritz und Monthey, Chroniken, usw.. Er erstreckt sich vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, ist mit einem summarischen Inventar erschlossen, aber wenig erforscht.

1798-1815: Helvetik, Mediation, Département du Simplon und Übergang (H, M, S, T)

Die kurze Zeitspanne zwischen dem Ende des Ancien Régime 1798 und dem Eintritt des Wallis in die Schweizerische Eidgenossenschaft 1815 ist gut dokumentiert und gegliedert in Akten der Helvetischen Republik (1798-1802), der unabhängigen Republik Wallis oder Mediation (1802-1810), des französischen Département du Simplon (1810-1813) und des Übergangs (1813-1815). All diese Bestände sind durch ausführliche Inventare erschlossen.

1815-21. Jahrhundert: Moderne und zeitgenössische Bestände des Staates Wallis

Diese Periode stellt den grössten und umfangreichsten Archivbestand dar. Er enthält die Dokumente des Grossen Rats, des Staatsrats, der Justiz und die von den verschiedenen Departementen und Dienststellen produzierten Akten. Letztere sind nach Departementen gegliedert und – seit dem 20. Jahrhundert – nach Departementen und Dienststellen.

Bezeichnung und Anzahl der Departemente wurden mehrmals geändert. Die Ablage der Akten basiert auf einer dieser Einteilungen. Jedes Departement und jede Dienststelle oder Amtstelle hat eine eigene Nummer. Nach Neueinteilungen der Departemente wurde das Ordnungssystem nicht verändert: die ursprünglich zugewiesenen Nummern wurden beibehalten.

Alte Bezeichnung der Departemente = Archivsignaturen:

  • Grosser Rat, Staatsrat, Kanzlei = 1000
  • Finanzdepartement (DF) = 2000
  • Departement des Innern (DI) = 3000
  • Erziehungsdepartement (DIP) = 4000
  • Justiz- und Polizeidepartement (DJP) = 5000
  • Baudepartement (DTP) = 6000
letzte Änderung: Sep 7, 2016