Die Lüftung verbessern

Die Luft in Innenräumen ist manchmal belasteter als die Aussenluft. Die Lüftung (Luftaustausch) wird in Bau- und Sanierungsprojekten häufig vernachlässigt, und das, obwohl wir über 80 % unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Mit den folgen Tipps vermeiden Sie die häufigsten Fehler

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Regelmässiges Lüften ist in allen Innenräumen ein Muss. Durch Lüften werden Feuchtigkeit und Innenraum-Schadstoffe, (z. B. flüchtige organische Verbindungen VOC, Formaldehyde usw.), die von den Bewohnern, ihren Aktivitäten und den sie umgebenden Gegenständen freigesetzt werden, aus der Luft entfernt.. Das Lüften reduziert mögliche gesundheitsschädliche Partikel, schlechte Gerüche und CO2 (Kohlendioxid). Kohlendioxid ist ein farbloses, inertes und ungiftiges Gas, das natürlich in der Erdatmosphäre enthalten ist und eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf der Erde spielt. 

Tipp :

Wussten Sie, dass …? Ein CO2-Sensor mit Display kann für unter 100 Franken erworben werden und ermöglicht es Ihnen, die Qualität der Raumluft in Ihrer Wohnung zu messen. Er ist der ideale Helfer, um zu Hause oder im Büro besser zu lüften.

 

Bei der Renovierung von Wohngebäuden wird die Belüftung oft vernachlässigt, was zu einem erhöhten Risiko von Kondensation oder sogar Schimmelbildung führt, insbesondere wenn die Fenster ausgetauscht wurden, während die Fassaden keine energetischen Verbesserungen erfahren haben. In diesem Zusammenhang ist oft ein übermäßiger Energieverbrauch zu beobachten, der mit dem Luftaustausch durch geöffnete Fenster zusammenhängt.

Eine der grössten Herausforderungen besteht darin, die Qualität der Raumluft mit der Energieeffizienz in Einklang zu bringen. Es liegt also auch in der Verantwortung des Eigentümers, darauf zu achten und gegenüber dem Architekten darauf zu bestehen, dass die Lüftung bei der Planung einbezogen wird.
Bei einem Fensterersatz können angesichts der neuen, weitaus luftdichteren Dichtungen schnell Probleme auftreten (Feuchtigkeit, Schimmel usw.), wenn kein geeignetes Lüftungskonzept vorgesehen ist.

Bei der Renovierung einer Küche kann es im Zusammenhang mit einer stärkeren Dunstabzugshaube eventuell zu Funktionsstörungen kommen. Ohne ein Lüftungskonzept könnte die Dunstabzugshaube sehr schlecht funktionieren (z. B. kein Abzug), weil kein «Durchgang» für die Aussenluft vorgesehen ist, die die Abluft über dem Kochfeld ausgleichen muss. Schlimmer noch: Die Ersatzluft, die für den einwandfreien Betrieb der Dunstabzugshaube benötigt wird, könnte aus einem in der Wohnung eventuell installierten Kamin (oder Holzofen) stammen !

Solche potenziell gefährlichen Beispiele zeigen, dass es nötig ist, vor Beginn allfälliger Sanierungsarbeiten eine detaillierte Diagnose inklusive Überlegungen zu einem vorschriftskonformen Lüftungskonzept in allen Räumen zu erstellen.

Ein solches Konzept sollte mindestens die folgenden Fragen beantworten:

  • Wie werden die Räume gelüftet ?
  • Woher kommt die Verbrennungsluft des Holzofens oder Kamins ?
  • Wie wird die von der Dunstabzugshaube abgesaugte Luft ersetzt ?
  • Wie wird die Feuchtigkeit aus den Räumen abgeführt, insbesondere aus dem Badezimmer ?
  • Wird die Wärme in der abgesaugten Luft zurückgewonnen ?

In der Regel kommen drei Hauptsysteme für die Standardbelüftung bzw. -entlüftung zum Einsatz:

  • manuelles Lüften durch Öffnen der Fenster: üblich in Einfamilienhäusern und alten Gebäuden;
  • mechanische Abluftanlage: üblich in Mehrfamilienhäusern;
  • mechanische Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung: üblich in Wohnhäusern (Einfamilienhäuser und Wohnungen), die zum Beispiel ein Minergie-Label M-16 oder einen GEAK A/A M-17 besitzen.

Angesichts der energetischen Herausforderungen, die mit dem Lüften einhergehen, und der Auswirkungen des Lüftens auf die Gesundheit der Bewohner und die Hygiene der Wohnräume sollte unbedingt vorab eine Diagnose von einer Fachperson erstellt werden.

Mehr dazu:

Siehe: Lüftung  und Dunstabzugshaube effizient nutzen auf Energie-Umwelt.ch.

 

Siehe Artikel «Wer kann mir helfen ?».