Präsidium
Protokoll und Administration
Sitzungen des Staatsrates
Der Gesamtstaatsrat ist im Jahr 2025 zu 46 Sitzungen zusammengetreten, um die ordentlichen Geschäfte zu behandeln. An diesen Sitzungen hat er rund 5400 Entscheide getroffen. Im Rahmen seiner Arbeitssitzungen traf sich der Staatsrat unter anderem mit der Stadt Sitten, dem Verband Walliser Gemeinden, dem Walliser Presseverein, den Walliser Bundesparlamentarierinnen und -parlamentariern, den Präfektinnen/Präfekten und Vizepräfektinnen/Vizepräfekten, den Oberaufsichtskommissionen des Grossen Rates sowie dem Staatsrat des Kantons Freiburg. Die Regierung hat auch 954 Neubürgerinnen und Neubürger vereidigt. Überdies hat sie 8 Notarinnen und Notare vereidigt sowie 20 Anwaltsdiplome und 6 Notariatspatente verliehen.
Traditionelle Anlässe
Der Staatsrat nahm zusammen mit den ehemaligen Magistratspersonen am Präsidialausflug teil. Er hat der scheidenden Präsidentin des Grossen Rates, Muriel Favre-Torelloz, und dem scheidenden Präsidenten des Staatsrates, Franz Ruppen, den traditionellen Zinnteller überreicht.
Die Walliser Regierung gab einen Empfang zu Ehren der 406 Mitarbeitenden, die ihr 25-, 30-, 35-, 40- bzw. 45-jähriges Dienstjubiläum beim Staat Wallis feierten.
Schliesslich durften sich 23 Walliserinnen und Walliser anlässlich ihres 100. Geburtstages über den Besuch eines Regierungsmitglieds sowie ein Geschenk der Regierung freuen.
Besuche und Empfänge
Der Kanton Wallis hat im Oktober die französische Botschafterin in der Schweiz, I.E. Marion Paradas, zu einem offiziellen Besuch empfangen. Sie wurden im Gebäude der Fondation Opale in Lens von einer Walliser Delegation, angeführt von Staatsratspräsident Mathias Reynard, empfangen.
Rünzi-Preis
Der Präsident des Staatsrates, Mathias Reynard, hat den Preis 2025 der Stiftung «Divisionär F.-K. Rünzi» an Beatrice Berrut verliehen, um ihr aussergewöhnliches Talent als Pianistin zu würdigen, das sie weit über die Kantonsgrenzen hinaus zu einer Botschafterin für das Wallis macht.
OLMA 2025
Das Wallis war Gastkanton an der OLMA in St. Gallen. Unser Kanton wurde am offiziellen Tag, der dem Wallis gewidmet war, durch den Staatsrat in corpore vertreten.

Rechtsangelegenheiten
Videoüberwachungsgesetz
Am 8. Mai 2025 hat der Grosse Rat das neue Gesetz über die Videoüberwachung an öffentlichen Orten (VidG) verabschiedet. Es regelt die Bedingungen und Modalitäten für die Installation von Bildaufnahme- und Bildaufzeichnungsgeräten im öffentlichen Raum durch den Kanton. Dies im Einklang mit dem Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und die Archivierung (GIDA).
Behandlung von Beschwerden
370 Beschwerden, insbesondere in den Bereichen Ausländerrecht, Baurecht, Strassenverkehrsrecht, Strassensignalisationsrecht, Energierecht, öffentliches Gesundheitsrecht, bäuerliches Bodenrecht, Inkasso und Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen, Disziplinarrecht, Veterinärwesen und Bildungsrecht wurden beim Staatsrat eingereicht. Die Staatskanzlei hat im Jahr 2025 insgesamt 338 Beschwerden instruiert und dem Staatsrat unterbreitet.
Kontrolle und Veröffentlichung der Gesetzgebung
Die Staatskanzlei gewährleistete die Kontrolle und Veröffentlichung der Erlasse in beiden Amtssprachen im Amtsblatt sowie in der systematischen (SGS) und der amtlichen (AGS) Gesetzessammlung, die auf der Gesetzgebungs-Website zugänglich sind. 128 Erlasse wurden in der AGS veröffentlicht. Die elektronische respektive die in der AGS veröffentlichte Version ist massgebend. Allgemeine Informationen zur Initiative und zum Referendum sind mittlerweile online verfügbar.
Rechtsgutachten und Rechtsberatung
Die Staatskanzlei unterstützte die Regierungsmitglieder in juristischen Belangen, indem sie unter anderem verschiedene Rechtsgutachten erstellte. Sie hat die Dienststellen der Kantonsverwaltung insbesondere bei Fragen betreffend die Information der Öffentlichkeit und den Zugang zu amtlichen Dokumenten vor dem Hintergrund des im Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und die Archivierung (GIDA) verankerten Öffentlichkeitsprinzips beraten.
Kommissionen
Die Staatskanzlei instruiert auch die Disziplinarfälle des Staates und präsidiert die Konsultativkommission für durch Amtsträger gegenüber dem Staat verursachte Schäden, wodurch sie den Staatsrat bei der Beurteilung der diesbezüglichen Fälle unterstützt. Überdies präsidiert sie die Sicherheitskommission, an die sich Staatsangestellte im Fall von Konflikten und Gewalt am Arbeitsplatz wenden können.
Koordination mit dem Grossen Rat
Die Staatskanzlei hat die Koordination zwischen Verwaltung und Parlamentsdienst gewährleistet und in diesem Rahmen insbesondere die Legislaturplanung ausgearbeitet.
Übersetzung
Das Übersetzungsteam der Staatskanzlei und des Parlamentsdienstes hat rund 1’200 Seiten übersetzt, in erster Linie für das Präsidium und den Grossen Rat. Zu diesem Zweck verwenden die Übersetzerinnen und Übersetzer leistungsfähige Übersetzungs- und Terminologiedatenbanken (SDL Trados Studio und MultiTerm), die ein vernetztes Arbeiten mit sämtlichen Übersetzerinnen und Übersetzern der Kantonsverwaltung und somit eine Steigerung der Quantität und vor allem der Qualität der ausgeführten Übersetzungen ermöglichen. Zudem sorgte das Übersetzungsteam für die Wartung und Speisung der Terminologiedatenbank (rund 17’000 Begriffe) und der Übersetzungsdatenbank (rund 2,1 Millionen Übersetzungseinheiten) und gewährleistete die Koordination zwischen den verschiedenen Übersetzerinnen und Übersetzern der Kantonsverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit den Übersetzungsdiensten der anderen Kantone und der Sektion Terminologie der Bundeskanzlei. Schliesslich beteiligte sich das Übersetzungsteam aktiv an der Entwicklung des verwaltungsinternen Übersetzungstools «VS-Write».

Logistik und Empfang
Schalter und Telefonzentrale
Die Staatskanzlei hat über ihre Telefonzentrale insgesamt 12’859 Anrufe entgegengenommen. Zudem hat sie 3’444 Beglaubigungen vorgenommen.
Weibeldienst
Die Weibel haben für die Staatsräte mit den Regierungsfahrzeugen rund 99’300 Kilometer zurückgelegt. Überdies begleiteten sie den Präsidenten und die Mitglieder des Staatsrates bei ihren Repräsentationsaufgaben.
Postbearbeitung
Die Staatskanzlei ist für die Sortierung und Verteilung der an die verschiedenen Dienststellen der Kantonsverwaltung gerichteten Post zuständig. Zudem hat sie im Jahr 2025 mehr als 3,5 Millionen Postsendungen verschickt.

Strategische Führung und Regierungscontrolling
Unterstützung der Regierungstätigkeit
Zur Vorbereitung auf mögliche Energiemangellagen und gestützt auf die Erkenntnisse aus einer Übung, bei der die verschiedenen Stadien einer Energiemangellage simuliert wurden und an der alle Dienststellen teilgenommen haben, wird derzeit die Weisung zur Gewährleistung der Kontinuität der Tätigkeiten der Kantonsverwaltung in besonderen und ausserordentlichen Lagen erarbeitet. Die Strategie zur Kontingentierung im Falle einer Energiemangellage wurde vom Staatsrat genehmigt.
Die Staatskanzlei wurde als Mitglied des kantonalen Führungsorgans im Rahmen der Katastrophe von Blatten mobilisiert. Im Nachgang zu diesem Ereignis begleitete die Staatskanzlei die Arbeiten der Strategiegruppe zur Ausarbeitung des Fahrplans für den Wiederaufbau von Blatten und zur Vorbereitung des vom Grossen Rat im Dezember 2025 angenommenen Dekrets zur Bewältigung der Folgen der Naturereignisse im Lötschental. In diesem Zusammenhang hat sie auch die ursprünglich im Rahmen der Unwetter 2024 entwickelte Applikation zur Abwicklung der Hilfsgesuche von Geschädigten (Meldung, Bearbeitung und Zahlung) angepasst und erweitert.
Zudem hat die Staatskanzlei den Prozess zur Aktualisierung des Regierungsprogramms geleitet.
Controlling und Budgetprozess
Im Rahmen des Regierungscontrollings hat die Staatskanzlei den neuen Prozess zur Ausarbeitung der strategischen Leistungsaufträge der Departemente geleitet, der sich in die Vorbereitungsarbeiten für das Budget einfügt. Ausserdem hat sie die Entwicklung und Optimierung der IT-Tools vorangetrieben, die von den Departementen und Dienststellen im Rahmen des Controllings verwendet werden.
Mehrere Analysen und Entwicklungen von IT-Anwendungen im Controllingbereich wurden durchgeführt. Sie betreffen zum einen das Management der Verwaltungskommissionen und zum anderen die Verwaltung des Legislaturprogramms. Das Projekt zur Digitalisierung der Post wurde fortgesetzt: Ausschreibung für die Digitalisierung der eingehenden Post beim Staat Wallis und Start eines Pilotprojekts bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt (DSUS).
Effizienzsteigerung in der Kantonsverwaltung
Um das steigende Aufgabenvolumen bewältigen zu können, wurden von den fünf Departementen des Kantons Wallis Effizienzprojekte ins Leben gerufen. Jedes Departement hat eine detaillierte Analyse seiner gesamten Aktivitäten durchgeführt und eine Liste von Massnahmen erstellt, mit denen Effizienzsteigerungen erzielt werden können. Langfristig sollen dadurch Ressourcen freigesetzt werden, die für neue oder vorrangige Aufgaben eingesetzt werden können. Die dadurch gewonnene Zeit soll es ermöglichen, die Zunahme der Aufgaben des Kantons zu bewältigen und so die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu begrenzen.
Weiterverfolgung der parlamentarischen Vorstösse
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 253 parlamentarische Vorstösse angenommen (61 Motionen und 192 Postulate). Von diesen Vorstössen wurden 43 (8 Motionen und 35 Postulate) bereits umgesetzt.
Ende 2025 warteten 143 Vorstösse (36 Motionen und 107 Postulate) auf ihre Entwicklung und 64 Vorstösse (21 Motionen und 43 Postulate) auf ihre Behandlung, während sich 220 Vorstösse (40 Motionen und 180 Postulate) in der Umsetzung befanden.
Begleitung der prioritären Bundesgeschäfte und der Regierungskonferenzen
2025 setzte der Kanton das regelmässige Monitoring fort und nahm zu den vom Staatsrat als prioritär eingestuften Bundesgeschäften Stellung.
Die Staatskanzlei zeichnete zudem weiterhin für die administrative Betreuung der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) und der Konferenz der Westschweizer Kantonsregierungen (WRK) verantwortlich, in denen das Wallis durch Franziska Biner vertreten wurde. Sie war auch Vertreterin des Walliser Staatsrates bei der Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK), in der sich das Wallis durch sein besonderes Engagement auszeichnet.
Kontakte mit den Walliser Abgeordneten im Bundesparlament
Der Staatsrat und die Walliser Abgeordneten im Bundesparlament haben sich jeweils vor der Sommer-, Herbst- und Wintersession 2025 des Bundesparlaments in Bern oder Sitten getroffen. Bei diesen Treffen wurden zahlreiche Dossiers behandelt, darunter das Entlastungspaket für den Bundeshaushalt oder auch die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Europa-, Energie-, Sicherheits- und Agrarpolitik. Erörtert wurden auch die Familien- und Bildungspolitik, die Erdbebenversicherung und die Verkehrspolitik. 2025 konnten mehrere dieser Geschäfte – insbesondere dank der engen Zusammenarbeit zwischen den Walliser Abgeordneten im Bundesparlament und den Mitgliedern des Staatsrates mit Unterstützung durch die Staatskanzlei – unter Dach und Fach gebracht werden.
Am 18. Juni 2025 fand in Bern ein Treffen zwischen den Mitgliedern des Staatsrates, den Walliser Abgeordneten im Bundesparlament und den Walliser Führungskräften in der Bundesverwaltung statt. Dieses Treffen bot Gelegenheit für Dialog und Austausch und ermöglichte es, die Beziehungen zu stärken, das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Herausforderungen zu verbessern und die Koordination zwischen den verschiedenen Staatsebenen zu optimieren.
Genferseerat
Auch 2025 zeichnete der Kanton Wallis im Rahmen seines zweiten und letzten Präsidialjahres für die Leitung des Generalsekretariats des Genferseerates verantwortlich.
Im Rahmen der Leitung der von Staatsrat Franz Ruppen präsidierten Fachkommission Mobilität organisierte der Kanton Wallis ein Arbeitstreffen bei der Transports de Martigny et Régions SA (TMR) in Martinach. Dieses Treffen musste jedoch aufgrund der zu geringen Teilnehmerzahl abgesagt werden. Vor diesem Hintergrund wird für 2026 ein neues Veranstaltungsformat ins Auge gefasst, um die Attraktivität und die Teilnehmerzahlen zu erhöhen.
Der Kanton Wallis hat zudem die jährliche Plenarversammlung und die Vorstandssitzung organisiert, die am 12. Dezember auf dem Energypolis-Campus in Sitten stattfanden. Dieser Tag war dem Thema Innovation im Sport- und Gesundheitsbereich gewidmet und wurde insbesondere mit der Präsentation des SpArk-Ökosystems abgerundet.
Bei dieser Gelegenheit übergab Staatsrat Christophe Darbellay das Präsidium des Genferseerates für die Periode 2026–2027 an Martial Saddier, Präsident des Conseil départemental de la Haute-Savoie. Beide riefen dazu auf, konkrete Massnahmen auf Ebene der Genferseeregion fortzusetzen und zu entwickeln, insbesondere in den Bereichen Sport, Umwelt, Wirtschaft, Kultur und Mobilität.

Information
Erstellung und Verbreitung zahlreicher Inhalte
IVS hat insgesamt 45 Medienkonferenzen organisiert sowie 220 Medienmitteilungen, 35 News und 31 Bulletins der wöchentlichen Staatsratssitzungen verfasst und verbreitet. Ausserdem kümmerte sich IVS um die Begleitung der Regierungsgeschäfte, die Unterstützung von Regierung und Verwaltung im Kommunikationsbereich, die Verbreitung von Inhalten im Auftrag von interkantonalen Institutionen oder Walliser Einrichtungen von öffentlichem Interesse, die Beantwortung zahlreicher Medienanfragen, die Bereitstellung von Fotos sowie des täglichen Pressespiegels und thematischer Artikelsammlungen. Schliesslich war IVS zuständig für die Information des Verwaltungspersonals über wichtige Entscheide und Projekte, verwaltungsinterne Massensendungen (Newsletter, Ausbildungsangebote usw.), die Konzeption und Herausgabe des Jahresberichts des Staatsrates, verschiedene grafische Arbeiten sowie das Aufschalten von Vernehmlassungen, Berichten oder sonstigen Inhalten im Auftrag der Dienststellen. Zudem wurden im Jahr 2025 drei Ausgaben des Online-Mitarbeitermagazins «Vis-à-Vis» veröffentlicht.
Informationen im Zusammenhang mit Naturkatastrophen
Im Zusammenhang mit dem Bergsturz, der das Dorf Blatten unter sich begraben hat, wie auch mit den Murgängen in Lourtier oder den starken Schneefällen im April 2025 wurde umfassend informiert. Diesbezügliche Informationen wurden so regelmässig wie möglich verbreitet, um die Bevölkerung über die Entwicklung der Lage, die geltenden Empfehlungen und die vom Staat Wallis unternommenen Schritte auf dem Laufenden zu halten.
Migration der Website
Anfang des Jahres wurde die Website des Staates Wallis auf eine neuere Version der Liferay-Plattform migriert. Diese Migration war aus technischen Gründen notwendig, bringt aber keine Änderungen für die Nutzerinnen und Nutzer mit sich.
Neues Intranet
Die Intranetsite für das Personal der Kantonsverwaltung wurde überarbeitet, um mehr interne News zu bieten und einen schnelleren Zugriff auf die am häufigsten genutzten Funktionen zu ermöglichen.
Integrierte Übung 2025
In ihrer Funktion als Kommunikationsverantwortliche des Kantonalen Führungsorgans (KFO) nahm IVS, die Informationseinheit der Staatskanzlei, am 6. und 7. November an der integrierten Übung 2025 (IU 25) teil – eine nationale Übung, an welcher der Bund, die 26 Kantone und mehrere Städte teilgenommen haben, um das gemeinsame Krisenmanagement zu verbessern.
