Finanzen und Energie
Krisen als Chance sehen
Selten zuvor wurde unser Kanton in dieser Wucht von Unglück heimgesucht. Obwohl das Wallis weiss Gott an Naturkatastrophen und das harte Leben in den Bergen gewöhnt ist, erlebten wir am 28. Mai mit Blatten ein Ereignis, das uns bis in unsere Grundfeste erschütterte.
Wenn fast 3 Millionen Kubikmeter Fels und riesige Mengen Eis auf ein Dorf herabstürzen und es dem Erdboden gleich machen, fehlen uns die Worte, um unser Entsetzen auszudrücken. Wir sind fassungslos, obwohl wir Walliserinnen und Walliser in der Vergangenheit doch gelernt haben, mit den Gefahren und der Unberechenbarkeit der Natur zu leben.
Und trotzdem zeigen sich genau in jenen Momenten, in denen jede Faser unseres Körpers unter Schock steht, unsere Werte. In diesen schweren Tagen sind die Menschen zusammengerückt, haben sich gegenseitig unterstützt, ihre Kräfte vereint und bemerkenswerte Stärke bewiesen. Ich möchte hiermit allen, die vor, während und nach der Katastrophe tatkräftig mitangepackt haben, meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Über die Arbeitsgruppe Blatten, deren Leitung ich übernommen habe, hat unsere Kantonsverwaltung bewiesen, wie reaktionsschnell, flexibel und innovativ sie agieren kann; alles, um dieser vom Schicksal so hart getroffenen Gemeinde eine Zukunft zu ermöglichen.
Tragödien können viele verschiedene Formen annehmen und erfordern jedes Mal unterschiedliche Lösungen und Reaktionen.
Jede Tragödie sorgt für unermessliche Trauer, eröffnet gleichzeitig aber auch Chancen. Durch das Ereignis sind wir gezwungen, Lehren zu ziehen und wichtige Überlegungen in Bezug auf Gesetzgebung, Finanzen und Sicherheit anzustellen, die weit über das Lötschental hinausgehen. Um diesen zusätzlichen Herausforderungen und Einschränkungen gerecht zu werden, muss unsere Kantonsverwaltung einen Rahmen schaffen, um auf aussergewöhnliche Ereignisse reagieren zu können.
In solch’ schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir unseren Bürgerinnen und Bürger einen Service public bieten, der ihren Erwartungen entspricht, während wir gleichzeitig die staatlichen Mittel sinnvoll einsetzen müssen. Unsere Welt befindet sich im Umbruch. Wir schulden es unserer Bevölkerung, mit Vorsicht und Weitsicht darauf zu reagieren. Indem wir aus diesen Herausforderungen lernen und unseren Werten der Solidarität und Verantwortung treu bleiben, werden wir gemeinsam weiterhin an einem starken, geeinten und zukunftsorientierten Wallis bauen.
Franziska Biner
Staatsrätin

Finanzen
Rechnung 2025
Dank Einnahmen, die über den Budgeterwartungen lagen, und Budgetrestbeträge in vielen Bereichen, schliesst die Rechnung 2025 mit einem Finanzierungsüberschuss von 6,4 Mio. Franken ab. Die Erfolgsrechnung weist einen Aufwand und Ertrag von 4,77 Mrd. aus und schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 3,9 Mio. ab. Brutto wurden 481,9 Mio. investiert, einschliesslich der Investitionen des Fonds FIGI.
Die Interventions- und dringenden Wiederherstellungsmassnahmen im Zusammenhang mit dem Bergsturz von Blatten sind in der Rechnung 2025 enthalten. Dessen Kosten belaufen sich auf 22,6 Mio. brutto (16,5 Mio. netto).
Die Ergebnisse 2025 ermöglichen es, die Einlage in die Fonds, die durch das Dekret im Rahmen des Budgets 2025 eingefroren waren, vollumfänglich vorzunehmen. Entgegen dem Budget mussten weder die finanzpolitische Reserve noch der Kompensationsfonds für Ertragsschwankungen in Anspruch genommen werden. Umgekehrt wurden Einlagen in den Fonds zur Finanzierung der Infrastrukturgrossprojekte des 21. Jahrhunderts (40,0 Mio.) und in die finanzpolitische Reserve (25,0 Mio.) getätigt.
Budget 2026
Das Budget 2026 hält die verfassungsrechtlichen Bestimmungen für einen ausgeglichenen Haushalt ein, wobei der Druck auf den Aufwand (4,76 Mrd. Franken) begrenzt und ein ehrgeiziges Investitionsprogramm (615 Mio., FIGI-Investitionen inbegriffen) beibehalten wird.
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Jahres 2024 wurden die Prognosen für die Steuererträge gegenüber der integrierten Mehrjahresplanung 2025-2028 nach oben korrigiert, wobei die Auswirkungen der Umsetzung der dritten Etappe der kantonalen Steuerrevision zugunsten natürlicher Personen berücksichtigt wurden. Diese Steuerausfälle werden durch den Kompensationsfonds für Ertragsschwankungen finanziert, um die Auswirkungen dieser Revision vorübergehend und degressiv auszugleichen.
Auf der Grundlage der verfügbaren Mittel hat der Staatsrat seine Prioritäten festgelegt und spezifische Mittel insbesondere für Energie, Informatik, Spitalwesen, Langzeitpflege und individuelle Prämienverbilligung der Krankenversicherung bereitgestellt.

Steuern
Bilanz der Steuerveranlagung
Die kantonale Steuerverwaltung (KSV) nimmt jährlich netto an die 1,5 Milliarden Franken an Steuereinnahmen ein. Eine ständige Herausforderung ist und bleibt das demografische und wirtschaftliche Wachstum, das der Kanton seit mehreren Jahren erlebt, sowie die zunehmende Komplexität der Dossiers. Ein Teil des steigenden Aufwands konnte durch die Digitalisierungsstrategie der KSV aufgefangen werden. Allerdings liegen die Dossierszahlen, die die Einschätzer durchschnittlich bearbeiten, deutlich über dem interkantonalen Durchschnitt.
Praxisänderungen
Ab dem Steuerjahr 2025 dürfen neu für den Arbeitsweg Fahrkosten in Höhe von 0.75 Fr./km abgezogen werden. Bei den Kinderdrittbetreuungskosten ist der Abzug pro Kind auf 10'000 Franken angehoben worden. Bei den Vermögenssteuern wurde der Freibetrag um 50 % auf Fr. 90'000 für Ehepaare und Alleinerziehende und auf Fr. 45'000 für alle übrigen Personen erhöht.
Seit der Steuerperiode 2022 konnten keine Pauschalabzüge für Diabetes und Zöliakie mehr geltend gemacht werden, weil dies dem harmonisierten Bundesrecht widersprach. Mittlerweile hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) das entsprechende Kreisschreiben angepasst, womit ab der Steuerperiode 2025 erneut ein Pauschalabzug für besondere Ernährungskosten von Fr. 1500 geltend gemacht werden kann.
Änderungen auf Bundesebene
Am 28. September 2025 hat das Schweizer Stimmvolk der Abschaffung des Eigenmietwerts zugestimmt. Je nach Zweitwohnungsanteil sind die Walliser Gemeinden in unterschiedlichem Masse von Steuerausfällen betroffen. Der Staatsrat prüft nun die Möglichkeit einer Kompensation durch eine Liegenschaftssteuer auf Zweitliegenschaften, wie dies in der Bundesverfassung vorgesehen ist.
Nachdem gegen die Einführung der Individualbesteuerung das doppelte Referendum (fakultatives Referendum und Kantonsreferendum, darunter das Wallis) ergriffen wurde, hat der Bundesrat Ende 2025 das Datum für die Volksabstimmung bekannt gegeben. Die Abstimmung findet am 8. März 2026 statt. Die Einführung einer Individualbesteuerung käme einem fundamentalen Systemwechsel in der Einkommens- und Vermögensbesteuerung von Ehepaaren gleich.

Personal
Leistungen
Die Dienststelle für Personalmanagement (DPM) unterstützt den Staatsrat bei der Ausgestaltung und Umsetzung seiner Personalpolitik. Sie berät die Vorgesetzen in Fragen zur Personalführung oder Entwicklung ihrer Organisation und sorgt für eine einheitliche Anwendung der personalpolitischen Bestimmungen. Die DPM verwaltet die Zahlung von über 12'000 Monatslöhnen, die Bearbeitung von 420 Stellenausschreibungen und die darauf eingegangenen 11'000 Bewerbungen, die Organisation von 130 Weiterbildungsseminaren mit über 1800 Teilnehmenden, die Ausbildung von 175 Lernenden und 220 Praktikantinnen und Praktikanten, das Arbeitszeitmanagement und die verschiedenen Massnahmen im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz für rund 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
HR-Technologien: SAP-Migration – H4S4
Nachdem 2024 eine umfangreiche technische Migration der SAP-Systeme erfolgt war, wurde 2025 nun die fachliche Migration durch eine vollständige Neugestaltung der Architektur (SAP H4S4) vorbereitet. Von dieser Migration sind sämtliche Bereiche des IT-Systems für das Personalmanagement betroffen: Budget, Löhne, Qualifikationen, Arbeitszeitmanagement usw. Im Rahmen des anstehenden Wechsels wurden verschiedenste Funktionstests durchgeführt, um im Januar 2026 einen reibungslosen Übergang zu garantieren.
Bewertung der Funktionen in der Kantonsverwaltung (EVAFO)
Das 2023 lancierte Projekt zur Bewertung der Funktionen in der Kantonsverwaltung wurde weiter vorangetrieben. Die Analyse steht im Einklang mit den Massnahmen, die für das Lehr- und Pflegepersonal bereits getroffen wurden. Nach einer öffentlichen Ausschreibung und der Vergabe des Mandats wurde Ende 2025 die Pilotphase der Bewertung der Funktionen in der Kantonsverwaltung gestartet.
Erweiterung der Lohndeckung bei Arbeitsunfähigkeit
Nachdem am 1. Januar 2025 die Verordnung über die Entschädigung für Erwerbsausfall bei Krankheit und Nichtberufsunfall des Personals des Kantons Wallis (VEEA) in Kraft trat, wurden die dazugehörigen Weisungen und Verfahren ausgearbeitet. Sämtliche Fälle werden gemäss den geltenden gesetzlichen Bestimmungen behandelt. Es sind verschieden Überlegungen zum Fallmanagement (case management) und dessen Optimierung im Gange.
Co-Working
Mit der Idee, verschiedene flexible Arbeitsformen anzubieten, testete die DPM ab April 2024 im Rahmen eines Pilotprojekts die Einrichtung von Co-Working-Spaces, die von der Dienststelle für Immobilien und Bauliches Erbe (DIB) zugewiesen wurden. Da das Angebot auf wenig Interesse stiess, wurde es nicht weiter verlängert. Der Staatsrat hat den Dienststellen dennoch die Erlaubnis erteilt, ihren Mitarbeitenden diese flexible Arbeitsform in bestehenden öffentlichen, halböffentlichen oder privaten Räumen zu ermöglichen.
Zufriedenheitsumfrage unter dem Verwaltungs- und Lehrpersonal
Der Staat Wallis schloss 2025 die unter dem Verwaltungs- und Lehrpersonal durchgeführte Zufriedenheitsumfrage ab. Laut Ergebnissen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt engagiert und motiviert und zeigen sich mit ihrer beruflichen Situation zufrieden. Dennoch scheinen die Arbeitsbelastung und der daraus resultierende Stress ständig zuzunehmen. Im Oktober verabschiedete der Staatsrat deshalb einen Aktionsplan, in dem die verschiedenen Umsetzungsmassnahmen für die aus den Ergebnissen hervorgehenden prioritären Verbesserungsbereiche genannt werden.
Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Im Hinblick auf die Erneuerung des nationalen Labels UND setzt die DPM die Einführung verschiedener Aktionen fort.

Informatik
Kantonale Informatikstrategie 2025+
Die Umsetzung der Strategie 2025+ erfolgt unter Berücksichtigung der Budgetmittel etappenweise. Nennenswert ist insbesondere, dass es 2025 gelang, die Anhäufung von weiteren technischen Schulden zu vermeiden.
Wichtigste Aktivitäten und Realisierungen
Sicherheitszelle
- Der Staatsrat hat die kantonale Cybersicherheitsstrategie «#CyberStratVS» verabschiedet.
- Es wurde ein neues Tool zur Optimierung der Sicherheit von E-Mails angeschafft.
- Die Verfahren im Bereich Incident Management wurden verbessert.
- Der Vertrag für das Security Operation Center (SOC) wurde bis Ende 2028 verlängert, wobei man sich auf eine Überwachung rund um die Uhr geeinigt hat.
- Seit dem 1. April 2025 müssen kritische Infrastrukturen Cyberangriffe melden.
Bereich Lösungen
- Um die Bestellungen des Ökonomats zu vereinfachen, wurde ein Beschaffungskatalog erarbeitet.
- Das Direktzahlungssystem wurde an die Neuerungen der Agrarpolitik 2025 angepasst und es wurde ein Modul zur elektronischen Verwaltung der Produktionsrechte im Hinblick auf die Einführung von elektronischen Bescheinigungen entwickelt.
- Aufgrund des neuen Grenzgängerabkommens zwischen der Schweiz und Italien und der Gesetzesänderung für französische Grenzgänger wurden in Zusammenhang mit der Quellensteuer Anpassungen vorgenommen. Der Steuerrechner (Tax Calculator) wurde entsprechend der neuen Steuersätze aktualisiert.
- Das fürs Personalmanagement genutzte SAP-System erhielt im Hinblick auf die geplante Migration zum neuen Modul (H4S4) ein Upgrade.
- Es wurden Online-Leistungen in den Bereichen Opferhilfe (OHG), Aufsicht über die Stiftungen und Anmeldung zum Praktikum für angehende Notare und Rechtsanwälte eingerichtet.
- In Zusammenarbeit mit der Dienststelle für die digitale Verwaltung (DDV) wurde das Portal für digitale Behördenleistungen in Betrieb genommen.
Architektur und Integration
- Für die interne Anwendungsentwicklung wurde das Tool Mendix als Hauptwerkzeug eingeführt.
- Daneben wurde ein Produkt zur Organisation von Aufgaben, Besprechungen und kleineren Projekten ausgewählt, ebenso wie ein generatives KI-Tool (nicht für sensible Daten) und eine spezielle Lösung zur Sicherung der technischen Anwendungsschnittstellen.
Infrastrukturen
- Die IT-Infrastruktur der Ausgleichskasse des Kantons Wallis wurde übernommen.
- Die Arbeiten zur Automatisierung von repetitiven Aufgaben wurden fortgesetzt.
- Es wurden verschiedene Software-Migrationen sowie ein Audit zu den Server- und Speicher-/Sicherungs-/Archivierungsinfrastrukturen durchgeführt.
- Für das Datacenter Mayennets wurden Energiesparmassnahmen (Geokühlung) eingeführt und es fand ein Audit zum Fortbestand dieses Datacenters statt.

Energie
Wasserkraft
Der Grosse Rat hat die vom Staatsrat an die Forces motrices valaisannes (FMV) erteilte Konzession für die Wasserrechte der Wasserkraftanlage Chippis-Rhône ratifiziert.
Die Vorsteherin des Departements für Finanzen und Energie hat die Pläne für das Bauprojekt Massongex-Bex-Rhône genehmigt, das die Gesellschaft MBR SA (bestehend aus FMV, Romande Energie und den Services industriels der Stadt Lausanne) entlang der Rhone realisieren wird.
Zur Vorbereitung des 2045 anstehenden Heimfalls der Grande Dixence haben sich die konzedierenden Gemeinwesen zusammengetan, um gemeinsam strategische, rechtliche, technische, ökologische und wirtschaftliche Fragen zu prüfen. Der im Juni 2025 gegründete Verein des konzedierenden Gemeinwesens der Grande Dixence vereint 21 Mitglieder (12 Gemeinden aus dem Oberwallis, 8 Gemeinden aus dem Mittelwallis sowie den Kanton Wallis). Dieser Verein ermöglicht es, Fragen in Zusammenhang mit dem Projekt für den neuen Gornerli-Staudamm in Zermatt, der Teil des Grande-Dixence-Projekts sein wird, gemeinsam zu behandeln, insbesondere die Gewährung eines Nachtrags zu den bestehenden Konzessionen und die Entschädigung für den Restwert dieser Investition beim Heimfall im Jahr 2045.
Im Rahmen des Heimfalls der Konzessionen für die Wasserkraftanlage Lavey haben die Kantone Wallis und Waadt sowie die Services industriels der Stadt Lausanne (Konzessionsnehmerin) eine Vereinbarung ausgearbeitet, die den Prozess der jährlichen Aktualisierung des Zustands der Anlage und der angemessenen Entschädigung bis zum Ablauf der Konzessionen am 31. Dezember 2030 festlegt.
In Zusammenhang mit dem Heimfall der Wasserrechtskonzessionen und in Übereinstimmung mit dem kantonalen Gesetz über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte (kWRG) hat der Staatsrat in einem Ausführungsreglement die Bestimmungen über die Modalitäten der solidarischen Aufteilung der Gewinne aus dem Verkauf der kantonalen Beteiligungen an die FMV erlassen.
Inkrafttreten der neuen Energiegesetzgebung
Das neue kantonale Energiegesetz und seine Ausführungsverordnung traten am 1. Januar 2025 in Kraft. Mit der neuen Gesetzgebung wurde die Grundlage dafür geschaffen, den Immobilienpark für die Herausforderungen der Energiewende zu rüsten. Dazu gehört, dass Neubauten durch eine bessere Wärmedämmung einen höheren Komfort bieten, mit im Kanton reichlich vorhandenen erneuerbaren Energiequellen beheizt werden und einen Teil des Stroms, den sie verbrauchen, selbst erzeugen müssen. Bestehende Wohnbauten sollen beim Ersatz von Gas- und Ölheizungen durch Wärmeerzeugungssysteme aus erneuerbaren Energien energetisch verbessert werden. In Gebäuden, die bereits über eine gute Wärmedämmung verfügen, wird der Einbau fossiler Heizkessel weiterhin möglich sein.
Gebäudeprogramm
2025 wurde zur Sanierung des Gebäudeparks ein Betrag von insgesamt 37,6 Millionen Franken ausgezahlt. Zieht man den durch die CO2-Abgabe finanzierten Bundesbeitrag in der Höhe von 20,4 Millionen Franken und das vom Bund gewährte Budget ab, beläuft sich der kantonale Nettobeitrag für 2025 noch auf 17,2 Millionen Franken. Die gegenüber Dritten neu eingegangenen Verpflichtungen stiegen 2025 auf 45,3 Millionen Franken.

Immobilien und bauliches Erbe
Investitionen
Es wurden die Lager «Ronquoz» in Sitten und die Fernheizzentrale in Brig in Betrieb genommen.
Folgende wichtige Projekte befinden sich derzeit in der Umsetzung: 2. Phase der Modernisierung und Erweiterung von La Castalie in Monthey, die neue Einsatzzentrale in Siders, das Gymnasium Ella Maillart in Sitten, das Centre Eterpys in Conthey, die Werkstätten von Crêtelongue in Granges, das Lager der Landwirtschaftsschule in Visp und die Höhere Fachschule für Gesundheit in Monthey. Hinzu kommt eine Reihe von Bauprojekten, bei denen die Dienststelle für Immobilien und Bauliches Erbe (DIB) im Auftrag der HES-SO als Bauherrin auftritt, wie dies bei der EDHEA in Siders, dem Gesundheitscampus in Sitten oder dem Campus in Brig der Fall ist.
Es wurden mehrere Architekturwettbewerbe durchgeführt, beispielsweise für die Pädagogische Hochschule (PH) in St-Maurice, die Erweiterung der Orientierungsschule in Collombey-Muraz, das Primarschulhaus in Evionnaz-Collonges, das Primarschulhaus in Martigny, das APH St-François in Sitten oder das APH St. Anna in Steg.
Immobilienverwaltung und Unterhalt
Die Renovierung und der Unterhalt der staatlichen Gebäude gehen weiter. Mit dem Ziel, die Arbeit der Teams und die Qualität der Dienstleistungen zu optimieren, läuft aktuell ein Projekt zur Verbesserung der Hauswartsdienste. Parallel dazu sollen nach einer allgemeinen Umstrukturierung die Aktivitäten und Erwartungen der verschiedenen Nutzer besser koordiniert werden können.
Kompetenzzentrum FIGI
Es wurde ein partielles Monitoring für den Energieverbrauch des Immobilienparks eingeführt. Ein Pflichtenheft zur Verbesserung der Energieeffizienz ist in Ausarbeitung. Das Kompetenzzentrum FIGI beteiligt sich ebenfalls an der Umsetzung des Abfallbewirtschaftungsprogramms des Kantons Wallis und betreibt im Rahmen der Agenda 2030 Forschungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Es hat unter anderem eine Charta zum Schutz von Bäumen ausgearbeitet, ein Handbuch für die Bewirtschaftung von Aussenanlagen veröffentlicht und an der Aktualisierung der IT-Plattformen mitgewirkt.
Bau- und Kulturerbe
Auf Valeria gehen die Restaurationsarbeiten weiter, konkret die Vorstudien fürs Wenger-Haus und den südwestlichen Eckturm. Dann begannen die Arbeiten an 17 neuen Restaurationsprojekten, für die der Kanton Subventionen gewährt.
Der Kanton hat sechs Denkmäler unter Schutz gestellt. Eine Gemeinde (Riddes) hat ihr kantonales Inventar homologieren lassen. 2025 wurden im Bauinventar in Kantons Wallis (IBA) 3567 neue Objektblätter erfasst, womit auf der Plattform nun 38'947 Objektblätter verfügbar sind. Vier Gemeinden haben ihr kommunales Inventar homologieren lassen, während zwei Gemeinden dies teilweise taten. Es wurden 1500 Vormeinungen verfasst.
1400 Besucherinnen und Besucher nahmen am Europäischen Tag des Denkmals teil.
Finanzen, Immobilienverwaltung & Gebäudemanagement
Es wurden rund 15 zusätzliche Räumlichkeiten zugewiesen. Daneben hat die DIB zwei Verwaltungsgebäude im Stadtzentrum von Sitten erworben und den Umzug von vier Dienststellen koordiniert. Sie hat die nötigen administrativen Schritte eingeleitet, um am Bahnhof Visp Parzellen zu verkaufen und eine neue Parzelle für das geplante Verwaltungsgebäude in Visp zu erwerben.

Nachhaltigkeit
Kantonale Agenda 2030
2025 hat der Staatsrat das kantonale Programm für nachhaltige Entwicklung umgesetzt und dabei den Fokus auf die Stärkung der Vorbildfunktion der Verwaltung gelegt, insbesondere durch konkrete Hebel wie das öffentliche Beschaffungswesen. Die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Partnern des Staates wurde fortgesetzt, darunter mit den subventionierten öffentlichen Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen, für die eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet wurde.
Da Nachhaltigkeit alle Akteurinnen und Akteure betrifft, wurden für das Personal der Verwaltung und die Bevölkerung verschiedene Kommunikations- und Sensibilisierungsmassnahmen zu Themen wie Inklusion am Arbeitsplatz und Energie durchgeführt.
Klimapolitik
Das Jahr 2025 war ein wichtiger Meilenstein in der Ausarbeitung des Entwurfs für die kantonale Strategie zum Umgang mit Klimarisiken, deren Einführung 2026 ansteht. Die Strategie stützt sich auf die neuen Klimaszenarien, die MeteoSchweiz 2025 veröffentlicht hat, sowie auf die aktualisierten CO2-Bilanzen fürs Kantonsgebiet und die Verwaltung. Die Strategie ist Teil eines langfristigen Ansatzes, der sich auf Prävention, Antizipation und Regeneration nach extremen Klimaereignissen konzentriert. Parallel dazu gehen die Überlegungen zur Steuerung und Finanzierung der Klimapolitik im Rahmen der Gesetzgebungsarbeiten weiter.
Innovative Projekte
Die innovativen Projekte der Agenda 2030, die von der Verwaltung und ihren Partnern durchgeführt wurden, schlossen 2025 mit einer positiven Bilanz ab.
Unter den Gemeinden wurde ein neuer Aufruf zur Einreichung von Projekten im Bereich der Anpassung an den Klimawandel lanciert. Damit sollen die Bemühungen der Gemeinden angesichts der Zunahme von Naturgefahren unterstützt und Massnahmen gefördert werden, die auf eine Stärkung der Biodiversität und Böden abzielen.
Parallel dazu gehen die Projekte weiter, die Kreislaufwirtschaft mit sozialen und ökologischen Aspekten verbinden, während mehrere Pilotprojekte sich darauf konzentrieren, die Auswirkungen des Klimawandels insbesondere auf die Walliser Landwirtschaft zu antizipieren.

Statistische, wissenschaftliche und technologische Tätigkeiten
Statistische, wissenschaftliche und technologische Tätigkeiten
Die Dienststelle für Statistik und Finanzausgleich (DSTF) konzentrierte sich vergangenes Jahr auf die Einführung des ersten Mehrjahresprogramm der kantonalen Statistik 2024-2028, das gemäss Art. 12 des Gesetzes über die kantonale öffentliche Statistik (GStat) festzulegen ist. Das Programm wurde im ersten Halbjahr 2025 vom Staatsrat verabschiedet. Es umfasst sämtliche statistischen Projekte des Staates Wallis.
Die Implementierung von Daten im Data Warehouse (DWH) der Dienststelle wurde fortgesetzt, mit dem Ziel, die Verwaltung, Qualität und Sicherheit der Daten, einschliesslich sensibler Daten, zu gewährleisten. Es wurden mehrere neue Bereiche der öffentlichen Statistik, darunter solche aus externen Quellen, strukturiert und harmonisiert. Diese Daten lassen sich mit dem Tool PowerBI anzeigen. Mehrere Dienststellen der Kantonsverwaltung sind mittlerweile an die Datenbank angeschlossen.
Die DSTF lancierte im vergangenen Jahr mehrere neue Projekte, wobei die beiden wichtigsten die Aktualisierung der Bevölkerungsprognosen für den Zeitraum 2025-2055 und die im Auftrag der Dienststelle für innere und kommunale Angelegenheiten durchgeführte Digitalisierung des Jahresberichts über die Gemeindefinanzen waren.
Interkantonaler und interkommunaler Finanzausgleich
2025 hat die DSTF aus dem interkantonalen Finanzausgleich 887,8 Millionen Franken erhalten; dies entspricht netto 6,2 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Was den interkommunalen Finanzausgleich angeht, konnten 64,8 Millionen Franken an die Walliser Gemeinden und 8,1 Millionen Franken in den Fonds für den Härteausgleich gezahlt werden.
2025 veröffentlichte der Staatsrat den Beschluss über den interkommunalen Finanzausgleich 2026 und legte den Prozentsatz des Beitrags der ressourcenstarken Gemeinden, der im Vorjahr noch bei 20 % lag, auf 18 % fest.
