Sicherheit, Institutionen und Sport
Schicksalsschläge in Resilienz verwandeln
Meine Amtszeit begann im Zentrum des Geschehens, in unmittelbarem Kontakt mit Situationen, welche die Fähigkeit unserer Institutionen bestätigt haben, möglichst nahe am Geschehen zu wirken und ihr Handeln langfristig auszurichten, um die Bevölkerung bestmöglich zu begleiten.
Die Katastrophe von Blatten hat rasch alle Einsatzkräfte mobilisiert. Feuerwehr, Zivilschutz, Armee, das Kantonale Führungsorgan, staatliche Dienststellen und lokale Behörden haben koordiniert zusammengearbeitet, um die Menschen zu unterstützen, deren Alltag tiefgreifend erschüttert wurde. Auch in Lourtier hat ein kontinuierlicher Einsatz dazu beigetragen, die Situation zu bewältigen.
Über diese operative Mobilisierung hinaus entstand eine bemerkenswerte Welle der Solidarität zur Unterstützung der Betroffenen. Bei diesem Schicksalsschlag hat das Wallis gezeigt, was es stark macht: seine Fähigkeit, zusammenzustehen, wenn eine seiner Regionen betroffen ist.
Die öffentliche Verantwortung endet nicht mit der akuten Phase, sondern umfasst auch die nachhaltige Sicherung, die Instandsetzung und die methodische Vorbereitung auf die Zukunft. In diesem Geiste hat der Staat Wallis sein Engagement nach den Überschwemmungen im Jahr 2024 und den Schneefällen im April 2025 an der Seite der Gemeinden fortgesetzt, um die Infrastrukturen wiederherzustellen und die notwendige Unterstützung zu leisten.
Über diese Einsätze hinaus beruhen die Tätigkeiten meines Departements auf dem täglichen Einsatz zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielfältigen und sich ergänzenden Bereichen. Ihr Professionalismus sichert die Kontinuität des öffentlichen Handelns. In diesem Zusammenhang war der Beginn meiner Amtszeit auch von mehreren Ernennungen von Dienstchefinnen und Dienstchefs sowie von Präfektinnen und Präfekten geprägt, die wichtige Verantwortung im Dienste der Gemeinden, des Staates und der Bevölkerung übernehmen sollen. Jedes Zahnrädchen trägt direkt zur Qualität der Leistungen bei.
Unser Kanton versteht sich zudem als verbindende Kraft. Gerade in schwierigeren Zeiten ist der Sport ein wichtiger Träger von Solidarität. Im Jahr 2025 hat das Wallis erneut bewiesen, dass es in der Lage ist, sportliche Grossanlässe auszurichten, wie beispielsweise die Fussball-EM der Frauen und die UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften. Darauf können wir stolz darauf sein und wir sollten diese grossartigen Momente als Erbe bewahren – sowohl auf der Ebene der Infrastrukturen als auch der Nachwuchsförderung.
Handeln und Zusammenhalten: So gestaltet das Wallis seine Zukunft mit Herzblut und Überzeugung.
Stéphane Ganzer
Staatsrat

Rechtsangelegenheiten der Sicherheit und der Justiz
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB)
Die KESB sind weiterhin mit einer steigenden Zahl von Fällen konfrontiert, die zudem immer komplexer werden. Dies lässt sich durch verschiedene Faktoren erklären, darunter insbesondere das Bevölkerungswachstum, das Auseinanderbrechen familiärer Strukturen und die Alterung der Bevölkerung. Dieser Anstieg wird in den kommenden Jahren anhalten.
Analyse der Justizbehörden
Eine Arbeitsgruppe, die damit beauftragt war, die Umsetzung der Empfehlungen Nr. 2 und 3 des Ecoplan-Gutachtens zu analysieren, ist im Jahr 2024 mehrmals zusammengetreten. Diese Empfehlungen betreffen die Reduktion der Anzahl Bezirksgerichte und die Spezialisierung innerhalb der erstinstanzlichen Gerichte im Bereich des Zivil- und Strafrechts sowie die Berücksichtigung der diesbezüglichen parlamentarischen Vorstösse. 2025 wurde die Firma Ecoplan damit beauftragt, verschiedene Varianten in finanzieller und architektonischer Hinsicht zu beziffern.
Gesetz über die Änderung der Einführungsgesetze zum Strafgesetzbuch und zur Schweizerischen Strafprozessordnung
Das Gesetz über die Änderung der Einführungsgesetze zum Strafgesetzbuch und zur Schweizerischen Strafprozessordnung wurde am 11. September 2025 vom Grossen Rat verabschiedet. Die Gesetzesänderungen ermöglichen es dem Kanton Wallis, gegen nach dem Haupturteil getroffene Entscheide des Straf- und Massnahmenvollzugsgerichts (StMVG) und des Zwangsmassnahmengerichts (ZMG) im Bereich des Straf- und Massnahmenvollzugs Beschwerde einzureichen.
Gesetzesentwurf über den Beitritt zur Vereinbarung «justitia.swiss»
Das Bundesgesetz über die Plattformen für die elektronische Kommunikation in der Justiz (BEKJ), das im Dezember 2024 von der Bundesversammlung verabschiedet wurde, erfordert die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft durch den Bund und die Kantone, deren Hauptaufgabe der Aufbau und Betrieb einer Plattform für die elektronische Kommunikation im Justizbereich sein wird. Am 5. November 2025 hat der Staatsrat dem Grossen Rat einen Gesetzesentwurf über den Beitritt zur Vereinbarung «justitia.swiss» vorgelegt. Diese Vereinbarung ist Teil des im Januar 2025 vom Kantonsgericht (KG), von der Staatsanwaltschaft (StA) und vom Departement für Sicherheit, Institutionen und Sport (DSIS) lancierten Programms eJustiz VS.
Elektronischer Schalter
Die Arbeiten zur Einführung eines elektronischen Schalters haben begonnen. Dieser wird es den Stiftungen, den Opfern gemäss OHG sowie den Kandidatinnen und Kandidaten für das Anwalts- und Notariatspraktikum und die entsprechenden Prüfungen ermöglichen, ihre Gesuche direkt online einzureichen.

Straf- und Massnahmenvollzug
Belegungsrate der Haftanstalten
Seit Januar 2025 stieg die Belegungsrate in sämtlichen Anstalten stark an. Das Gefängnis Sitten ist besonders stark betroffen: Seine Belegungsrate erhöhte sich von 75 Prozent im Januar 2025 auf 110 Prozent im Oktober 2025, was zu einer Überbelegung führte. Die Strafanstalt Crêtelongue (EPCL) und das Massnahmenzentrum Pramont (CEP) erreichten ihre maximale Belegungskapazität von 100 Prozent. Das Zentrum für Administrativhaft (ZAH) verzeichnete im selben Zeitraum ebenfalls einen deutlichen Anstieg von 50 Prozent auf 77 Prozent.
Eröffnung des Verkaufsladens in Crêtelongue
Im Juni 2025 eröffnete der Verkaufsladen «Crêtelongue Ateliers». Er bietet Produkte an, die von den inhaftierten Personen in den verschiedenen Werkstätten der Anstalt, wo sie zur Arbeit verpflichtet sind, angebaut oder hergestellt wurden. Einige der inhaftierten Personen beteiligen sich unter Aufsicht des Personals auch am Verkauf und erwerben so Kompetenzen, die ihre Wiedereingliederung fördern.
Digitale Transition
Die Dienststelle für Straf- und Massnahmenvollzug (DSMV) setzt ihre digitale Transition im Jahr 2025 mit der Einführung der Verwaltungssoftware für justiziell erfasste Personen (GINA) innerhalb des Amtes für Sanktionen und Begleitmassnahmen (ASB) fort.
Stiftung REPR
Die DSMV unterzeichnete einen Leistungsvertrag mit der Stiftung REPR, der den Einsatz von Freiwilligen im Gefängnis Sitten langfristig verankert, um Familien, Angehörige und Kinder inhaftierter Personen zu unterstützen.

Kantonspolizei
Sicherheitslage
Im Jahr 2025 bleibt das Wallis einer der sichersten Kantone der Schweiz. Das Handeln der Kantonspolizei ermöglichte es, die Kriminalitätsentwicklung einzudämmen, trotz einer deutlichen Verschärfung im Betäubungsmittelbereich. Zwei umfassende Operationen zeugen davon: In Verbier wurden rund fünfzehn Personen wegen des Absatzes erheblicher Mengen Kokain und synthetischer Drogen verhaftet, und in Siders markierte die Zerschlagung eines strukturierten Netzwerks, das in den Verkauf von über 500 Kilogramm Haschisch und mehreren Kilogramm Kokain involviert war, einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen den organisierten Handel. Diese über längere Zeit geführten Operationen veranschaulichen die Fähigkeit der Kantonspolizei, gegen zunehmend mobile und gewalttätige kriminelle Strukturen vorzugehen. Die Online-Betrügereien nehmen weiterhin zu, was die zentrale Rolle der Abteilung Cyberkriminalität verstärkt. Im Bereich des Strassenverkehrs bleibt die Bekämpfung gefährlicher Verhaltensweisen eine prioritäre Achse.
Neue Polizeischule
2025 ist ebenfalls ein Wendejahr für die Polizeiausbildung. Nach über zwanzig Jahren in Savatan verfügt das Wallis wieder über eine eigene Polizeischule. Der erste Jahrgang von 31 Aspiranten begann seine Ausbildung am 3. November in Infrastrukturen, die sich auf das kantonale Zivilschutzzentrum von Grône und den 2024 eingeweihten Schiessstand «La Tranchée» verteilen. Diese Rückkehr stärkt die Autonomie des Kantons und dessen territoriale Verankerung im Ausbildungsbereich.
Änderung des Gesetzes über die Kantonspolizei
Während der Novembersession hat der Grosse Rat die Änderung des Gesetzes über die Kantonspolizei angenommen, welche die Verwendung von Bodycams ermöglicht – ein zusätzliches Instrument zur Dokumentation von Einsätzen und zur Stärkung der Transparenz.

Zivile Sicherheit und Militär
Kantonales Führungsorgan (KFO)
Die starken Schneefälle vom April 2025 und die Katastrophe von Blatten erforderten den Einsatz des KFO. Dieses koordinierte die verschiedenen Massnahmen sowie den Einsatz der Mittel, einschliesslich ausserkantonaler Mittel.
Das KFO nahm an der nationalen integrierten Übung 2025 (IU 25) teil, mit der verschiedene Akteure ihr gemeinsames Krisenmanagement überprüfen und verbessern konnten.
Zivilschutz (ZS)
Die drei Kreise des ZS waren während zwölf Wochen in 49 von den späten Schneefällen betroffenen Gemeinden im Einsatz. Die Verschüttung des Dorfes Blatten erforderte einen interkantonalen Einsatz von mehr als 2500 Diensttagen. Im Herbst präsentierten sich die Sicherheitspartner – Feuerwehr, Kantonspolizei, ZS, Armee, Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) und Schweizergarde – an der Foire du Valais mit folgendem Thema: «Sicherheit ist unser Auftrag, Sicherheit ist unsere Leidenschaft».
Kantonales Amt für Bevölkerungsschutz (KABS)
Das KABS führte 27 Ausbildungen und 15 Übungen für kommunale und kantonale Partner sowie für Dienststellen der Verwaltung durch. Für die Gemeinden entwickelte das KABS ein Online-Formular für Unterstützungsanfragen sowie einen Leitfaden zur Planung und Durchführung von Evakuierungen. Das KABS führte die erste Phase des Projekts zur Überarbeitung der kantonalen Risikoanalyse durch und leitete die Umsetzung der Strategie zum Schutz der kantonalen Infrastrukturen ein.
Kantonales Amt für Feuerwesen (KAF)
Die Sektion Brandschutz verstärkte ihre Unterstützung der Gemeinden durch regelmässige Treffen mit den Sicherheitsbeauftragten, Inspektionen vor Ort und die Organisation thematischer Austauschformate. Sie begleitete auch die neuen Konzessionäre der Sektoren 1 und 8 und beteiligte sich aktiv an den Arbeiten im Zusammenhang mit dem Projekt Brandschutzvorschriften (BSV 2026).
Die Sektion Planung, Ausbildung und Einsatz war mit der Inbetriebnahme der A9 in Visp befasst; dazu gehörten umfangreiche Koordinationsarbeiten sowie die Durchführung von Sicherheitstests. Sie entwickelte eine Ausbildung zur Waldbrandbekämpfung und bereitete die Zukunft vor, indem sie neue Mitarbeitende für die Einsatzzentrale anstellte.
Kantonales Amt für Militärwesen (KAM)
Dem Kreiskommando 6 und 10 wurde die Verwaltung des gesamten Schiesswesens für den Kanton übertragen.
Die Sektion Wehrpflichtersatzabgabe nahm eine Teilrevision des Ausführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Wehrpflichtersatzabgabe vor.
Das Kantonale Logistikzentrum nahm die neue Indoor-Schiessanlage auf dem Waffenplatz in Sitten offiziell in Betrieb. Es betreute den Flugbetrieb des WEF 2025. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen auf den Militärflugplätzen erfolgte dieser von Sitten aus.

Innere und kantonale Angelegenheiten
Kantonale Wahlen
Bei den kantonalen Wahlen 2025 wurde ein neues System zur Verwaltung und Übermittlung der Wahlergebnisse mit der Bezeichnung «VeWork» eingesetzt. Dank der Zusammenarbeit zwischen den Walliser Gemeinden und der Dienststelle für innere und kommunale Angelegenheiten (DIKA) verlief diese Einführung zur vollen Zufriedenheit.
Es wurde ein starker Rückgang der Wahlbeteiligung von 60,84% im Jahr 2021 auf 45,6% im Jahr 2025 verzeichnet. 58.5% der Wähler gaben ihre Stimme durch Hinterlegung bei der Gemeinde ab, 35,4% auf dem Postweg und schliesslich 6,1% direkt an der Urne. Trotz der späten Entdeckung von 63 Übermittlungscouverts in der Gemeinde Val de Bagnes konnte das Zentralbüro seine gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben erfüllen. Am 14. April bestätigte der Grosse Rat auf Antrag seiner Ad-hoc-Kommission einstimmig die Ergebnisse der Wahlen in den Grossen Rat und in den Staatsrat. Gegen diese Entscheide wurde keine Beschwerde eingelegt. Es sei darauf hingewiesen, dass diese Wahlen den neuen Bestimmungen zur Transparenz der Finanzierung des politischen Lebens unterlagen. Diese verpflichten die im Grossen Rat vertretenen politischen Parteien sowie die Kandidatinnen und Kandidaten für den Staatsrat, ihre Wahlkampfkonten und die Liste der Spenderinnen und Spender für alle Interessierten bereitzuhalten.
Vereinheitlichung der Stimmenauszählung für alle Gemeinden
Mit Zustimmung des Vorstands des Verbands der Walliser Gemeinden (VWG) beschloss der Staatsrat am 15. Oktober 2025, die Anwendung des Auszählungsprogramms «VeWork» für alle Einwohnergemeinden bei allen eidgenössischen und kantonalen Wahlen sowie bei Gemeindewahlen, die nach dem Proporzsystem ablaufen, für obligatorisch zu erklären. Dieser Entscheid wurde unter anderem aufgrund der Zuverlässigkeit der Auszählung, der Anpassung an die immer strengeren Anforderungen des Bundes und der Absicht, die Ergebnisse der Gemeindewahlen auf der Website des Kantons zu veröffentlichen, getroffen.

Bevölkerung und Migration
Integration
Die Dienststelle für Bevölkerung und Migration (DBM) setzte die Umsetzung des dritten kantonalen Integrationsprogramms fort und legte dabei den Schwerpunkt auf die Beschäftigungsfähigkeit. Die Eröffnung einer Walliser Zweigstelle des Vereins Découvrir im Juni verstärkt die Begleitung von qualifizierten Migrantinnen und Migranten bei der Stellensuche.
Biometrie
Am 1. April wurde in Monthey ein drittes Biometriezentrum eröffnet. Mit einem Zentrum in jeder Region verfügt die Bevölkerung nun über eine bürgernahe Dienstleistung mit sehr kurzen Wartezeiten für einen Termin zur Ausstellung eines Passes oder einer Aufenthaltsbewilligung.
Migration
Die ständige ausländische Wohnbevölkerung stieg um rund 3,6 Prozent und belief sich Ende November auf etwas über 95’000 Personen.
Die Arbeiten zur Einführung einer Plattform, die es ermöglicht, Aufenthaltsbewilligungen ab 2026 online erneuern zu lassen, sind gut angelaufen.
Asylanträge
Die Hauptherkunftsländer von Asylsuchenden sind Afghanistan, die Türkei, Eritrea und Somalia. Insgesamt wurden in der Schweiz fast 25’000 Asylanträge gestellt. Dem Wallis wurden etwas weniger als 1000 Personen zugewiesen.
Zivilstandswesen und Einbürgerungen
920 ausländische Staatsangehörige erhielten im Rahmen eines ordentlichen Einbürgerungsverfahrens das Schweizer Bürgerrecht. Zudem erhielten 34 Schweizerinnen und Schweizer aus anderen Kantonen das Bürgerrecht einer Walliser Gemeinde sowie das Kantonsbürgerrecht.

Geomatik
Amtliche Vermessung
Im Jahr 2025 wurden dreizehn Lose der amtlichen Vermessung im Alpgebiet abgeschlossen: Ausserberg, Binn, Bürchen, Embd, Evolène, Gampel-Bratsch, Grengiols, Hérémence, Mont-Noble, Nendaz, Randa, Sion und St-Martin. 37 Vermessungslose sind noch in Arbeit.
Zusammenfassend ist die amtliche Vermessung von 71,9 Prozent der Kantonsfläche gemäss dem Qualitätsstandard AV93 in digitaler Form verfügbar. 98 Prozent der Grenz- oder Kulturartmutationen können auf der kantonalen IT-Plattform durchgeführt werden. Die restliche Fläche stellt hauptsächlich alpines Gebiet dar, d.h. landwirtschaftliche Flächen, Wald und unkultivierbare Gebiete.
Gebäude- und Wohnregister
Die Dienststelle für Geoinformation (DGI) ist mit der Koordination für die Führung des Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregisters (GWR) beauftragt. Die Arbeit, die Gebäudedaten dieses Registers mit den Daten der amtlichen Vermessung abzugleichen und mit zusätzlichen Informationen anzureichern, wurde fortgesetzt. Diese Arbeit konnte für 63 Gemeinden abgeschlossen werden.
Kompetenzzentrum für Geomatik (CC GEO)
Das CC GEO arbeitet als Garant der Geodaten des kantonalen Geo-Informationssystems (GIS) mit rund zwanzig kantonalen Dienststellen zusammen. Im Jahre 2025 wurde eine Umfrage unter 300 Benutzer durchgeführt, um ihre Bedürfnisse und ihre Nutzung der bereitgestellten Werkzeuge in Erfahrung zu bringen. Mehrere Weiterbildungskurse wurden organisiert, um den von den Benutzern geäusserten Bedürfnisse gerecht zu werden. Zudem geniessen Internetnutzer neue Möglichkeiten, um Geodaten zu überprüfen und als Open Data herunterzuladen.
Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen
Die Benutzerschnittstelle des Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) wurde verbessert, um den Anforderungen des Bundes zu genügen. Sämtliche Softwarekomponenten wurden in die IT-Infrastruktur des Kantons integriert. Der Zugriff auf die Rechtsvorschriften wurde optimiert, das heisst der Zugang zu den digitalen Kopien der genehmigten Pläne, Entscheide und Reglemente.

Strassenverkehr und Schifffahrt
Einführung des elektronischen Lernfahrausweises
Der Kanton Wallis war einer der ersten vier Kantone, die den elektronischen Lernfahrausweis (e-LFA) eingeführt haben. Dieses innovative Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Strassenverkehrsämter, asa, dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) und dem Anbieter der Betriebssoftware entwickelt. Die Einführung des e-LFA ist der erste Schritt zur Digitalisierung des Führerausweises. Die Technologie wurde vom BIT für die elektronische Identifikation, die sogenannte E-ID, entwickelt. Bis Ende des Jahres 2025 wurden ca. 1500 e-LFA’s ausgestellt.
Verordnung über das automatisierte Fahren
Am 1. März 2025 trat die neue Verordnung über das automatisierte Fahren in Kraft. Sie befasst sich hauptsächlich mit dem Einsatz automatisierter Systeme auf unseren Strassen. Diese Neuerungen wirkten sich auf den Ablauf der theoretischen und praktischen Prüfungen aus. Während der praktischen Prüfung werden die Kandidatinnen und Kandidaten hinsichtlich ihrer Fähigkeit bewertet, eine Auswahl von Automatisierungssystemen zu verwenden, wenn das Fahrzeug in Bewegung ist.
Erneuerung des Betriebssystems Cari
Das Betriebssystem Cari wurde vor fast zwanzig Jahren entwickelt und wird nun sukzessive erneuert. Die durch die Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt, DSUS, entwickelte Anwendung "Cari-EMedko", mit welcher Ärzte die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen von Fahrzeuglenkern direkt im Betriebssystem erfassen können, funktioniert reibungslos und wird immer häufiger genutzt. Im Jahr 2025 wurde ein Anstieg von fast 31 % bei der Nutzung von «Cari-EMedko» verzeichnet. Dies bedeutet, dass etwa ein Drittel der rund 18'000 ärztlichen Atteste, die jährlich bei der Dienststelle eingehen, nun auf elektronische Weise erfasst werden. In den nächsten Jahren werden weitere Module mit neuen Innovationen im Bereich der Digitalisierung folgen.
Zunahme des Fahrzeugbestands
Die Zunahme des Fahrzeugbestands für 2025 beträgt 1.4% und liegt damit über dem Schweizer Durchschnitt von 0.9%. Mit einer Zunahme von rund 5000 Fahrzeugen zwischen 2024 und 2025 beläuft sich der Fahrzeugbestand des Kantons per Ende September 2025 auf 363'175 Fahrzeuge.
Kundenzufriedenheit
Die Zufriedenheit der Kunden mit den Leistungen der DSUS steht im Zentrum ihrer Tätigkeiten. Das Unternehmen M.I.S-Trend hat eine Umfrage über eine Online-Anwendung durchgeführt. Mehr als 400 Kunden beantworteten den Fragebogen. Mit einer vollständigen oder guten Zufriedenheitsrate von 90% wurde das ausgezeichnete Ergebnis des Vorjahres bestätigt.

Grundbuchwesen
Immobilienmarkt
Der Walliser Immobilienmarkt, begünstigt durch besonders attraktive Zinssätze und eine Nachfrage, die das Angebot überstieg, war im Jahr 2025 sehr dynamisch. Dies schlug sich in einer hohen Aktivität in sämtlichen Einheiten der Dienststelle für Grundbuchwesen (DGB) nieder.
Modernisierung
Um den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden, hat die Dienststelle für Grundbuchwesen (DGB) die Online-Konsultation der öffentlichen Daten des Grundbuchs eingeführt. Seit Januar 2025 ist es möglich, über das Portal für digitale Dienstleistungen der Walliser Behörden (erreichbar unter online.vs.ch) nach Grundeigentümern zu suchen. Die Nutzungsbedingungen dieser Dienstleistung sowie die Aufgaben der DGB waren Gegenstand eines Berichts in der Sendung Les Pieds sur Terre, die von Canal 9 ausgestrahlt wurde.
Das Jahr war zudem durch eine wichtige Gesetzesänderung geprägt: den Wegfall der Einreichung der notariellen Urschrift (Original der authentischen Urkunde) für die Eintragung eines Geschäfts. Diese Anpassung hatte starke Auswirkungen auf die Notare und erforderte eine Überprüfung der internen Verwaltungsprozesse. Darüber hinaus ermöglichte sie es, künftigen Entwicklungen vorzugreifen, insbesondere der elektronischen Einreichung von Urkunden.
Einführung und Informatisierung des eidgenössischen Grundbuchs
Die Daten des Grundbuchs werden weiterhin etappenweise verarbeitet. Die Bereitstellung sämtlicher Grundstücke und Eigentümer des Kantonsgebiets ist für Ende 2027 geplant, gefolgt von der Bereitstellung der auf den Grundstücken bestehenden Lasten (ausserhalb der Alpzonen) bis zum Jahr 2033. Die Alpzonen werden ihrerseits bis 2037 integriert sein.
Im Jahr 2025 wurden die Daten der Gemeinden Naters (Sektor Mund), Anniviers und Arbaz nach Abschluss des öffentlichen Auflageverfahrens in das eidgenössische Grundbuch integriert.

Sport
Grosse Sportveranstaltungen
2025 fand die Fussball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz statt, wobei drei Spiele im Stade de Tourbillon in Sitten ausgetragen wurden.
Das Wallis war auch Austragungsort der UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften. Acht Destinationen im gesamten Kantonsgebiet waren daran beteiligt, wobei sowohl die Talebene als auch Berggemeinden sowie das Ober- und das Unterwallis einbezogen wurden
Im 2025 realisierte Projekte
Die Digitalisierung der Beitragsgesuche beim Sport-Fonds wurde umgesetzt und die Plattform https://sportfonds.vs.ch online gestellt.
Die vierte Ausgabe der Walliser Sportwoche fand vom 27. April bis zum 3. Mai 2025 statt, mit den Walliser Family Games am Samstag, verschiedenen Konferenzen sowie den traditionellen Walliser Sportverdiensten mit einer Anreise im Extrazug als Neuheit.
Im Jahr 2025 hat das kantonale Sportamt (KSA) zudem zwei Projekte im Bereich Nachhaltigkeit umgesetzt, die Aktion «Sport & Wasser» fortgesetzt und die Kampagne «Umweltbewusster Sport» lanciert.
Walliser Sportverdienste
Die Walliser Sportverdienste 2024-25 wurden am 30. April 2025 in Visp verliehen.
Auszeichnungen:
- Sportlerin/Sportler Elite: Camille Rast
- Mannschaft Elite: EHC Visp
- Führungskraft: Patrick Flaction
- Nachwuchssportlerin/Nachwuchssportler U23: Malorie Blanc
- Nachwuchsmannschaft U23: Oxana Vouillamoz & Tom Bouvart
- Behindertensport: Lisi Nyffenegger
- Sonderpreis: Arnaud Jacquemet und Michel Huser
- Sportlicher Wert: Jean Michel Bournissen
Statistiken 2025
Der Sport im Wallis umfasst im Jahr 2025: 8229 Trainerinnen und Trainer, 52'729 Kinder und Jugendliche, 4004 Kurse und Lager, 921 Angebote und 4'747'607 Franken, die vom Bundesamt für Sport an den Walliser Vereinssport ausgezahlt wurden.
Ausserdem zählen wir 42 Sportverbände, 13 Gruppierungen mit sportlichem Charakter, 918 Clubs und 117'516 namentlich registrierte Mitglieder (darunter 45'234 Jugendliche im Alter von 5 bis 20 Jahren). Dank der Loterie Romande erhielt die kantonale Sportwelt im Jahr 2025 über den Sport-Fonds einen Gesamtbetrag von mehr als 5,9 Millionen Franken.

Digitale Verwaltung
Inkrafttreten des Gesetzes über die digitalen Dienste der Behörden
2025 sind das Gesetz über die digitalen Dienste der Behörden und die dazugehörige Verordnung in Kraft getreten. Damit fiel der Startschuss für die Online-Schaltung des Portals für digitale Behördenleistungen mit über 50 kantonalen Leistungen. Zu den drei Leistungen, die am häufigsten in Anspruch genommen werden, gehören der Antrag auf einen Betreibungsregisterauszugs für sich selbst, die Einsicht in die Unterlagen des Steuerdossiers für natürliche Personen sowie die Suche nach einem Grundstückeigentümer.
Mit der Aufschaltung der Plattform wurden auch Basisdienste wie Authentifizierungs-, Zahlungs- oder Benachrichtigungsdienste eingeführt.
Pilotprojekt «Wohnsitzbestätigung» in Zusammenarbeit mit den Gemeinden
In einer Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden wurde ein Pilotprojekt zur elektronischen Ausstellung der Wohnsitzbestätigung lanciert. Für 2026 ist die schrittweise Einführung in 122 Gemeinden geplant, womit der Nachweis für die Nutzung gemeinsamer Basisdienste erbracht wird.
Strategischer Leitungsausschuss
Was die Governance anbelangt, hat der Staatsrat einen strategischen Leitungsausschuss ernannt, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Behörden zusammensetzt. Dieser politisch-strategische Ausschuss hat einen operativen Ausschuss eingesetzt, der ihn bei seinen Aufgaben unterstützen soll. Der Leitungsausschuss hat die entsprechenden Regeln und Modalitäten für die Funktionsweise bestätigt.
Interkantonale Zusammenarbeit
Die Dienststelle für die digitale Verwaltung (DDV) engagiert sich als Mitglied des operativen Führungsgremiums der Digitalen Verwaltung Schweiz und als Präsident des Führungsausschusses der Vereins iGovPortal, dem zehn Kantone angehören, stark innerhalb der interkantonalen Zusammenarbeit. Die DDV konnte dabei zahlreiche Chancen nutzen und war beispielsweise der erste lateinische Kanton, der auf kantonaler Ebene das Identifikationssystem AGOV des Bundes einführte.
