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Gesundheit, Soziales und Kultur

Zahlreiche Errungenschaften und Projekte für die Zukunft

Das Jahr 2025 markiert den Beginn der Legislaturperiode 2025–2029 und eröffnet eine neue Aktionsphase für das Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur (DGSK). In einem anspruchsvollen Umfeld war das Handeln des DGSK von Anfang an von dem Willen geprägt, die öffentliche Politik fortzusetzen und zu verstärken, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Schutz der Menschen und dem sozialen Zusammenhalt lag. In den ersten Monaten der Legislaturperiode konnten wichtige Errungenschaften konsolidiert und gleichzeitig strukturelle Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden.

Zu den wichtigsten Errungenschaften und Schwerpunkten des Jahres zählen insbesondere:

  • die erste Bilanz der Walliser Vereinigung zur Bekämpfung des Menschenhandels (AVIT) zur Verbesserung der Identifizierung, des Schutzes und der Begleitung von Opfern;
  • das Inkrafttreten des revidierten Gesundheitsgesetzes;
  • das Inkrafttreten des neuen Gesetzes über häusliche Gewalt;
  • die Einführung der kantonalen Telefonnummer für nicht lebensbedrohliche medizinische Notfälle, die der Bevölkerung die Orientierung erleichtert;
  • Ausbau wichtiger sozialer Einrichtungen wie Domus und Chez Paou, Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft in Monthey im Asylbereich und Verstärkung der Zusammenarbeit mit der Gesundheitsstelle für Migranten;
  • Feier zum 20-jährigen Bestehen der Dienststelle für Kultur, um die Rolle der Kultur als Faktor des sozialen Zusammenhalts zu unterstreichen;
  • die Einführung des Programms «Kultur und sozialer Zusammenhalt», das Synergien zwischen den betroffenen Bereichen fördert;
  • die Fortführung des eBadges-Systems, das zur Bekämpfung der Schwarzarbeit beiträgt.

Der Jahresbericht gibt einen Überblick über diese Verpflichtungen und die Grundlagen für eine Legislaturperiode im Zeichen der Solidarität und der öffentlichen Verantwortung.

Mathias Reynard
Staatsrat

Foto : © Pierre Daendliker

Gesundheitswesen

Gesundheitsgesetz

Die Teilrevision des Gesundheitsgesetzes vom 14. November 2024 ist am 1. Mai 2025 in Kraft getreten. Diese führt wichtige Änderungen ein, wie die Beschränkung der Zulassung von Ärzten zur Abrechnung zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung, die Ausweitung der Leistungen der Apotheken, die Schaffung einer Stelle einer Kantonspflegefachperson, Regeln für den ärztlichen Notfalldienst, das Verbot von Konversionstherapien sowie das Verbot des Verkaufs von elektronischen Einwegzigaretten (Puffs).

Langzeitpflege

Der provisorische Bericht zur Planung der Langzeitpflege 2026-2035 wurde erstellt und am 10. Dezember 2025 in die Vernehmlassung geschickt. Zum ersten Mal umfasst dieser Bericht auch die Planung von Wohnungen mit medizinisch-sozialer Betreuung und erstellt eine Prognose für zehn statt für vier Jahre.

Generationen 60+: Gesundheit- und sozialpolitische Strategie

Die gemeinsam mit der Dienststelle für Sozialwesen ausgearbeitete Politik für die 60-jährige und ältere Bevölkerung wurde fertig gestellt und in die Vernehmlassung geschickt. Die drei Schwerpunkte lauten: Erhaltung der Gesundheit und Lebensqualität, Förderung eines integrierten Gesundheit- und Sozialkonzepts und Gewährleistung eines gerechten Zugangs zu hochwertigen Leistungen.

Zahnpflege

Die finanzielle Unterstützung für die Zahnpflege ist seit dem 1. Januar 2025 in Kraft und bietet rund 2500 Familien die Möglichkeit, ihre Zahnarztkosten bis zu einem Betrag von 500.- Franken erstattet zu bekommen. Im September wurde ein Pilotprojekt für einen zahnärztlichen Bereitschaftsdienst eingeführt.

Ambulante medizinische Demografie

Nach Inkrafttreten der gesetzlichen Bestimmungen zur Begrenzung der Anzahl ambulant tätiger Ärzte (Art. 55a KVG) wurde eine beratende Kommission zur Planung des ambulanten medizinischen Angebots eingerichtet, welche ihre Arbeit aufgenommen hat.

Masterplan gegen Ärztemangel

Das Projekt eines Walliser Instituts für Hausarztmedizin und Community Health (MPH) wird derzeit in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten entwickelt.

Ein neues Projekt wurde ins Leben gerufen, welches die Einrichtung eines Mentorats für medizinische Assistentinnen und Assistenten und Koordinatorinnen und Koordinatoren in der ambulanten Medizin durch erfahrene Personen in Praxen und Ausbildungsschulen vorsieht.

Spital Wallis (HVS)

Auf Vorschlag des Staatsrats hat der Grosse Rat im November 2025 zugestimmt, das HVS zu unterstützen, indem er insbesondere eine zusätzliche Rahmenbürgschaft in Höhe von 294 Millionen Franken gewährt, um die Finanzierung der verschiedenen laufenden Ausbau- und Renovierungsarbeiten sicherzustellen. Der Grosse Rat hat im Dezember 2025 auch die Objektbürgschaft zur Finanzierung der Studien und des Architekturwettbewerbs im Zusammenhang mit der Entwicklung der Infrastruktur des Standorts Malévoz genehmigt.

Im Zusammenhang mit der geplanten Inbetriebnahme des neuen Anbaus des Spitals von Sitten hat der Staatsrat im August 2025 das neue medizinisch-pflegerische Konzept des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis (CHVR) verabschiedet. Dieses sieht vor, ab 2027 die chirurgischen Aktivitäten und bis 2035 die Akutmedizin am Standort Sitten zusammenzuführen.

Der Staatsrat hat im Oktober 2025 ebenfalls den abschliessenden Bericht zur Beurteilung des Bedarfs an somatischer Akutpflege verabschiedet. Am 1. Dezember 2025 wurde eine Ausschreibung veröffentlicht.

Planung des Rettungsdispositivs

Die neue Planung des Rettungsdispositivs wurde im Oktober 2025 vom Staatsrat verabschiedet.

Regulierung nicht lebensbedrohlicher Notfälle

Die Telefonnummer 0848 200 300 für nicht lebensbedrohliche medizinische Notfälle wurde am 1. September 2025 in Betrieb genommen. Sie ist gebührenfrei und mit jedem Abonnement erreichbar und ersetzt die alten 0900-Nummern, welche Ende 2025 abgeschaltet wurden. Sie leitet Anrufe an Notfallnummern weiter und ermöglicht so eine schnelle telefonische Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt, den zahnärztlichen Notfalldienst, den psychiatrischen Notfalldienst oder durch die Notdienstapotheke.

Notfallkarte

Die Notfallkarte wurde anlässlich des Tages der pflegenden Angehörigen am 30. Oktober 2025 eingeführt. Bei einem Unfall, einem Unwohlsein oder einem Spitalaufenthalt eines pflegenden Angehörigen ermöglicht diese Karte den medizinischen Fachpersonen, sofort zuvor benannte Vertrauenspersonen zu kontaktieren, welche die Pflege der betreuten Person übernehmen können.

Task Force "Pflege"

Von den sechs Projekten, die für eine Kofinanzierung durch den Bund eingereicht wurden, wurden drei angenommen, nämlich die Unterstützung der praktischen Ausbildung, die gezielte Förderung von Studierenden und die Entwicklung einer Austauschplattform für Praxisausbilderinnen und Praxisausbilder.

Eine kantonale Notfallkarte für betreuende Angehörige

Sozialwesen

Bereich Behinderung

Die Bedarfsabklärung 2025–2028 berücksichtigte die Ergebnisse einer umfassenden Befragung von 10'000 IV-Rentnern. Dieser partizipative Ansatz ermöglicht es, die Erwartungen der betroffenen Personengruppe zu präzisieren und die strategische Planung auszurichten.

Die Einweihung einer betreuten Wohnanlage für Menschen mit psychischen Störungen in Ardon durch die Fondation Domus sowie die Eröffnung einer Notunterkunft in Monthey durch Chez Paou haben zur Stärkung des institutionellen Angebots beigetragen.

Der massgebende Rahmen wurde ebenfalls aktualisiert, insbesondere durch die Weisung bezüglich der fürsorgerischen Unterbringung für Erwachsene (FU) und die Anpassung der Weisung über hindernisfreies Bauen. Darüber hinaus wurden die Vorbereitungsarbeiten für den kantonalen Aktionsplan zur Förderung der Inklusion in Form von partizipativen Workshops aufgenommen.

Asylbereich

Im Asylbereich stieg die Zahl der Leistungsempfänger weiter an und erreichte 7139 Personen, gegenüber 6854 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Darunter sind 166 unbegleitete Minderjährige. Der Anstieg der Zahl schutzbedürftiger Personen stellt für die Teams vor Ort eine grosse Herausforderung dar.

Es wurden wichtige Entwicklungen betreffend die Organisation der Buchhaltung vorgenommen, um den Empfehlungen des Finanzinspektorats nachzukommen. Die Stärkung der internen Prozesse war unerlässlich und wurde unter der Leitung eines eigens zu diesem Zweck eingerichteten Lenkungsausschusses durchgeführt. Dieser setzt seine Bemühungen fort, um alle festgelegten Ziele zu erreichen.

Im Bereich der Beherbergung von Personen aus dem Asylbereich sind die Eröffnung der Kollektivunterkunft in Monthey und die Schliessung des Standorts Les Mayens-de-Chamoson hervorzuheben. Die Gesundheitsversorgung wurde durch die Eröffnung einer permanenten Krankenpflegeberatung in Sitten sowie die systematische Einführung von Eingangsuntersuchungen weiter verbessert. Die Zusammenarbeit mit der Einheit für Gesundheit von Migrantinnen und Migranten im Asylbereich (USMA) wurde dadurch gefestigt.

Um den neuen Anforderungen des Staatssekretariats für Migration (SEM) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) gerecht zu werden, wurde die partnerschaftliche Zusammenarbeit insbesondere mit den regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV) in Bezug auf die Aufenthaltsbewilligung intensiviert.

Opferhilfe

Im Jahr 2025 registrierten die OHG-Beratungsstellen durchschnittlich 150 neue Fälle pro Monat. Im Hinblick auf die Einrichtung einer rund um die Uhr verfügbaren Hotline für Opfer ab dem 1. Mai 2026 wurde eine interkantonale Vereinbarung zur Bündelung der Ressourcen getroffen.

Generation 60+

In Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Gesundheitswesen wurde eine neue Gesundheits- und Sozialstrategie für die Generation 60+ entwickelt.

Inkasso und Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen

Die Inkasso- und Bevorschussungsstelle von Unterhaltsbeiträgen (IBU) hat erneut eine hohe Eintreibungsquote erreicht. Die Einführung der elektronischen Betreibung hat die Effizienz ihrer Tätigkeit weiter gesteigert.

Sozialhilfe

Die Verwaltung der Sozialhilfe im Wallis wurde mit der Inbetriebnahme des Informatikprogramms aventis am 9. Dezember 2025 weiter modernisiert. Diese Plattform stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, sowohl für die Optimierung der Arbeit der Teams als auch für die Verbesserung der Koordination auf kantonaler Ebene.

Bekämpfung des Menschenhandels

Der vom Kanton gegründete Walliser Verein zur Unterstützung von Opfern und Zeugen von Menschenhandel (AVIT) hat eine erste positive Bilanz ihrer Aktivitäten gezogen. Dank ihres Einsatzes konnten ausgebeutete Menschen aus der Unsichtbarkeit geholt und angemessen unterstützt werden. Ausserdem hat er fast 250 Fachleute geschult, damit diese die Anzeichen erkennen und die Opfer weitervermitteln können.

Generation 60+ - Illustrationsbild

Kultur

20 Jahre Dienststelle für Kultur

Die Dienststelle für Kultur feierte 2025 ihr zwanzigjähriges Bestehen. An der 65. Foire du Valais war sie mit einem Stand vertreten, der von den verschiedenen Institutionen betreut wurde. Zudem präsentierte sie auf nahezu 1000 Quadratmetern die Ausstellung «Im Labyrinth der Traditionen». Diese war dem lebendigen Kulturerbe des Kantons Wallis gewidmet und erwies sich als grosser Publikumserfolg.

Teilrevision des Kulturförderungsgesetzes

Das Berichtsjahr 2025 war ausserdem von den Debatten zur Teilrevision des Kulturförderungsgesetzes (KFG) geprägt. Ziel dieser Revision ist es, die gesetzlichen Grundlagen in den Bereichen Kultur und Kulturerbe den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Die zweite Lesung im Grossen Rat ist für Anfang 2026 vorgesehen.

Unterstützen

Im November fand «Lire valaisan / Das Wallis lesen» statt; eine Aktion, welche die Literatur hervorhebt. Diese Initiative vereinte den Buchhandel, die Mediatheken und Partnerbibliotheken. Sie bildete die erste Etappe auf dem Weg zur Einführung des Walliser Literaturmonats, der 2026 erstmals stattfinden soll.

Ehren

Der Regisseur Claude Barras erhielt den Kulturpreis 2025 des Kantons Wallis. Die Förderpreise gingen an die Schauspielerin Estelle Bridet, die Autorin, Komponistin und Interpretin Justine Tornay sowie an den Musiker und Schriftsteller Samuel Schnydrig. Mit dem Spezialpreis wurde der Verein Frauenstimmen Festival bedacht.

Der Preis Kultur und Wirtschaft 2025 wurde dem internationalen Literaturfestival Leukerbad verliehen.

Bewahren

Im Berichtsjahr 2025 verzeichnete das Staatsarchiv Wallis 83 Neueingänge, darunter die Bestände der Kellerei Charles Bonvin SA/Bonvin 1850 sowie der Walliser WWF-Sektionen. Ausserdem schloss das Staatsarchiv die Optimierung der Erschliessung von Hybrid- und elektronischen Beständen ab, wodurch die Praxis der digitalen Archivverwaltung konsolidiert werden konnte.

Das kantonale Amt für Archäologie konnte im Rahmen der Prospektionen des Interreg-Projekts MAIA die Existenz römischer Militärstützpunkte in grossen Höhenlagen der Walliser Alpen nachweisen (um 60–30 v. Chr.). In der Gegend von Pfyn wurden zudem menschliche Überreste entdeckt – vermutlich Opfer der Schlacht von 1799, in welcher die Truppen Napoleons gegen Oberwalliser kämpften.

Erforschen

Das Naturmuseum organisierte in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Wallis (PH-VS) eine Tagung zur Vermittlungsarbeit im Kontext des Anthropozäns (Les médiations au regard de l’Anthropocène), bei welcher die Beziehungen zu Wissen, Institutionen und zur Welt neu reflektiert wurden. Ausserdem beteiligte sich das Museum an der Organisation der Konferenz «Biodiversité, une histoire qui nous lie» und nahm an der Tagung «Géo-Archéo-Logique !» teil, die von der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz durchgeführt wurde.

Weitergeben

Die Kantonsmuseen öffneten ihre Türen anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Veranstaltung «Schlösser und Museen in Festlaune» auf den Hügeln von Sitten sowie zum 20-jährigen Bestehen der Walliser Museumsnacht. Mehrere Tausend Personen konnten dabei auf spielerische Art und Weise die Kulturgüter entdecken, welche in den Walliser Kantonsmuseen ausgestellt sind.

Das Kunstmuseum Wallis zeigte mit «Die weiten Räume» seinen ersten Ausstellungszyklus. Damit beschreitet es neue Wege mit einem auf jährlichen Zyklen basierenden Konzept und zeigte drei Ausstellungen, die sich mit der Landschaft an den Grenzen zur Abstraktion auseinandersetzten.

Die Ausstellung «Domestiziert und fotogen» der Mediathek Wallis-Martinach beleuchtete anhand von Bildern und Tonaufzeichnungen aus den Sammlungen die lange Geschichte der Domestizierung von Tieren sowie die kulturelle Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Die Mediathek Wallis und das Foyer Saint-Jacques in Saint-Maurice arbeiteten im Rahmen des Projekts «Dein (Mauer-)Werk / Sur vos murs» zusammen. Die Bewohnerinnen und Bewohner übernahmen dabei das Kuratieren der Ausstellung und wählten Werke aus der Artothek zum Thema Frühling aus.

Der Bestand der Weinetiketten der Mediathek Wallis wurde gleich in zweifacher Hinsicht zur Geltung gebracht: durch eine Publikation mit einer Auswahl von Etiketten des Sammlers Nikolaus Bodenmüller sowie durch eine virtuelle Ausstellung, die man auf der Webseite der Institution entdecken kann.

Eine erste Phase der Fördermassnahme «Kultur und sozialer Zusammenhalt» wurde lanciert. Damit wird an die wichtige Rolle der Kultur bei der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts erinnert.

Die Dienststelle für Kultur feiert ihren 20. Geburtstag an der «Foire du Valais»

Betreibungen und Konkurse

Inkrafttreten des neuen Gesetzes gegen missbräuchliche Konkurse

Mit dem Inkrafttreten der Reform zur Bekämpfung missbräuchlicher Konkurse (Änderung Artikel 43 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs, SchKG), ist ein deutlicher Anstieg der Konkurseröffnungen zu verzeichnen. Während in der ersten Jahreshälfte noch ein moderater Anstieg der Arbeitsbelastung erwartet wurde, hat sich diese seit Ende Juli intensiviert. Bis Ende Jahr hat sich die Zahl der neu eröffneten Konkursverfahren verdoppelt und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 56 % bzw. von 577 auf 901 eröffnete Fälle.

Naturkatastrophe in Blatten

Nach der Naturkatastrophe in der Gemeinde Blatten Ende Mai 2025 und zur Unterstützung von Einwohnerinnen und Einwohnern, die mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert waren, wurden die Betreibungen gegen die betroffenen Personen für den Zeitraum vom 28. Mai bis zum 31. Oktober 2025 suspendiert.

Umbau des Amts in Monthey

Die Umbauarbeiten des Amts in Monthey gehen planmässig voran. Die Einrichtung zusätzlicher Büros für das Betreibungsamt schafft Platz für Anhörungsboxen, einen Sitzungssaal und zusätzliche Arbeitsplätze für das Konkursamt Unterwallis.

Vorbereitungsarbeiten - Revision des EGSchKG

Die Vorbereitungsarbeiten haben begonnen und die strategischen Schwerpunkte wurden festgelegt, um eine Revision des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (EGSchKG) vorzulegen.

Illustrationsbild

Arbeitnehmerschutz und Arbeitsverhältnisse

Obligatorisches eBadges-System für bestimmte kantonale öffentliche Aufträge

Der Staatsrat hat von seinen Vergabestellen für Bauarbeiten verlangt, dass sie ab dem 1. Oktober 2025 bei der freihändigen Vergabe und bei Aufträgen auf Einladung systematisch nur noch Unternehmen berücksichtigen, die über das eBadges-System verfügen. Ziel ist, die Kontrolle der Tätigkeiten auf den Baustellen zu verbessern und zu vereinfachen.

Ende Dezember 2025 waren über 400 Unternehmen des Bauhauptgewerbes und des Baunebengewerbes auf der Plattform registriert und über 100 befanden sich im Registrierungsprozess.

Der Staatsrat hat die kommunalen Vergabestellen aufgefordert, eBadges für die Ausführung ihrer Arbeiten verbindlich vorzuschreiben, um so die Auftragnehmer zu ermutigen, sich diesem System anzuschliessen. Dieses Mittel zur Bekämpfung von unlauterem Wettbewerb und Schwarzarbeit gewährleistet den Schutz der Arbeitnehmer und vereinfacht gleichzeitig die Verwaltungsverfahren und die Vergabe von Bauaufträgen.

Hitzewellen: Technologie für die Prävention

Die steigenden Temperaturen im Sommer erhöhen das Risiko eines Hitzschlags erheblich, insbesondere für Personen, die mit schweren Arbeiten beschäftigt sind.

Im Sommer 2025 wurden mehr als 100 freiwillige Arbeiter aus dem Baugewerbe, der Metallindustrie und der chemischen Industrie mit Armbandalarmen zur Vorbeugung von Hitzschlag ausgestattet. Auf den Baustellen und in den Unternehmen, in denen diese Personen tätig waren, wurden Sonden angebracht. Mit deren Hilfe konnten verschiedene Umweltparameter aufgezeichnet und die zu ergreifenden Schutzmassnahmen festgelegt werden. Die Bilanz dieser Studien wird im Jahr 2026 gezogen.

Die aus diesen Studien gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es, den kantonalen Hitzeplan jährlich zu optimieren.

eBadges wird für bestimmte kantonale öffentliche Aufträge obligatorisch

Verbraucherschutz und Veterinärwesen

Konsumentenschutz

Im Jahr 2025 übernahm die Dienststelle für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (DVSV) zusätzlich zur Kontrolle von Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen, Solarien und Chemikalien die Kontrolle von Unternehmen, welche Tabakprodukte auf den Markt bringen. Dank organisatorischer Massnahmen wurden die Probenahmekampagnen zum Jahresende intensiviert. Die PFAS-Analysen ermöglichten eine genaue Bewertung der Situation im Wallis. Mit diesen Kontrollen setzt sich die DVSV konform mit der Wasserstrategie des Kantons Wallis weiterhin für die Sicherheit des Trinkwassers ein. Im Labor wurde mit umfangreichen Arbeiten begonnen, um die Analysekompetenzen der Dienststelle durch den Kauf von Instrumenten, die Verbesserung von Prozessen und die Entwicklung neuer Methoden auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Gesundheit von Mensch und Tier

Die Prävention und Überwachung von Tierseuchen waren im Jahr 2025 ein zentrales Thema, das sowohl im Rahmen nationaler Programme als auch als Reaktion auf internationale Ereignisse ein nachhaltiges Engagement erforderte. Parallel zu den Massnahmen gegen die Bovine Virus-Diarrhoe wurde ein umfangreiches Präventionsprogramm eingeführt, zum Schutz von Rindern vor der Dermatitis nodularis (Sommer 2025) und zum allgemeinen Schutz vor der Vogelgrippe. Es wurden ebenfalls umfangreiche Informationsmassnahmen zur Prävention der Blauzungenkrankheit durchgeführt.

Tierschutz und Hundeangelegenheiten

Die Zahl der Meldungen ist nach wie vor hoch, was die anhaltende Sensibilität der Bevölkerung für Tierschutzfragen widerspiegelt. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den Vorfällen und Bissen durch Hunde. Als Reaktion auf die Interventionen des Grossen Rates wurden ein Entwurf zur Revision der Tierschutzgesetzgebung sowie die Ausarbeitung eines neuen Hundegesetzes in die Vernehmlassung gegeben. Diese Arbeiten zielen darauf ab, die Pflichten und die Ausbildung der Tierhalterinnen und Tierhalter zu verstärken und die Prävention zu verbessern, um die öffentliche Sicherheit und den Tierschutz zu gewährleisten.

Vogelgrippe - Nachweis infizierter Schwäne im waadtländischen Chablais - Illustrationsbild

Gleichstellung und Familie

Häusliche Gewalt

Das neue Gesetz über häusliche Gewalt ist am 1. November in Kraft getreten. Das kantonale Netzwerk gegen häusliche Gewalt widmete sein neuntes Treffen sexueller Gewalt – dem letzten Tabu, wenn sie in einer Beziehung oder innerhalb der Familie vorkommt. Vor dem Hintergrund der Revision des Strafrechts und einer zunehmenden Offenheit in der öffentlichen Debatte wurde im Wallis eine Bestandsaufnahme der Betreuung von Personen vorgenommen, die diese Form von Gewalt erleiden, sowie jener, die sie ausüben. Im November ermöglichte eine Abendveranstaltung mit rund hundert Fachpersonen aus dem Rechtsbereich und der Opferbetreuung, die restaurative Justiz als Ansatz zur Wiedergutmachung häuslicher Gewalt zu prüfen, ergänzend zum Strafverfahren. Das Online-Spiel ALTernatives, ein neues pädagogisches Instrument zur Prävention von Gewaltmechanismen innerhalb von Paarbeziehungen, wurde den Klassen der Sekundarstufe II des französischsprachigen Wallis zur Verfügung gestellt.

Gleichstellung

Der Staatsrat beauftragte das Kantonale Amt für Gleichstellung und Familie (KAGF), fünf Pilotkontrollen zur Einhaltung der Lohngleichheit in Unternehmen durchzuführen, die kantonale öffentliche Aufträge erhalten haben.

Die Frauenvertretung im Parlament ist gestiegen: In der Legislaturperiode 2025–2029 besetzen Frauen 38,5 % der Sitze im Grossen Rat sowie 43,1 % der Suppleantensitze. Für die administrativen Kommissionen wurde ein neues Ziel festgelegt: Sie müssen künftig mindestens 40 % Frauen und 40 % Männer umfassen.

LGBTIQ-Diskriminierungen

Der erste Aktions- und Sichtbarkeitsmonat vom 17. Mai bis 17. Juni zielte darauf ab, Akzeptanz, Gleichheit und Respekt für alle zu fördern, mittels Veranstaltungen, die von Partnerorganisationen getragen wurden. Das Projekt «das Wallis ist bunt», das LGBTIQ-Personen eine Stimme gibt, widmete vier Podcasts den Themen Liebe, Glaube, Engagement und Männlichkeiten.

Familien

Die beiden Familiennetzwerke haben ihre Aktivitäten neu belebt: Das Netzwerk des französischsprachigen Wallis verstärkte seine Vernetzungsarbeit mit zwei Begegnungsvormittagen; jenes des Oberwallis eröffnete einen Raum, um gemeinsam konstruktive Lösungen für die Herausforderungen zu erarbeiten, mit denen seine Mitglieder vor Ort konfrontiert sind.

Start des ersten Aktions- und Sichtbarkeitsmonats und der jährlichen Kampagne