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Volkswirtschaft und Bildung

Von Blatten bis zur Uni Valais-Wallis: Wiederaufbau und die Weichenstellung für die Zukunft

Die Katastrophe von Blatten hat die Wirtschaft im Lötschental schwer getroffen. Um die Aktivitäten im Tal zu erhalten und den Unternehmern und Tourismusakteuren echte Perspektiven zu bieten, waren Pragmatismus und Reaktionsfähigkeit gefragt.

Zu diesem Zweck wurde ein kurz- und mittelfristiger Massnahmenplan ausgearbeitet: Er umfasst unter anderem Wohnraumförderung für neue Hauptwohnsitze sowie Unterstützung für den Wiederaufbau von touristischen Unterkünften und Unternehmensinfrastrukturen. Dazu gehört auch ein Härtefallprogramm für Unternehmen und Selbstständigerwerbende, deren Arbeitsmittel unzugänglich geworden sind.

Ausserdem wurden Sofortmassnahmen zur Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben umgesetzt. Weitere Massnahmen werden in den kommenden Jahren folgen. Der Kanton leistete zudem einen finanziellen Beitrag zum Bau des Hotels Momentum auf der Lauchernalp. Die bewegende Eröffnung des Hotels im Dezember setzte ein starkes Zeichen der Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft.

Seitens der Bildung zeichnete sich das Jahr 2025 durch die Schaffung des Amtes für digitale Bildung aus. Hinzu kam die Annahme des Gesetzes über die Universität Wallis. Diese Annahme markierte einen entscheidenden Schritt im Hinblick auf die Gründung der Uni Valais-Wallis und die Stärkung der tertiären Bildung sowie der Forschung im Kanton.

Ausserdem wurde die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere in das Departement für Volkswirtschaft und Bildung integriert. Neben der Umsetzung mehrerer Reformen wurde die Wolfsproblematik aktiv angegangen.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Departements herzlich für ihre Professionalität und ihr Engagement. Dank ihnen haben wir die zahlreichen Herausforderungen des Jahres 2025 gemeistert.

Christophe Darbellay
Staatsrat

Foto : © Pierre Daendliker

Wirtschaft, Tourismus und Innovation

Revision des Gesetzes über die kantonale Wirtschaftspolitik

Die Revision des Gesetzes über die kantonale Wirtschaftspolitik (GkWPol) führte zu zwei Gesetzesentwürfen: dem Gesetz über die kantonale Wirtschaftsförderung (GKWF) und dem Gesetz über die öffentlich-rechtliche Körperschaft zur Standortpromotion «Valais/Wallis Promotion» (GVWP). Der Staatsrat hat diese Gesetzesentwürfe verabschiedet und sie dem Grossen Rat zur Behandlung im Jahr 2026 überwiesen.

Wirtschaftsförderung Wallis

Die Walliser Wirtschaftsförderung bearbeitete 200 Anfragen von Unternehmen, Investoren und Wirtschaftsakteuren für Finanzhilfen, Innovationsfördergelder und die Begleitung bei administrativen Schritten. Zudem wurden enge Kontakte mit 43 ausländischen Unternehmen geknüpft, die an einer Ausweitung ihrer Tätigkeit in der Schweiz interessiert sind.

Unterstützung von Unternehmen

Die Dienststelle für Wirtschaft, Tourismus und Innovation (DWTI) hat eine Härtefallregelung für Unternehmen und Selbstständigerwerbende verabschiedet, deren Arbeitsmittel infolge einer Naturkatastrophe unzugänglich geworden sind bzw. aufgrund eines nachgewiesenen Sicherheitsrisikos endgültig geschlossen wurden. Für die Wirtschaftsakteure im Haut Val de Bagnes und in der Region Fafleralp sowie für den Campingplatz in Arolla wurde ein Betrag von einer Million Franken vorgesehen. Ende 2025 wurden 583'578 Franken an elf Unternehmen vergeben.

Innovation und Campus Energypolis

Im Jahr 2025 hat der Campus Energypolis seine wichtige Rolle in der Energieinnovation durch die Verbindung von Forschung, Ausbildung und Entwicklung von Start-ups unterstrichen. Das Jahr war geprägt vom hervorragenden Ergebnis des Wallis beim Swiss Startup Award: Sieben Start-ups platzierten sich unter den 100 vielversprechendsten der Schweiz. Darüber hinaus wurde auf dem Campus Energypolis der Power-to-Gas-Demonstrator eingeweiht. Dieses wichtige Tool erlaubt es, ganzjährig Technologien zur Speicherung und Verwertung erneuerbarer Energien zu testen.

Flughafen Sitten

Nach der Annahme zweier Motionen durch den Grossen Rat übermittelte der Staatsrat seinen Gesetzesentwurf über die Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft des Flughafens Sitten dem Parlament zur Behandlung im ersten Halbjahr des Jahres 2026.

Regionalpolitik

Die DWTI setzte ihre Unterstützung der Tourismuswirtschaft fort: Sie gewährte 23 Millionen Franken, um strategische Infrastrukturen wie beispielsweise das Barryland oder die neue Gondelbahn in Anzère umzusetzen. Das Wallis war Ehrengast an der OLMA 2025. Dies war dank einer finanziellen Unterstützung in Höhe von 1,5 Millionen Franken von Seiten des Departements für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) über die DWTI möglich. An dieser Veranstaltung konnte das Wallis sein Terroir, seine Traditionen und seine Innovationsdynamik hervorheben. Gleichzeitig unterstützte der Kanton zehn europäische Interreg-Projekte.

UCI-Mountain-Bike-Weltmeisterschaften

Die Veranstaltung generierte 19,3 Millionen Franken an direkten Auswirkungen und zog in der ersten Septemberhälfte 110'000 Zuschauerinnen und Zuschauer an. Sie wurde stark durch öffentliche Gelder unterstütz. Von den Gesamtkosten in Höhe von 13,76 Millionen Franken belief sich die öffentliche Unterstützung auf 7,85 Millionen Franken, wovon 1 Million vom DVB über die DWTI gewährt wurde.

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Rechtsdienst für Wirtschaftsangelegenheiten

Öffentliches Beschaffungswesen

2025 hat der Rechtsdienst für Wirtschaftsangelegenheiten (RDWA) neue Umsetzungshilfen für das neue öffentliche Beschaffungsrecht für kantonale Dienststellen, Gemeinden, aber auch für alle anderen öffentlichen Auftraggeber erarbeitet. Im zweiten Halbjahr wurde zusammen mit dem Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis eine praktische Schulung für die Gemeinden des Oberwallis organisiert. Im Unterwallis ist eine solche Ausbildung für 2026 geplant.

Da die neue Gesetzgebung zum öffentlichen Beschaffungswesen am 1. Januar 2024 in Kraft trat, hielt es der RDWA für verfrüht, im Jahr 2025 Kontrollen der Vergabeverfahren durchzuführen. Aus diesem Grund wurden die Kontrollen nicht vorgenommen und werden im Jahr 2026 stattfinden.

Vergabestatistik

Im März 2025 erstellte der RDWA die Vergabestatistik 2024 der Kantonsverwaltung. Wie in den Vorjahren kann sie auf der Website des Kantons Wallis eingesehen werden.

Bäuerliches Bodenrecht

2025 behandelte der RDWA 1977 Dossiers in Anwendung des bäuerlichen Bodenrechts.

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Landwirtschaft

Versammlung des Walliser Weinbaus

Im April nahmen mehr als 250 Personen an der ersten Weinbau-Versammlung in Conthey teil. Die Initiative des Kantons Wallis ermöglichte Akteurinnen und Akteuren der Berufe im Rebbau und in der Weinverarbeitung sich zu treffen. So konnten sie sich zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit der Produktion, der Wirtschaft oder den Strukturen der Branche austauschen. Die schriftliche Zusammenfassung der Diskussionen wurde ihnen im Anschluss für Präzisierungen oder Ergänzungen übermittelt. Eine breitere Befragung folgte zum Jahresende.

Fruchtfolgeflächen: kantonale Strategie und Ernennung einer Taskforce

Zur Ausarbeitung und Umsetzung seiner Strategie für die Fruchtfolgeflächen (FFF) hat der Staatsrat eine Taskforce eingesetzt. Die Aufgabe der Taskforce ist es unter anderem, zu bestimmen, wie das kantonale FFF-Kontingent verwaltet werden soll, und gegebenenfalls die Anpassung bestimmter Rechtsgrundlagen vorzuschlagen. Gemäss den Bundesvorgaben muss der Kanton Wallis ein Mindestkontingent von 7350 Hektar FFF garantieren. Die Urbanisierung und die Durchführung grosser öffentlicher oder privater Projekte erschweren die Erhaltung guter landwirtschaftlicher Flächen.

Vitiday: Werbung für Berufe im Rebbau und in der Weinherstellung

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Vitis Aequitas hat sich die Walliser Landwirtschaftsschule (WLS) den Vitiday ausgedacht: eine neue Werbeveranstaltung für Berufe im Rebbau und in der Weinherstellung. Anfang Mai fanden auf dem Schulgelände der WLS in Châteauneuf verschiedene Wettkämpfe rund um Berufe im Rebbau und in der Weinherstellung statt. Teams aus Orientierungsschülerinnen und -schülern, gecoacht von Lernenden, traten freundschaftlich gegeneinander an.

Neue Infrastrukturen und Abschluss des PRE des Grand Entremont

2025 war ein gutes Jahr für die gemeinschaftlichen Produktionsinfrastrukturen. In Turtmann nahm die neue Käserei ihren Betrieb auf, während in Reckingen der Grundstein für das Fleischzentrum gelegt wurde. Auch das Maison de la Petite Arvine in Fully und die Käserei in Etiez wurden eingeweiht. Die Käserei bildete den Abschluss des Projekts zur regionalen Entwicklung (PRE) Grand Entremont. In sechs Jahren wurden konkrete Initiativen umgesetzt, welche die Diversifizierung von landwirtschaftlichen Einkommen, Synergien mit dem Tourismus und die Aufwertung von lokalen Produkten vorantreiben sollen. Insgesamt wurden rund 33 Millionen Franken in die Region investiert.

Die Landwirtschaft zahlt in der Katastrophe von Blatten einen hohen Preis

Der Bergsturz in Blatten am 28. Mai 2025 hat die Landwirtschaft im Lötschental hart getroffen. Dabei kam sogar ein Landwirt ums Leben. Darüber hinaus gingen 75 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren, 16 Landwirte sind betroffen und 8 Ställe wurden zerstört. Vier Alpen sind nicht mehr erreichbar. Der Wiederaufbau und die Entwicklung der Landwirtschaft sind dringend nötig, deshalb wurden 18 Projekte zur landwirtschaftlichen Entwicklung im Lötschental definiert.

Unsere jungen Landwirtinnen und Landwirte haben Talent!

Die AgroChallenge, die Europameisterschaften der Landwirtschaft, fanden im Juni in Holland statt. Das Schweizer Team errang den Sieg. Abraham Monnier, Lehrer an der Walliser Landwirtschaftsschule (WLS), leitete das Quartett, zu dem auch zwei Jugendliche der WLS gehörten: Marco Rosetti und Liam Juan. David Granges und Benoît Dorsaz, Lehrlinge der Domaine Chappaz bzw. der Cave du Chavalard, glänzten ebenfalls und gewannen die Bronzemedaille im Teamwettbewerb der Europea Wine Championship. Sie wurden von Coraline Praz gecoacht, die als Leiterin der höheren Ausbildung der WLS tätig ist.

PRE Fully – Destination Petite Arvine - Einweihung des Ateliers und «Maison de la Petite Arvine de Fully» © Laurent Bleuze

Industrie, Handel und Arbeit

Lage auf dem Arbeitsmarkt

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen im Wallis stieg im Jahr 2025 auf 5645* (+800). Die kantonale Arbeitslosenquote stieg ebenfalls, und zwar auf 3,1 Prozent (+0,4 Prozentpunkte). Die regionalen Quoten betragen: 1,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) im Oberwallis, 3,7 Prozent (+0,7 Prozentpunkte) im Mittelwallis und 3,6 Prozent (+0,4 Prozentpunkte) im Unterwallis. Die Schweizer Arbeitslosenquote stieg auf 2,8 Prozent (+0,4 Prozentpunkte).

* Aufgrund des schweizweiten Unterbruchs der wichtigsten Informationssysteme der Arbeitslosenversicherung zwischen dem 19. Dezember 2025 und dem 6. Januar 2026 gibt die Arbeitsmarktstatistik für Dezember 2025 den Stand vom 22. Dezember 2025 wieder. Die Jahresdurchschnittswerte werden daher in der vorliegenden Form berechnet.

Kurzarbeitsentschädigungen (KAE) nach der Katastrophe von Blatten und den Unwettern im Val de Bagnes

Die Dienststelle für Industrie, Handel und Arbeit (DIHA) war vor Ort, um die Betroffenen zu informieren und den Arbeitgebern schnelle Unterstützung zu bieten. 14 Kurzarbeitsentschädigungsgesuche wurden von Unternehmen im Lötschental und 7 im Val de Bagnes gestellt. Es wurde alles unternommen, um diese Dossiers effizient zu führen.

Umfrage zu den Lohnpraktiken im Bereich der Kleinkinderbetreuung

Die Walliser Arbeitsmarktbeobachtung (ABW) führte im Auftrag der tripartiten Kommission des Kantons Wallis eine Untersuchung zu den Lohnpraktiken durch. Diese hat gezeigt, dass die Mehrheit der Betreuungseinrichtungen die kantonalen Weisungen einhalten. Die ABW wird in Kürze mit einer Umfrage über die Praktikantinnen und Praktikanten beginnen, die in diesen Einrichtungen beschäftigt sind.

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Stipendien und Studiendarlehen

Zuweisung von Stipendien und Studiendarlehen
Ausbezahlte Beträge im Jahr 2025  Stipendien (CHF) Darlehen (CHF)  Anzahl 
Obligatorische Schulzeit 112'355 0 22
Schulen zur Vorbereitung auf die gymnasiale Maturität 3'120'575 0 424
Andere allgemeine Ausbildung 3'841'145 16'000 538
Berufsfachschulen in Vollzeit 1'590'845 57'510 241
Berufslehren 3'488'335 270'660 551
Berufsmaturitäten 180'135 0 34
Höhere Berufsbildung 826'250 378'840 107
Fachhochschulen 3'356'420 1'018'280 472
Universitäten und ETH 4'593'795 960'670 618
Weiterbildung 13'775 5220 4
TOTAL 21'123'630 2'707'180 2864 (1)
Rechnung 2025(2)      
Studiendarlehen 2025 2,43 Millionen Franken
Stipendien 2025 19,79 Millionen Franken
Ausbildungsdarlehen per Ende 2025      
Anzahl der Begünstigten 1’616
Betrag 16,48 Millionen Franken

 

(1) Mehrere Personen in Ausbildung wurden für mehrere Ausbildungen im selben Kalenderjahr unterstützt.

(2) Diese Beträge berücksichtigen Übergangsregelungen (2025 gezahlte Beträge, die sich auf das Herbstsemester 2024 beziehen, und 2026 zu zahlende Beträge, die sich auf das Herbstsemester 2025 beziehen).

 

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Unterrichtswesen

Entwürfe für neue Gesetze

Der Staatsrat hat dem Grossen Rat drei Gesetzesentwürfe zur Modernisierung des gesetzlichen Rahmens der Schule übermittelt. Das künftige Gesetz über die Walliser Schule wird das seit 1962 geltende Gesetz über das öffentliche Unterrichtswesen ersetzen und insbesondere die Steuerung des Schulsystems und die Bekämpfung von Diskriminierungen verstärken. Es schlägt auch die Kantonalisierung der Schuldirektionen vor. Das Gesetz über die allgemeinbildende Sekundarstufe II wird eine Gesetzeslücke schliessen und die Führung der Schulen klären, während das Gesetz über den Privatunterricht einen harmonisierten kantonalen Rahmen festlegen wird. Ihre Behandlung wird im Jahr 2026 erwartet.

Digitale Bildung

Das im Jahr 2025 geschaffene Amt für digitale Bildung (ADB) wird ausgebaut. Unterstützungsmassnahmen für Schulleitungen und Lehrpersonen wurden erarbeitet, deren Einführung ist ab dem Schuljahr 2026 geplant.

Zudem hat das Amt Leitlinien für die Anschaffung von Material, ein Katalog digitaler Ressourcen und eine Ausschreibung für eine App zur Kommunikation zwischen Schule und Eltern eingeführt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Prävention gelegt, unter anderem durch ein Verbot von Smartphones in der Schule, Aufklärungskampagnen über Phishing und eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich des Datenschutzes.

Lehrpersonenmangel

Das Konzept eines Sensibilisierungskurses für Stellvertreterinnen und Stellvertreter wurde nach einer Pilotphase genehmigt. Die Pädagogische Hochschule Wallis (PH-VS) übernimmt die Begleitung der zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten.

Obligatorische Schulzeit

Die Schülerzahlen in der Primarstufe entwickeln sich wieder moderater und steigen zum Schuljahr 2025/2026 um 1 Prozent, nachdem sie zwei Jahre lang um 2,5 Prozent gestiegen waren. Im französischsprachigen Wallis wurden rund zehn Klassen eröffnet und alle Lehrerstellen konnten dank der Anstellung von Studierenden im 3. Jahr der PH-VS besetzt werden.

Sonderschulwesen

Trotz der Eröffnung von sechs zusätzlichen Klassen bleibt der Druck auf das Sonderschulwesen hoch. Es werden Wartelisten geführt. Um den komplexesten Fällen gerecht zu werden, wurde die Betreuung auf Wochenenden und Ferien ausgeweitet, indem insbesondere eine permanente Erziehungsgruppe im Institut Notre-Dame-de-Lourdes eröffnet wurde.

Allgemeinbildende Sekundarstufe II

Die Vorbereitungsarbeiten für die Umsetzung der neuen Rechtsgrundlagen für die gymnasiale Maturität (Maturitätsanerkennungsreglement [MAR] / Maturitätsanerkennungsverordnung [MAV]) wurden abgeschlossen. Die Anpassungen, darunter die Einführung von Wirtschaft als Grundlagenfach, führten zu einer Änderung der kantonalen Stundentafel, die nun für alle Kollegien des Kantons einheitlich ist.

Gleichzeitig wurden die Bau- und Renovierungsprojekte eng begleitet, insbesondere für das Lycée-Collège Ella Maillart (Eröffnung im August 2026), das Internat des Kollegiums Spiritus Sanctus Brig und das Kollegium von Saint-Maurice.

Büro für Sprachaustausch

Die Sprachmobilitätsprogramme decken sämtliche Stufen der obligatorischen und nachobligatorischen Schulzeit ab und werden auf allen Ebenen weiter ausgebaut. Auf der obligatorischen Schulstufe erfolgt eine stärkere Diversifizierung, in der allgemeinbildenden Sekundarstufe II verzeichnen die E-Tandems ein starkes Wachstum, und in der Berufsbildung bleibt das Interesse an Sprachpraktika in der Schweiz und im Ausland hoch.

Die Mobilität von Lehrpersonen trägt ebenfalls zur beruflichen Entwicklung und zur interkulturellen Öffnung bei.

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Berufsbildung

Stärkung der Begleitung von Jugendlichen mit Schwierigkeiten

Die Dienststelle für Berufsbildung (DB) setzt die Begleitmassnahmen für Jugendliche, die beim Übertritt in die Arbeitswelt mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, fort und baut sie aus. Die DB stützt sich auf ein Netzwerk von Akteuren an vorderster Front, insbesondere auf Lehrpersonen, Lehrbetriebe und Fachstellen. Das Ziel besteht darin, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und den Erfolg jeder und jedes Einzelnen, auch von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, nachhaltig zu unterstützen.

Enge Zusammenarbeit mit Partnern der Berufsbildung

Eine erfolgreiche Laufbahngestaltung beruht auf einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Staat und der Berufswelt. Die DB arbeitet partnerschaftlich mit Lehrbetrieben, Berufsverbänden und spezialisierten Institutionen zusammen, um die Qualität der Ausbildung zu verbessern, diesen Weg aufzuwerten und abgestimmt auf die Bedürfnisse der Jugendlichen und der Wirtschaft zu reagieren.

Digitalisierung und Anpassung an berufliche Realitäten

Die digitale Transformation der Berufe beschleunigt sich, ebenso wie die Entwicklung berufsspezifischer digitaler Plattformen und Lehrmittel. Die DB begleitet diese Entwicklungen, um junge Menschen auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten.

Lehrbetriebsportal: Ein neuer Raum für die Zusammenarbeit

Die DB schliesst die Einrichtung eines digitalen Portals für Lehrbetriebe ab. Dieses Tool wird die administrativen Abläufe erleichtern, die Datenqualität verbessern und die Kommunikation zwischen den Partnern stärken. Es wird dazu beitragen, die Lehrbetriebe stärker in die Verantwortung zu nehmen und den Verwaltungsaufwand zu verringern, sodass die Ressourcen stärker auf die Betreuung der Lernenden konzentriert werden können.

Berufsgerechte Lernumgebungen

Die Vorbereitungsarbeiten im Zusammenhang mit der künftigen interkantonalen Berufsfachschule für Chemie (EPIC) in Monthey wurden 2025 fortgesetzt. Die EPIC wird eine moderne Lernumgebung für hochtechnologische Berufe bieten und ist hauptsächlich auf Chemie und Biotechnologie ausgerichtet.

Zusammenführung der Massnahmen auf kantonaler Ebene

Damit die Berufsbildung stark und sichtbar ist sowie mit den wirtschaftlichen Entwicklungen Schritt halten kann, wurde ein Führungsausschuss für die Berufsbildung eingerichtet. Er setzt sich aus Vertretern des Staates und der Fachkreise zusammen und gewährleistet eine gemeinsame Steuerung der prioritären Projekte und eine verstärkte Koordinierung der Initiativen auf dem ganzen Kantonsgebiet.

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Tertiärbildung

Gesetz über die Universität Wallis

Das Gesetz über die Universität Wallis wurde am 18. Dezember 2025 vom Grossen Rat in einer einzigen Lesung verabschiedet. Es wird im Januar 2028 in Kraft treten, sobald die FernUni Schweiz ihre Akkreditierung als Universität erhalten hat. Die Uni Valais-Wallis ist die elfte Universität des Landes und wird ausschliesslich Fern- und Teilzeitstudien anbieten. Der Beitrag des Kantons wird aufgrund der erwarteten Zunahme der Tätigkeiten und der Studierenden schrittweise von 9,5 auf 16 Millionen Franken im Jahr 2029 erhöht.

Förderung der Hochschulen und der Forschung: Rahmenkredit 2026–2028

Der Staatsrat hat den Rahmenkredit 2026–2028 zur Förderung der Hochschulen und der Forschung im Wallis verabschiedet. Der Entscheid, der mit den betroffenen Institutionen ausgearbeitet wurde und dem Grossen Rat vorgelegt wird, schlägt eine Investition von 151,1 Millionen Franken über drei Jahre in diesem prioritären und wesentlichen Bereich vor. Denn die Hochschulen und die Forschung tragen dazu bei, die grossen gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen – darunter Energiewende, Gesundheit, Umwelt, digitale Revolution und KI. Gleichzeitig stärken sie die Attraktivität des Kantons und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.

Fachhochschule Westschweiz: Revision der Interkantonalen Vereinbarung HES-SO

Die Partnerkantone der HES-SO haben mit den Arbeiten zur Revision der Interkantonalen Vereinbarung HES-SO aus dem Jahr 2013 begonnen. Dieses Projekt ist ein Schwerpunkt für die Periode 2025–2028. Es trägt der Weiterentwicklung der Hochschule Rechnung und schafft den nötigen rechtlichen sowie finanziellen Rahmen.

Unter dem Vorsitz des Wallis entschied der Regierungsausschuss über den Umfang der Revision. Die Arbeiten müssen 2026 rasch fortgesetzt werden, damit die Interkantonale Vereinbarung HES-SO (mit dem dazugehörigen Finanzierungsmodell) nach dem formellen Ratifizierungsverfahren durch die Kantonsparlamente am 1. Januar 2029 in Kraft treten kann.

Weiterbildung für Erwachsene

Der kantonale Hochschulbericht 2025 «Weiterbildung im Wallis» ist aus einer partizipativen Arbeit entstanden. Er zeigt die künftige strategische Ausrichtung zugunsten des lebenslangen Lernens auf. Ziel ist es, das Weiterbildungsangebot sichtbarer, flexibler, individueller und vor allem zugänglicher zu machen.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Die Conférence latine des Offices d’orientation stand während zwei Jahren unter dem Vorsitz des Wallis. In dieser Zeit hat sie unter anderem die nationale Strategie für Berufsberatung umgesetzt, das Angebot viamia für die Standortbestimmung von Erwachsenen ab 40 Jahren koordiniert und das Rahmenkonzept für Kompetenzen im Bereich der Laufbahnplanung konkretisiert.

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Jugend

Amt für heilpädagogische Frühberatung

Sechs Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen schlossen das Programm zur intensiven Frühintervention nach zwei Jahren ab. Sie machen Platz für zwölf neue Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren für einen weiteren Betreuungszeitraum über zwei Jahre.

Familienergänzende Tagesbetreuung

Die Entwicklung der Anzahl der Tagesbetreuungsplätze in Einrichtungen verzeichnet wie in den Vorjahren einen weiteren Anstieg.

Amt für Kindesschutz (AKS)

Im Fokus des AKS standen der Druck auf das Personal aufgrund der hohen Arbeitsbelastung sowie die Verfügbarkeit von Plätzen in Einrichtungen.

Die Ergebnisse der Evaluation des Pilotprojekts zur Integration des Elternkonsenses (COCHEM) bei Trennungen sind insgesamt positiv. Deshalb ist geplant, den Ansatz auf den gesamten Kanton auszudehnen. 

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Jagd, Fischerei und Wildtiere

Jagd

Der Abschussplan für den Hirsch wurde in allen Verwaltungseinheiten des Kantons umgesetzt. 1639 Hirsche wurden im Jahr 2025 erlegt (gegenüber 1631 im Jahr 2024 und 1578 im Jahr 2023), davon 1427 während der Hochjagd (68 in den eidgenössischen Jagdbanngebieten [EBG]) und 212 durch zusätzliche Abschüsse (70 in den EBG). Die Regulierung des Hirschbestandes ist notwendig, um die Schutzfunktion des Waldes und das Gleichgewicht zwischen den Wildtierarten aufrechtzuerhalten. 1537 Gämsen (1762 im Jahr 2024) und 970 Rehe (1133 im Jahr 2024) wurden während der Jagd erlegt. Der Rückgang der Gamsstrecke ist hauptsächlich auf das neue Grundmodell und andere Massnahmen zur Einschränkung der Jagd in den Verwaltungsuntereinheiten sowie auf die verstärkte Prädation durch den Luchs und den Wolf zurückzuführen.

Wolfsmanagement

Im Jahr 2025 wurden 75 Wölfe (61 im Jahr 2024) durch DNA-Analysen formell identifiziert: 25 Weibchen, 44 Männchen und 6 unbestimmte Individuen. Von der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) wurden elf Wolfsrudel bestätigt, davon vier grenzüberschreitende und zehn mit Reproduktion. Im Verlauf des ganzen Jahres wurden im Kanton 318 Nutztiere gerissen. Daher waren die Voraussetzungen für die Erteilung von drei Bewilligungen für Einzelabschüsse erfüllt. Darüber hinaus wurde dem Kanton Wallis die Genehmigung erteilt, sechs Rudel proaktiv zu regulieren, darunter die vollständige Entnahme von drei Rudeln und die Regulierung von zwei Dritteln der Jungtiere bei drei weiteren Rudeln. Die bisherigen Entschädigungszahlen belaufen sich auf mehr als 170'000 Franken, 2024 waren es 227'000 Franken. 13'390 Arbeitsstunden wurden für das Wolfsmanagement geleistet, 2024 waren es 16'400 Stunden.

Fischerei

Die Zahl der im Jahr 2025 ausgestellten Jahrespatente für die Rhone, Flüsse, Teiche und Bergseen sowie für Kanäle ist leicht gesunken (2393 im Jahr 2025 gegenüber 2451 im Jahr 2024). Die Zahl der Tages- und Zweitagespatente ist gestiegen (4682 im Jahr 2025 gegenüber 4226 im Jahr 2024) und bleibt seit 2020 hoch (über 3500 ausgestellte Patente). Das Fischereiverbot im Zusammenhang mit der Wasserverschmutzung durch per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) in den beiden Weihern in Chablais und dem Stockalperkanal wurde 2025 weitergeführt. Das Grundwassermonitoring sowie die Überwachung der hydraulischen Barrieren werden von der Dienststelle für Umwelt durchgeführt.

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