Arbeiten bei Sonne und Hitze
Kanton verstärkt Schutz von Arbeitnehmenden vor Sonneneinstrahlung
Angesichts der zunehmenden Hitzewellen verstärkt die Dienststelle für Arbeitnehmerschutz und Arbeitsverhältnisse (DAA) die Massnahmen zum Schutz der Gesundheit von Arbeitnehmenden, die körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien ausüben. Ein dichteres Überwachungsnetz erlaubt es künftig, Risikosituationen frühzeitiger und präziser zu erkennen. Sobald die kritischen Schwellenwerte erreicht sind, empfiehlt der Kanton nachdrücklich, schwere Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung in den betroffenen Gebieten zwischen 14:00 und 17:00 Uhr zu unterbrechen.
Mess- und Vorhersagesystem
Zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer erweitert die Dienststelle für Arbeitnehmerschutz und Arbeitsverhältnisse (DAA) ihr Überwachungssystem durch die Installation von 32 zusätzlichen meteorologischen Sonden auf dem Kantonsgebiet. Dieses neue Netzwerk wird in den nächsten Wochen schrittweise ausgebaut. So lassen sich die verschiedenen Regionen und Höhenlagen des Kantons viel genauer erfassen – und die tatsächliche Sonnenexposition präziser einschätzen.
Dieses Instrument ist jederzeit online zugänglich und zeigt die aktuelle Situation in Echtzeit sowie Prognosen. Anhand der Messstation, die den betroffenen Baustellen am nächsten liegt, erhalten Unternehmen künftig eine Vorwarnung von einigen Tagen und können so ihre Arbeitsorganisation frühzeitig planen. . Sie können insbesondere früher mit den Arbeiten beginnen oder sich für Regionen oder Gebiete entscheiden, die nicht von der Warnung betroffen sind. Die Daten der Sonden dienen als Referenz für die Festlegung der Bereiche, für die Schutzmassnahmen erforderlich sind.
Kritischer Schwellenwert
Der verwendete Indikator ist der WBGT-Hitzestressindex, welcher das mit der Hitze verbundene Risiko für den menschlichen Körper bewertet. Dieser Indikator berücksichtigt die Lufttemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit, die Strahlung und den Wind – und bildet damit die tatsächlich gefühlten klimatischen Bedingungen genauer ab. Wenn die Vorhersagen darauf hindeuten, dass die kritischen Schwellenwerte für thermische Belastung in einem bestimmten Gebiet überschritten werden (29,4 °C WBGT), wird von körperlich anstrengenden Arbeiten im Freien ohne Möglichkeit, sich im Schatten aufzuhalten, zwischen 14:00 und 17:00 Uhr dringend abgeraten.
Es können Kontrollen vor Ort durchgeführt werden. Werden die Empfehlungen nicht befolgt und die Gesundheit der Arbeitnehmenden gefährdet, können Strafverfahren eingeleitet werden. Werden die Empfehlungen nicht ausreichend befolgt, um den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden zu gewährleisten, kann der Kanton Wallis in den betroffenen Gebieten ein formelles Verbot körperlich intensiver Arbeiten im Freien ohne Beschattungsmöglichkeit zwischen 14.00 und 17.00 Uhr verhängen.
Unverzichtbare Tätigkeiten im Bereich der öffentlichen Sicherheit, in Notfällen oder zum Schutz vor Naturereignissen bleiben davon ausgenommen.
Schwere Arbeiten
Kategorie #4 der Norm ISO 8996 (Sehr hoher Energiestoffwechsel) beschreibt diese Arbeiten als sehr intensive Aktivität in schnellem Tempo nahe am Maximum; Axtarbeit; Schaufeln oder Aushub in intensivem Tempo; Treppen-, Rampen- oder Leitersteigen; schnelles Gehen mit kurzen Schritten; Laufen auf einer ebenen Fläche; Gehen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 7 km/h auf einer ebenen Fläche.
Die folgenden Beispiele dienen lediglich der Veranschaulichung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
- Arbeiten mit der Axt
- Intensives Schaufeln oder Ausheben
- Demontage von Dachstühlen
- Abbruch (Abbrucharbeiten mit dem Abbruchhammer)
- Abbruch (Sägen, Schleifen)
- Tragen und Bewegen schwerer Lasten
- Gehen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 7 km/h auf ebenem Untergrund
- Mähen von Hand
Allgemeine Schutzmassnahmen
Ausserhalb dieses Zeitraums sind die Arbeitgeber weiterhin verpflichtet, alle im Arbeitsgesetz vorgesehenen Präventionsmassnahmen zum Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz umzusetzen, insbesondere die Anpassung der Arbeitszeiten, die Einplanung regelmässiger Pausen, die Bereitstellung von Trinkwasser, schattigen Bereichen und Mitteln zur Minderung der durch Hitze verursachten Belastungen.
Arbeiten bei Sonne und Hitze
Mit steigenden Temperaturen und bei Sonne in den warmen Monaten steigt auch die Belastung für Arbeitnehmende. Die Gefährdung nimmt mit direkter Sonneneinstrahlung, hoher Lufttemperatur, hoher Luftfeuchtigkeit und schwerer körperlicher Arbeit zu.
Der Gesundheitsschutz muss auch bei Arbeitsbedingungen ohne hohe Risiken sichergestellt werden, nur so bleiben Arbeitnehmende auch bei hohen Temperaturen leistungsfähig.
Eine Kombination verschiedener Massnahmen verhindert, dass es zu gesundheitlichen Problemen und körperlichen Hitzeschädigungen (z. B. Hitzschlag) kommt. Für besonders gefährdete Personen (z. B. Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen) muss abgeklärt werden, ob weitergehende Schutzmassnahmen notwendig sind.
Arbeitgebende müssen die notwendigen Massnahmen für ihren Betrieb frühzeitig planen und rechtzeitig umsetzen, um Arbeitnehmende vor den Einwirkungen übermässiger Hitze und direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Zum Schutz vor direkter Sonne müssen Massnahmen von April bis September getroffen werden (Schutz vor natürlicher UV-Strahlung mit erhöhtem Risiko für hellen Hautkrebs).
source : SECO
Massnahmenplan und Massnahmen
Massnahmenplan
Die Hilfsmittel von SECO und Suva unterstützen Arbeitgebende bei der Beurteilung der Sonnen- und Hitzegefährdung sowie bei der Auswahl und Umsetzung der notwendigen Massnahmen. Bei Bedarf sind Spezialistinnen oder Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA-Spezialistinnen/Spezialisten wie Arbeitshygieniker/-innen, Arbeitsmediziner/-innen) beizuziehen.
Bei Arbeitsplätzen im Freien mit schwerer körperlicher Arbeit (z. B. Baustellen, Strassenbau, Gärtnereien) eignet sich die Checkliste der SUVA für Arbeiten bei Sonne und Hitze im Freien am besten. Für reine Büroarbeitsplätze gibt es ein spezifisches Hilfsmittel des SECO. Für alle anderen Arbeitsplätze (z.B. in Innenräumen oder bei körperlich leichter Arbeit draussen) gibt es eine allgemeine Vorlage des SECO, die auf viele verschiedene Tätigkeiten angepasst werden kann.
Massnahmen
Eine Kombination verschiedener Massnahmen verhindert, dass es zu gesundheitlichen Problemen sowie körperlichen Hitzeschädigungen (z. B. Hitzschlag) kommt. Für besonders gefährdete Personen (z. B. Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen) muss abgeklärt werden, ob weitergehende Schutzmassnahmen notwendig sind.
Viele verschiedene Massnahmen können getroffen werden, um die Belastung durch Hitze zu reduzieren (z. B. organisatorische Massnahmen wie die Anpassung der Arbeitszeit oder -organisation, Beschattung, Getränke, Abkühlung). Hitzefrei bei der Arbeit ab einer bestimmten Temperatur ist im Gesetz nicht vorgesehen.
source : arbeitenimsommer.ch
Sehr schweren Arbeiten im Freien (Baustellen)
Hitzewelle
Der Kanton Wallis wird immer regelmässiger mit Hitzewellen konfrontiert. Arbeitnehmer, die im Freien arbeiten, müssen daher durch wirksame Massnahmen geschützt werden, um die Risiken für ihre Gesundheit zu begrenzen. Initiiert vom Departement für Gesundheit, Sozialwesen und Kultur (DGSK) und seiner Dienststelle für Arbeitnehmerschutz und Arbeitsverhältnisse (DAA), in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, wird ein Hitzewellenplan aufgestellt.
Die Gemeinden wurden aufgefordert, die Betriebe nach Möglichkeit früher mit den Arbeiten im Freien beginnen zu lassen (ab 5:00 Uhr im Lager und frühestens ab 5:30 Uhr am Einsatzort), damit die Arbeitnehmer während der heissesten Stunden weniger gefährdet sind.
Darüber hinaus, wurden öffentliche und halböffentliche Auftraggeber aufgefordert, auf die Verhängung von Strafen bei nicht fristgerechter Rückgabe von Arbeiten zu verzichten, wenn Hitzeperioden der Grund dafür sind.
Pilotprojekt
Im Sommer 2024 und 2025 wurde ein Pilotprojekt zur Überwachung von Hitzebelastungen durchgeführt. Freiwillige Mitarbeitende verschiedener Privatunternehmen wurden mit Alarmarmbändern ausgestattet, welche durch die Erfassung der Körperkerntemperatur vor Hitzeschlägen warnen sollen. Die Erfahrungen mit diesem Präventionsinstrument waren sehr positiv. Besonders empfohlen wird der Einsatz bei Personen, die alleine im Freien arbeiten.
