Sicherheit, Institutionen und Sport

Ein ereignisreiches Jahr!

2023 war ein arbeitsintensives Jahr für mein Departement und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie standen stets an vorderster Front und waren sehr stark gefordert.

Auch an Sportveranstaltungen, für die mein Herz schlägt, hat es nicht gefehlt. Wir haben zwei Etappen des Giro und der Tour de Suisse ausgerichtet. Unser Kanton konnte so vor nationalem und internationalem Publikum glänzen. Im jüngst eingeweihten neuen Nordischen Zentrum im Goms sollen bereits nächstes Jahr mehrere Sportveranstaltungen von internationaler Bedeutung ausgetragen werden.

Das sehr emotionale Thema der Wolfsregulation hat einen Grossteil unserer Zeit in Anspruch genommen und heftige Diskussionen ausgelöst. Nun geht es nicht mehr darum, ob wir dafür oder dagegen sind, sondern darum, eine langfristige Vision zu entwickeln. Daher haben wir eine kantonale Strategie festgelegt. Es besteht ein dringender Bedarf, den Druck verringern zu können, um die Sicherheit allgemein zu gewährleisten und die Zahl der Angriffe auf Nutztiere zu senken. So können wir ein gutes Zusammenleben ermöglichen.
Ich freue mich darüber, dass mehrere Gesetze revidiert werden konnten, namentlich das Gesetz über die Reorganisation der Staatsanwaltschaft und das Ausführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über den Zivilschutz. Angesichts der schweren Brände von Vétroz und Bitsch sowie der Unwetter im Dezember stehen der Schutz und die Sicherheit der Walliserinnen und Walliser mehr denn je im Mittelpunkt. Die Umsetzung der Notfalltreffpunkte im gesamten Kantonsgebiet wird es ermöglichen, der Bevölkerung Unterstützung und Informationen zu Verfügung zu stellen.

Dieses turbulente Jahr hat das Engagement und den Professionalismus meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vordergrund gestellt, denen ich an dieser Stelle herzlich danken möchte.

Frédéric Favre
Staatsrat

Juristische Angelegenheiten der Sicherheit und der Justiz

Nach zwei Jahren Vorbereitungsarbeiten im Rahmen ihrer Kantonalisierung sind die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) seit dem 1. Januar 2023 einsatzbereit. 2023 wurden noch zahlreiche ergänzende Schritte und Massnahmen zur Einrichtung der KESB unternommen. 

Der Entwurf des Gesetzes über die Reorganisation der Staatsanwaltschaft wurde vom Staatsrat am 22. März 2023 genehmigt und anschliessend in der Septembersession in einziger Lesung vom Grossen Rat angenommen. Das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2024 vorgesehen. Das Gesetz ermöglicht es, ein eigentliches Generalsekretariat zu schaffen. Dieses umfasst die zentralen Dienste, die für eine effiziente Führung der Staatsanwaltschaft erforderlich sind, die aus einem zentralen Amt und drei regionalen Ämtern besteht. Die neue Organisation sieht darüber hinaus vor, dass das zentrale Amt in Zukunft vom Generalstaatsanwalt-Stellvertreter und nicht mehr vom Generalstaatsanwalt geleitet wird. Die neu geschaffene Funktion des Gerichtsschreibers bietet Staatsanwälten und Substituten juristische Unterstützung. 

Die zweite Lesung des Entwurfs des revidierten Notariatsgesetzes fand in der Junisession des Grossen Rates statt. Das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2024 vorgesehen. Die Herausforderung dieser Gesetzesänderung besteht darin, die gewerbliche Struktur einer Kapitalgesellschaft mit den Grundwerten des lateinischen Notariats, d. h. der Unabhängigkeit und der persönlichen Verantwortlichkeit des Notars als Urkundsperson, in Einklang zu bringen. Notare können sich innerhalb einer Kapitalgesellschaft zusammenschliessen, jedoch kann die persönliche Verantwortlichkeit des Notars nicht auf diese Gesellschaft übertragen werden. Er haftet also persönlich für seine Urkunden. 

Der Gesetzesentwurf wurde vom Staatsrat am 12. Juli 2023 angenommen und in der Novembersession in einziger Lesung vom Grossen Rat verabschiedet. Die Zuständigkeit für den Entscheid über die Fähigkeit des Anwalts, Parteien im Verwaltungsverfahren zu vertreten, wird nun der administrativen Aufsichtsbehörde der Anwälte, d. h. dem für die Sicherheit zuständigen Departement, übertragen.

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Straf- und Massnahmenvollzug

Drei Jahre nach der Grundsteinlegung zogen das Personal und die Insassen der Strafanstalt Crêtelongue am 11. September 2023 in das neue Hauptgebäude ein. Vor der Eröffnung wurde in Partnerschaft mit der Kantonspolizei, dem Feuerwehr- und Rettungszentrum (CSI) und der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) eine Übung durchgeführt, um das reibungslose Funktionieren der Infrastruktur und der zahlreichen neuen Arbeitsprozesse zu gewährleisten. Die Fertigstellung des Nebengebäudes mit 24 Plätzen wurde Ende 2023 abgeschlossen, so dass es ab Januar 2024 belegt werden kann. Somit wird bis Ende 2024, sofern alle Sicherheitsbedingungen erfüllt sind, der grösste Teil der Walliser Insassen, die in anderen Kantonen im geschlossenen Vollzug untergebracht sind, die Belegung von Crêtelongue ergänzen.

In der Strafanstalt Crêtelongue wurde eine Werkstatt zur Herstellung der kantonalen Kontrollschilder eröffnet. Diese bereits in Freiburg und im Tessin erprobte Praxis bietet den Insassen im geschlossenen Vollzug eine Tätigkeit, die Präzision, Ausdauer und Konzentration erfordert. Dies erforderte die Anschaffung spezifischer Maschinen und Rohstoffe, eines Fahrzeugs zur Lieferung der Schilder an die drei Standorte der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt (DSUS) sowie die Schulung des Betreuungspersonals. Die Produktion der ersten 1000 Stück begann im Dezember 2023 und verlief zur Zufriedenheit der beiden betroffenen Dienststellen. Die Werkstatt in Crêtelongue wird eine jährliche Produktion von rund 60'000 Nummernschildern sicherstellen.

Aufgrund der Empfehlungen des 2022 durchgeführten Audits über das Suizidrisiko im Gefängnis nahm das gesamte Personal der Dienststelle für Straf- und Massnahmenvollzug (DSMV) an einem Kurs zum Thema Suizidprävention teil. Die erworbenen Instrumente werden dazu dienen, die Kompetenzen für die tägliche Arbeit zu verbessern.

Inbetriebnahme von zwei neuen Gefängnisgebäuden auf dem Gelände von Crêtelongue in Granges © Fokale.photo-Raphael-Fleury

Zivile Sicherheit und Militär

In enger Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Sozialwesen (DSW) setzte das KFO seinen Einsatz bei der Verwaltung von ukrainischen Flüchtlingen fort. Im Rahmen des Energierisikomanagements arbeitete das KFO an den 50 vom Staatsrat identifizierten und genehmigten Massnahmen. Das KFO koordinierte die durchzuführenden Massnahmen, indem es die Aufgaben an Unterarbeitsgruppen zuwies. Das KFO wurde auch beim Brand von Vétroz und bei Unwettern in unserem Kanton eingesetzt. 

Der ZS wurde bei zahlreichen Grossereignissen eingesetzt, insbesondere bei den Bränden in Vétroz und Bitsch sowie bei den Unwettern im Val d’Illiez. Die Ausbildung der neuen Dienstschutzpflichtigen, die Wiederholungskurse und die Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft verliefen gut. Die Revision des Ausführungsgesetzes des Zivilschutzes wurde am 15. Juni 2023 vom Parlament verabschiedet und trat am
1. Januar 2024 in Kraft.

Im Jahr 2023 führte das KABS 27 Schulungen und 21 Übungen zu Gunsten der Gemeinden und kantonalen Partnern durch. Das Projekt der Notfalltreffpunkte (NTP) wurde abgeschlossen, sodass bis Ende Februar 2024 insgesamt 250 NTP in Betrieb genommen werden können. 15 neue Verhaltensanweisungen für die Bevölkerung wurden herausgegeben. Das KABS unterstützte die Staatskanzlei auch bei der Umsetzung des Aktionsplans innerhalb der Verwaltung. Darüber hinaus wurden kantonale Planungen abgeschlossen, wie die saisonale Überwachung von Hitzewellen und Dürre, die Bewältigung zahlreicher Todesfälle und die Verteilung von Jodtabletten an die Bevölkerung.

Das KAF erlebte ein besonderes Jahr. Von den insgesamt fast 3800 Alarmen prägten zwei den Kanton stark, nämlich die Brände von Vétroz und Bitsch. Diese beiden Ereignisse werden bei der Umsetzung des Feuerwehrkonzepts 2030 zu einer genaueren Risikoanalyse führen. Die Einführung einer neuen Software wird es den Feuerwehren ermöglichen, eine bessere Überwachung zu gewährleisten.

Im Jahr 2023 wurde bei den thermischen Anlagen ein Anstieg der Dossiers mit Nichtkonformitäten (5061) festgestellt.

Das Kreiskommando setzte seine Digitalisierung in Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee fort (digitale Version des Dienstverschiebungsgesuchs, Portal und elektronisches Dienstbüchlein, das die Daten der Angehörigen der Armee vereint, usw.).

Die Sektion Wehrpflichtersatzabgabe hat die neuen gesetzlichen Änderungen für den Zivilschutz in ihr IT-Verwaltungstool integriert.

Der Bereich Aufsicht des Schiesswesens hat alle Daten der Schiessanlagen und Schiessvereine des Kantons zusammengefasst. Dies ermöglichte die Erstellung einer interaktiven Karte für die breite Öffentlichkeit, aber auch eines Führungsinstruments für die Akteure und institutionellen Partner des Schiesswesens.

Das kantonale Logistikzentrum war bei der Ausarbeitung der Betriebsunterlagen für die neue Indoor-Schiesshalle sehr engagiert, insbesondere bei der Begleitung der technischen Aspekte des Bauwerks. Das KLZ erfüllte vollumfänglich die Leistungen, die sich aus den mit dem Bund geschlossenen Verträgen ergeben.

Brand einer Industriehalle in Vétroz © Zivilschutz Wallis

Innere und kommunale Angelegenheiten

Die Nationalratswahl führte erneut zu zahlreichen Kandidaturen. Es wurden 36 Listen hinterlegt, auf denen 213 Kandidatinnen und Kandidaten standen. Der Druck der Wahlzettelhefte und der Versand des gesamten Wahlmaterials an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verlief reibungslos. Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Walliser Gemeinden konnten die Ergebnisse am Sonntagabend, dem 22. Oktober, gegen 20.00 Uhr an die Bundeskanzlei geliefert werden.

Die Ständeratswahl war durch die Einführung des einzigen amtlichen Wahlzettels gekennzeichnet. Die Wählerinnen und Wähler, die sich insbesondere auf die Hinweise in der Broschüre und auf dem Wahlzettel selbst stützten, haben die Besonderheit dieser Neuerung sehr gut verinnerlicht. Tatsächlich lag der Prozentsatz der ungültigen Wahlzettel in beiden Wahlgängen um die 2 %.

Im ersten Halbjahr 2023 wurden die Istzustände der Gemeindefusionen durchgeführt: im Oberwallis in Visp am 28. März 2023 und im Unterwallis in Riddes am 4. April 2023. Diese Treffen dienten dazu, den gewählten Vertreterinnen und Vertretern und dem Verwaltungspersonal der Gemeinden den Bericht "Vision für das Walliser Gemeindegefüge angesichts globaler Herausforderungen" und das den Gemeinden zur Verfügung gestellte Excel-Tool vorzustellen sowie die gesetzlichen Grundlagen und das Fusionsverfahren in Erinnerung zu rufen. Die Gemeinden Visp, Baltschieder und Eggerberg haben an der am 26. November 2023 stattfindenden Abstimmung beschlossen, ihre Zukunft zu vereinen.

Der im Februar 2023 herausgegebene Bericht über die Gemeindefinanzen 2021 schliesst einen fünfzehnjährigen Zyklus der Rechnungslegung nach dem harmonisierten Rechnungslegungsmodell HRM1 und für einige Gemeinden ab 2020 teilweise nach dem HRM2 ab. Wie in der Vergangenheit bestätigt dieses Dokument die sehr gute Finanzlage der Walliser Gemeinden.

Zusätzlich zum Bericht 2021 befasst sich der im November 2023 herausgegebene Bericht 2022, der erste Bericht eines neuen Zyklus über die Gemeindefinanzen, ausschliesslich mit Daten zu HRM2. Die acht neuen Kennzahlen, die von den Walliser Gemeinden verwendet werden, zeigen eine gesunde Situation, trotz einer Verschärfung der Beurteilungskriterien.

Die Steuerbelastung der Gemeinden wurde im Berichtsjahr gesenkt, indem die Einwohnergemeinden die Indexierung um 3 % anpassen konnten, wobei das Maximum bis zu 173 % betragen kann.

Eidgenössische Wahlen

Kantonspolizei

Die im Februar 2021 vom Grossen Rat einstimmig angenommene Personalaufstockung hat es der Kantonspolizei ermöglicht, im Jahr 2023 eine Abteilung für Schnelleinsätze zu schaffen, die Strassenkriminalität bekämpfen und dem Gefühl der Unsicherheit entgegenwirken soll, indem sie den öffentlichen Raum einnimmt. Derzeit sind fünf Polizisten in dieser Abteilung tätig, die bei Vollbesetzung auf 23 steigen wird. Diese neue Abteilung soll auch serielle Phänomene und grenzüberschreitende Kriminalität bekämpfen.

Das Wallis ist nach wie vor einer der sichersten Kantone der Schweiz, was vor allem auf die Strategien und Massnahmen zurückzuführen ist, die eingeführt wurden. Im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung konzentrierten sich die Hauptanstrengungen auf schwere Straftaten sowie darauf, die Entstehung von rechtsfreien Zonen zu verhindern. Zudem will man den Schwerpunkt noch stärker auf die öffentliche Sicherheit legen und besonders schnell auf neue kriminogene Phänomene reagieren. Entsprechend hat sich die Abteilung Cyberkriminalität im Jahr 2023 weiterentwickelt und ist besonders aufmerksam in Bezug auf die Entwicklungen in diesem Bereich.

Im Bereich des Strassenverkehrs wurden präventive Massnahmen priorisiert, wobei repressive Aktionen vorrangig an risikoreichen oder unfallträchtigen Orten durchgeführt wurden. Im Vergleich zum Jahr 2022 ist die Zahl der Verkehrstoten im Wallis jedoch gestiegen, was zeigt, dass der Kampf gegen Raser in Zukunft noch verstärkt werden muss.

Die Bauarbeiten für das Gebäude, das die Einsatzzentralen 117, 118 und 144 in Siders unter einem Dach vereint, wurden 2023 planmässig fortgesetzt. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2025 geplant. Dasselbe gilt für die Indoor-Schiesshalle, die auf dem Kasernengelände in Sitten errichtet wird und deren Fertigstellung für Herbst 2024 geplant ist. 

© Kantonspolizei Wallis

Bevölkerung und Migration

Die kantonale Fachstelle Integration (KFI) hat das kantonale Integrationsprogramm für die Jahre 2024 bis 2027 (KIP3) vorbereitet. Es umfasst sieben Förderbereiche, vom Spracherwerb über die frühe Kindheit bis hin zur Bildung. 

Die KFI initiierte eine Erhebung der Rassismuserfahrung im Wallis. Die Ergebnisse werden 2024 veröffentlicht. Darüber hinaus unterstützte es über 120 Integrationsprojekte.

Nach den Ausweisen B, C, G und L für europäische Personen im Jahr 2021 sind seit Oktober 2023 nun auch die Ausweise N (Asylsuchende) und F (vorläufige Aufnahme) im digitalen Format. Die Erfassung von Foto und Unterschrift erfolgt in den beiden derzeitigen Biometriezentren in Visp und Sitten.

Im Wallis erhielten 804 ausländische Staatsangehörige, im Rahmen eines ordentlichen Einbürgerungsverfahrens, das Schweizer Bürgerrecht. Zusätzlich erhielten 46 Schweizerinnen und Schweizer, aus anderen Kantonen, das Bürgerrecht einer Walliser Gemeinde sowie das Kantonsbürgerrecht.

Der Staatsrat hat, im Hinblick auf die Revision des Gesetzes über das Walliser Bürgerrecht, mehrere Grundsatzentscheidungen getroffen.

Die wichtigsten Herkunftsländer von Personen, die in der Schweiz Asyl beantragten, waren Afghanistan, die Türkei, Eritrea, Algerien und Marokko. 66'127 Personen aus der Ukraine hatten vorläufigen Schutz in der Schweiz, davon hielten sich rund 2500 im Wallis auf. 

Es wurden mehr als 62’000 Anträge auf Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen gestellt. Seit September werden alle eingehenden Dossiers digitalisiert und mit Hilfe einer neuen Software bearbeitet. 2023 wurde das Ende der Dossiers in Papierform eingeläutet. 

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Geomatik

Im Jahr 2023 wurden drei Lose zur Erneuerung der amtlichen Vermessung abgeschlossen und von der Eidgenössischen Vermessungsdirektion (V+D) genehmigt: die Lose von Ayent, Vérossaz und Naters. Die Daten der drei Lose konnten in die kantonale Datenbank der amtlichen Vermessung integriert werden. Insgesamt wurden 50 Erneuerungslose fertiggestellt. Einzig das Los von Sitten muss noch fertiggestellt werden.

Die restlichen 18 Vermessungslose im Alpgebiet wurden 2023 vergeben. Sieben Lose konnten fertiggestellt werden: St-Gingolph, Liddes, Isérables, Grône, Lax, Saas-Grund und Eischoll. 61 Vermessungslose im Alpgebiet sind noch in Arbeit.

Zusammenfassend ist die amtliche Vermessung von 53.8 % der Kantonsfläche gemäss dem Qualitätsstandard AV93 in digitaler Form verfügbar. 95 % der Grenz- oder Kulturartmutationen können für diese Gebiete durchgeführt werden. Die restliche Fläche stellt hauptsächlich alpines Gebiet dar, d.h. landwirtschaftliche Flächen, Wald und nicht kultivierbare Gebiete.

Die Dienststelle für Geoinformation ist mit der Koordination für die Führung des Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregisters (GWR) beauftragt. Die Arbeit, die Gebäudedaten dieses Registers mit den Daten der amtlichen Vermessung abzugleichen und mit zusätzlichen Informationen anzureichern, wurde fortgesetzt. Diese Arbeit konnte für 39 Gemeinden abgeschlossen werden.

Das CC GEO arbeitet als Garant der Geodaten des kantonalen Geo-Informationssystems mit rund 20 kantonalen Dienststellen zusammen. Es wurde ein Bericht erarbeitet, der die kantonale Geoinformationsstrategie für die nächsten Jahre präzisiert.

Die technische Architektur des Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) wurde angepasst. Die Komponenten der alten Architektur, die ausserhalb der Kantonsverwaltung gehostet waren, wurden in die technische Infrastruktur der Kantonsverwaltung integriert. Die Einschränkungen im Zusammenhang mit Waldreservaten, Gewässerräumen und den Planungszonen wurden in den ÖREB-Kataster integriert.

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Strassenverkehr und Schifffahrt

Die Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt (DSUS) arbeitet mit dem Qualitätsmanagementsystem nach der Norm ISO 9001:2015. Alle drei Jahre wird dieses System von einem externen Experten im Rahmen eines Rezertifizierungsaudits eingehend geprüft. Im Jahr 2023 hat die Dienststelle dieses Audit erfolgreich bestanden. Sie ist daher berechtigt, das Qualitätsmanagementsiegel ISO 9001:2015 für weitere drei Jahre zu tragen.

Das Betriebssystem Cari wurde vor fast zwanzig Jahren entwickelt und wird nun sukzessive erneuert. Im Jahr 2023 wurde erfolgreich eine neue Nutzungsfläche eingeführt. Weitere Module werden in den nächsten Jahren folgen, mit Innovationen im Bereich der Digitalisierung.

Die Zunahme des Fahrzeugbestands für 2023 beträgt 1.4 % und liegt damit über dem Schweizer Durchschnitt von 1.1 %. Mit einer Zunahme von rund 4800 Fahrzeugen zwischen 2022 und 2023 beläuft sich der Fahrzeugbestand des Kantons per Ende September 2023 auf 352'857 Fahrzeuge.

Die Zufriedenheit der Kunden mit den Leistungen der DSUS steht im Zentrum ihrer Tätigkeiten. Das Unternehmen M.I.S-Trend hat eine Umfrage über eine Online-Anwendung durchgeführt. Mehr als 400 Kunden beantworteten den Fragebogen. Daraus ergab sich eine vollständige oder gute Zufriedenheitsrate von 92 %, ein bisher unerreichter Wert.  

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Grundbuchwesen

Im Jahr 2023 blieb der Immobilienmarkt für das dritte Jahr in Folge aussergewöhnlich aktiv. Dies wirkte sich auf die Dienststelle für Grundbuchwesen (DGB) mit einem anhaltend hohen Volumen an abgewickelten Geschäften aus. Alle Einheiten sind vom entsprechend hohen Arbeitsrhythmus betroffen.

Um wichtige Entwicklungen sichtbar zu machen, die in den letzten Jahren im Hinblick auf die Informatisierung und Modernisierung des Grundbuchs vorgenommen wurden, nahm die DGB in Zusammenarbeit mit den Staatsarchiven Wallis an den Tagen des Denkmals 2023 teil. Diese Veranstaltung bot die Gelegenheit, die Entwicklungen in den Dossierarchivierungsprozessen der DGB zu veranschaulichen.

Was das Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG) anbetrifft, kam im Jahr 2023 auch die Folge des Dossiers der illegalen Bauten in der Gemeinde Val de Bagnes zum Abschluss. In diesem Zusammenhang wurden die Bearbeitungsprozesse verbessert und die Kontrollen für alle bewilligungspflichtigen Fälle auf dem Kantonsgebiet intensiviert.

Das Programm eGB Wallis bezweckt den permanenten Zugang zu vollständigen, kohärenten und zuverlässigen Daten gemäss den in den gesetzlichen Grundlagen festgelegten Berechtigungen. Zu diesem Zweck wurde die Einführung und Informatisierung der Registerdaten in mehreren Gemeinden fortgesetzt. Die Daten für die Gemeinden Fully, Champéry, Val de Bagnes, Sitten (Sektor Les Agettes), Arbaz, Savièse und Riederalp sind nun im eidgenössischen Grundbuch integriert.

Baudossiers der Gemeinde Val de Bagnes © Yvain Genevay

Sport

Das kantonale Sportamt (KSA) entwickelte 2023 folgende Projekte :

  • Die personalisierte Unterstützung von Coaches vor dem Hintergrund der Einführung der neuen nationalen J+S-Datenbank (NDS),
  • die Überwachung der Renovierung und der Wiederaufnahme des Betriebs des kantonalen Sportzentrums in Ovronnaz (CSCO),
  • die Organisation aller J+S-Kurse Wallis 2023 ausserhalb des Zentrums CSCO
  • die vollständige Überarbeitung des Reglements über den Sportfonds, 
  • die Ausarbeitung des Sportanlagenkonzepts für Sportinfrastrukturen von kantonaler Bedeutung (NASAK WALLIS) und des entsprechenden Reglements,
  • die Einrichtung der 2. Sportwoche vom 19. bis 27. Mai 2023, einschliesslich Family Games, Sportverdienste und Konferenzen, 
  • zwei sechstägiger inklusiver Mehrstufenlager in Port-Valais und Tenero,
  • zwei Ausbildungen für Erzieherinnen und Erzieher in UAPE, 
  • Ausbildung von Hilfslehrern von 14–18 Jahren.

Der Hotelbereich des CSCO wurde renoviert und bietet nun Platz für 95 Personen. Das Zentrum wurde am 16. Dezember 2023 wiedereröffnet.

Die Sportverdienste 2022–23 wurden am 24. Mai im Baladin de Savièse verliehen. 

Palmarès

  • Sportler des Jahres: Loïc Meillard (Ski Alpin),
  • Team des Jahres: U20 Top Valais Wallis Future (Eishockey), 
  • Sportliche Führungskraft des Jahres: Julien Vuignier (Ski Alpin), 
  • Hoffnungsträger des Jahres: Valentin Imsand (Leichtathletik: Stabhochsprung),
  • Nachwuchsteam des Jahres: Team Evéquoz-Gabet (Eistanz),  
  • Behindertensport-Auszeichnung des Jahres: Walliser Delegation an den World Winter Games in Kazan, 
  • Sportlicher Wert: Eliane Giovanola (Gymnastik) und Jean Bonvin (Leichtathletik) für seine Arbeit mit dem Leichtathletiknachwuchs. 

Die Statistik J+S Wallis 2023 zählt 259 J+S-Expertinnen und Experten / 584 Coaches / 7294 Leiterinnen und Leiter / 41‘905 Kinder oder Jugendliche / 3825 J+S-Kurse und -Lager / 841 Angebote / 4’158'246 Franken, die vom Bundesamt für Sport an die Walliser Sportwelt ausbezahlt werden.

Man zählt auch 42 Sportverbände, 13 Gruppierungen mit sportlichem Charakter, 916 Vereine, 115'858 namentlich eingetragene Mitglieder (davon 42'836 Jugendliche zwischen 5 und 20 Jahren) und einen Betrag von fast 5.9 Millionen Franken, der vom Sportfonds, dank der Loterie Romande, an die Walliser Sportwelt verteilt wurde.

Weltspiele der Special Olympics - Empfang zu Ehren der Walliser Medaillenempfänger © Isabelle Favre

Jagd, Fischerei und Wildtiere

Der Abschussplan für das Rotwild wurde in allen Rotwildregionen des Kantons erfüllt: 1562 Tiere wurden im Jahr 2023 erlegt, davon 1414 während der Hochjagd (72 in den Eidgenössischen Jagdbanngebieten (EBG)). Hinzu kamen 149 Tiere bei Zusatzabschüssen (33 in den EBG), gegenüber 1330 im Jahr 2021 und 1756 im Jahr 2022. Die Regulierung des Rotwildbestandes ist notwendig, um die Schutzfunktion der Wälder zu gewährleisten und das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Wildtierarten zu erhalten. Andererseits wurden 1962 Gämsen (2423 im Jahr 2022) und 1230 Rehe (1519 im Jahr 2022) entnommen. Der allgemeine Rückgang der Abschüsse erklärt sich hauptsächlich durch die auf kantonaler Ebene zugunsten von Jungtieren und in den Untereinheiten der Regionen getroffenen Massnahmen zur Beschränkung der Jagd. Die Arbeitsgruppe wird ihre Arbeit fortsetzen, um ein ausreichendes Gamswildkapital zu erhalten.

Im Jahr 2023 wurden 71 Wölfe (51 im Jahr 2022) durch DNA-Analysen formell identifiziert (34 weibliche Individuen, 36 männliche Individuen und 1 unbestimmtes Individuum). Dreizehn Rudel (vier grenzüberschreitende), darunter zehn mit Reproduktion, wurden von der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) bestätigt. Im gesamten Jahr wurden im Kanton 401 Nutztiere getötet. Damit waren die Voraussetzungen für die Erteilung von vier Abschussbewilligungen für Einzelabschüsse und einer Bewilligung für die reaktive Rudelregulation erfüllt. Zudem wurde dem Kanton Wallis die Bewilligung zur proaktiven Regulation von sieben Wolfsrudeln erteilt, nachdem die neuen Bundesbestimmungen am 1. Dezember 2023 in Kraft getreten waren. Es wurde eine Beschwerde eingereicht, welche die Bewilligungen für den Abschuss von drei der sieben Rudel ausgesetzt hat. Die bisher vergüteten Schäden belaufen sich auf über 210'000 Franken (182'000 Franken im Jahr 2022). Mehr als 14'500 Arbeitsstunden wurden für das Wolfsmanagement aufgewendet (11'400 Stunden im Jahr 2022).

Die Anzahl der 2023 ausgestellten Jahrespatente für die Fischerei in der Rhone, in Flüssen, Teichen und Bergseen sowie in Kanälen ist gestiegen (2795 im Jahr 2023 gegenüber 2661 im Jahr 2022). Die Zahl der Tages- und Zweitagespatente ist stabil (3916 im Jahr 2023 gegenüber 3975 im Jahr 2022), bleibt aber seit vier Jahren auf einem hohen Niveau (Durchschnitt 2020-2023: 4476; Durchschnitt 2017-2019: 3422). Seit 2020 wurden 102 Pachtverträge für das Fischereirecht in kantonalen Gewässern abgeschlossen. Das Vergabeverfahren ist abgeschlossen. Aufgrund von Fällen mit Perfluoralkyl-Verschmutzungen (PFAS) musste die Fischerei in zwei Teichen im Chablais und im Stockalperkanal geschlossen werden. Weitere Untersuchungen sind im Gange und die ersten Massnahmen für Filtersperren werden 2024 in Betrieb genommen.

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