Roblox: Eine digitale Welt für Schüler 2026
In diesem Artikel betrachten wir sowohl die Chancen als auch die vielen Risiken von Roblox für junge Nutzerinnen und Nutzer.
Roblox beruht auf einer originellen Idee: Kinder und Jugendliche können mit einer einfachen Programmiersprache und technischen Werkzeugen eigene Spiele entwickeln und deren Ablauf gestalten. Gleichzeitig aber wirft die Plattform wichtige Fragen der digitalen Prävention auf, über die Erwachsene mit Kindern sprechen sollten, um sie in ihren Online-Erfahrungen gut zu begleiten.
Roblox ist zudem eine interaktive Plattform, auf der Nutzerinnen und Nutzer während des Spielens per Textnachricht oder Sprachchat miteinander kommunizieren können.
Empfohlenes Nutzungsalter
Die Plattform empfiehlt kein bestimmtes Nutzungsalter und überträgt die Verantwortung an die Eltern. Anders als bei vielen sozialen Netzwerken gibt es also keine klare Altersempfehlung. In den Nutzungsbedingungen wird festgehalten, dass bei minderjährigen Nutzerinnen und Nutzern die Eltern die Geschäftsbedingungen akzeptieren müssen und für deren Verhalten sowie für die Inhalte, die sie veröffentlichen oder erhalten, verantwortlich sind.
Die Praxis zeigt, dass auch Kinder unter 10 Jahren Roblox nutzen. Da es sich um eine Plattform zur Erstellung eigener Spiele handelt und die von Nutzerinnen und Nutzern erzeugten Inhalte stark variieren, fällt Roblox nicht eindeutig unter die gängigen PEGI-Alterskennzeichnungen.
Konkret zeigt die aktuelle Altersverteilung (2025–2026), dass sich die Roblox-Nutzerschaft ungefähr wie folgt verteilt:
Mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer ist minderjährig.
Problematische Inhalte
1. Mikrotransaktionen
Der Zugang zu Roblox ist zwar kostenlos, dennoch können verschiedene Zusatzinhalte gekauft werden. Dazu gehören Werkzeuge, die die Erstellung von Spielen erleichtern, Hilfen, um schneller im Spiel voranzukommen, oder rein kosmetische Inhalte, also Elemente ohne spielerische Vorteile, etwa spezielle Kleidungsstücke, bestimmte Looks oder Objekte, mit denen man auffallen oder zu einer Gruppe gehören kann. Solche Inhalte erhält man entweder als Belohnung oder man erwirbt sie gegen Bezahlung. Für die Käufe wird reales Geld in die virtuelle Währung von Roblox umgewandelt: die Robux.
Es handelt sich dabei meistens um Mikrotransaktionen im Bereich weniger Franken bzw. Euro. Wie problematisch die gekauften oder gesammelten Gegenstände sind, hängt stark vom jeweiligen Spiel ab.
2. Problematische Inhalte
Da die Inhalte dieser digitalen Welt von den Nutzerinnen und Nutzern selbst erstellt werden, besteht eine grosse Gefahr für problematische Entwicklungen. Die Moderation ist nur eingeschränkt vorhanden und stützt sich vor allem auf Meldungen durch die Community.
Auf der Plattform finden sich Darstellungen mit politischem, sexualisiertem oder extremistischem Inhalt. Es gibt zudem Spiele, die Terrorismus verherrlichen. Da das Netzwerk auch sehr junge Kinder erreicht, bietet es ein Umfeld, in dem unter anderem der sogenannte Islamische Staat gezielt Propaganda und missionarische Inhalte verbreiten kann.
Gewalt wird dort häufig verharmlost und manche Spiele oder Inhalte fördern gefährliche Verhaltensweisen wie Selbstverletzung – selbst dann, wenn Sicherheits- und Schutzfunktionen aktiviert sind.
3. Direkte Kommunikation zwischen Spielenden
Da auf Roblox direkt gechattet werden kann und das tatsächliche Alter der Spielenden nicht zuverlässig überprüft wird, können Erwachsene ohne grosse Hürden mit minderjährigen Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten.
Sexuelle Belästigungen, die Konfrontation mit gewaltvollen Inhalten sowie verletzende oder belastende Äusserungen können so Teil der Spielerfahrung von Kindern werden.
Gründe für den Erfolg bei Jugendlichen
Man muss klar zwischen den Spielenden und den Inhaltserstellenden unterscheiden. Mit einer relativ einfachen Programmiersprache sind bereits Jugendliche ab etwa 16 Jahren in der Lage, eigene Spiele zu programmieren und die virtuelle Welt mit neuen Inhalten weiterzuentwickeln – oft ohne angemessene Gegenleistung. In diesem Zusammenhang steht Roblox zunehmend in der Kritik, weil junge Menschen faktisch kostenlos für die Plattform arbeiten, was in einigen Ländern bereits für Aufmerksamkeit und Diskussionen gesorgt hat. Das typische Profil der Spielenden ist hingegen deutlich jünger, mit vielen Spielen, in denen Figuren auftreten, die eher an Puppen oder Zeichentrickcharaktere erinnern.
Wie in anderen virtuellen Welten werden auch auf Roblox Veranstaltungen organisiert, an denen viele Nutzende gleichzeitig teilnehmen. So fanden etwa virtuelle Konzerte der Künstler Lil Nas X oder Zara Larsson auf der Plattform statt. Gleichzeitig ist Roblox ein attraktiver Ort für Werbung und Produktplatzierungen, die sich gezielt an ein junges Publikum richten. Die Plattform ermöglicht es somit, eine klar umrissene junge Zielgruppe sowohl wirtschaftlich als auch kulturell anzusprechen.
Wie bei vielen Apps und sozialen Netzwerken wird auch auf Roblox ein Traum verkauft. Besonders erfolgreiche Spiele – also die meistgespielten oder beliebtesten – können von der Plattform oder von Werbepartnern vergütet werden, sodass die Entwicklerinnen und Entwickler Geld verdienen können. Das weckt bei jungen Menschen die Hoffnung, im Internet ähnlich Geld zu verdienen wie Influencerinnen, Influencer oder YouTuber. Die Realität sieht jedoch anders aus: Hinter den wirklich grossen Erfolgen stehen in der Regel professionelle Kommunikationsfachleute und spezialisierte Entwicklerteams.
Dieses Versprechen von Erfolg kann junge Menschen unter Druck setzen. Sie investieren viel Zeit in die Plattform, in der Hoffnung auf Anerkennung oder einen finanziellen Gewinn – der in der Praxis nur sehr selten erreicht wird.
Was man sich von Roblox merken sollte
Die folgende Liste fasst die wichtigsten Risiken von Roblox für Kinder und Jugendliche kurz zusammen. Sie zeigt, wie wichtig es ist, dass Eltern die Aktivitäten ihrer Kinder auf der Plattform aufmerksam begleiten – zumal Roblox in seinen Nutzungsbedingungen ausdrücklich auf ihre Verantwortung verweist. Ebenso wird deutlich, wie wichtig es im Unterricht ist, solche Trends aufzugreifen und zu verstehen, wie sich extremistische Ideologien auch in digitalen Räumen, die Erwachsenen oft verborgen bleiben, verbreiten können. Dazu gehört unter anderem, historische Zusammenhänge zu thematisieren sowie Bildung zu staatsbürgerlicher Haltung und kritischem Denken, wie sie in den Lehrplänen beschrieben ist. Schliesslich bleibt zentral, Kinder immer wieder daran zu erinnern, sich bei Problemen an eine erwachsene Vertrauensperson zu wenden, da Roblox – wie jede Online‑Plattform – bestehende Schwierigkeiten zusätzlich verstärken kann.
- Unter den Nutzenden sind sehr viele Kinder: 2024 waren rund 42% jünger als 13 Jahre, und Roblox kennt keine feste Altersgrenze.
- Spiele auf Roblox sind oft nur kurz im Trend und werden schnell durch neue Titel ersetzt – im Gespräch ist daher meist ein konkretes Spiel, nicht „Roblox“ als Ganzes.
- Da Nutzerinnen und Nutzer Inhalte selbst erstellen, können Kinder auf schockierende, gewaltvolle oder illegale Inhalte stossen, auch wenn es grundsätzlich eine Inhaltsmoderation gibt.
- Auf der Plattform kann man ohne Altersbeschränkung mit Menschen aus aller Welt kommunizieren, was Cybermobbing, sexualisierte Belästigungen und Beleidigungen ermöglichen kann.
- Grosse Events und Treffen bringen viele Personen zusammen und können zur Verbreitung ganz unterschiedlicher Ideologien beitragen – von kulturellen Angeboten (Filme, Musik) bis hin zu problematischen Inhalten wie politischer Propaganda, Verschwörungstheorien, religiösem Extremismus oder der Verherrlichung von Terrorismus.
- Nutzerinnen und Nutzer können mit einer leicht zugänglichen Programmiersprache eigene Spiele entwickeln und so – unter Begleitung Erwachsener – technische Kompetenzen aufbauen.
- Obwohl der Zugang grundsätzlich kostenlos ist, müssen bestimmte Inhalte mit einer virtuellen Währung bezahlt werden, die zuvor mit echtem Geld gekauft wird.
- Alterskontrollen und Jugendschutzeinstellungen bieten keinen lückenlosen Schutz.
- Die wirksamste Prävention bleibt ein regelmässiger Dialog zwischen Kindern, Eltern und Lehrpersonen.
Weiterführende Links
- Roblox
- Nutzungsalter von Roblox
- srf.ch: Roblox unter Druck wegen mangelndem Kinderschutz
- saferinternet.de: Was Eltern über Roblox wissen müssen
- klicksafe.de: Ist Roblox sicher für Kinder?
- blick.ch: So rekrutiert der IS in unseren Kinderzimmern
05.02.2026 - Eric Fauchère - Office de l'Éducation numérique
