Kantonale Strategie zur digitalen Bildung

 

Die digitale Bildung, Stütze der digitalisierung des Kantons Wallis

 

Digitale Kompetenzen sind für den Erfolg in der heutigen Gesellschaft unerlässlich geworden. Sei es, um Informationen zu finden, zu kommunizieren, Geschäfte abzuwickeln oder gar eine Arbeit zu finden – ein solides Verständnis der digitalen Herausforderungen und Anwendungen ist grundlegend.

In einer zunehmend vernetzten Welt, in der die Technologie einen bedeutenden Teil des Alltags gestaltet, muss die Schule die digitale Bildung in ihren Lehrplan aufnehmen.

Die digitale Bildung ist ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das Leben, die Arbeit und den Erfolg in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Sie vermittelt ihnen die nötigen Fähigkeiten, um die Möglichkeiten der Technologie zu nutzen und bildet dabei ihr Bewusstsein für die ethischen und sozialen Herausforderungen im Zusammenhang mit dieser Entwicklung.

Die Schule nimmt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der digitalen Bildung und der Vorbereitung der künftigen Generationen auf eine sich ständig verändernde digitale Zukunft ein. Sie ist der Schlüssel zur Bildung informierter, kreativer und kritischer Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, sich den Herausforderungen einer sich digitalisierenden Welt zu stellen.

In dieser Strategie wird eine kohärente Einführung der digitalen Bildung über die gesamte schulische Laufbahn hinweg vorgeschlagen. Sie ist für den Zeitraum 2024–2028 auf 6,7 Millionen Franken veranschlagt und zielt darauf ab, Mittel bereitzustellen und deren korrekte Nutzung zu gewährleisten, damit die Schule die jungen Generationen im Hinblick auf ihre Rolle als digitale Bürgerinnen und Bürger in einer zunehmend digitalisierten Welt ausbilden können.

Christophe Darbellay
Staatsrat
Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Bildung

 

« Die Walliser Strategie zur digitalen Bildung zeigt eine starke Ambition, die sich in die Aktionspläne der EDK und der CIIP integriert. Sie stützt sich auf die bis anhin an unseren Schulen unternommenen Schritte im Bereich der digitalen Bildung und stärkt Schlüsselbereiche wie Weiterbildung und Begleitung von Lehrpersonen, angemessene Infrastruktur und Bereitstellung von relevanten Lehrmitteln. Diese Strategie will die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, der Lernenden und Studierenden fördern, damit sie sich in der Welt von heute und morgen weiterentwickeln können und dabei kritisch genug sind, um Risiken und Chancen abzuwägen. »

Jean-Philippe Lonfat
Chef der Dienststelle für Unterrichtswesen

 

« Diese Vision der Digitalität, die in Bezug zur aktuellen Realität steht, bietet unserer Jugend unermessliche Chancen. Durch die Förderung der entscheidenden digitalen Kompetenzen bereitet diese Strategie sie auf die Zukunft vor, stärkt unsere Wirtschaft und positioniert den Kanton Wallis als Leader. Die heutige Investition in die digitale Bildung schmiedet ein starkes und unerlässliches Fundament für eine proaktive Gesellschaft, die bereit ist, sich künftigen Herausforderungen zu stellen. Ein entscheidender Schritt, eine notwendige Investition, um unserer Jugend eine vielversprechende Zukunft zu sichern. »

Tanja Fux
Chefin der Dienststelle für Berufsbildung

«Die kantonale Strategie zur digitalen Bildung legt den Grundstein für eine in der heutigen digitalen Realität verankerte Schule. Diese hilft den Schülerinnen und Schülern dabei, die Auswirkungen der Digitalisierung in unserer Welt zu verstehen, insbesondere in Bezug auf die Schaffung von Unterlagen und die Vermittlung neuen Wissens, indem ihre technischen und reflexiven Kompetenzen entwickelt werden. Sie stattet sie dadurch mit einer digitalen Kultur aus. Die daraus resultierenden Kompetenzen und Verhaltensweisen sind ein wesentlicher Bestandteil der schulischen Laufbahn der Schülerinnen und Schüler, aber auch ein Schlüsselelement für ihre Eingliederung in die Gesellschaft und die Berufswelt. Im Dienste einer digitalen Bürgerschaft trägt die digitale Bildung zur staatsbürgerlichen Bildung bei. Durch die Koordination der Ausbildungen, der Bereitstellung digitaler Ressourcen und die Begleitung der Schulen leistet das Amt für digitale Bildung einen aktiven Beitrag zu dieser Transformation und sorgt dafür, dass sie allen Menschen im ganzen Kanton zugutekommt.»

Mathieu Moser
Chef des Amts für digitale Bildung

 

«Unser Kanton muss in der Lage sein, den digitalen Wandel zu gestalten und zu meistern, indem er alle Schülerinnen und Schüler, Lernenden und Studierenden zu aufgeklärten digitalen Bürgerinnen und Bürgern ausbildet. Die PH VS will eine zentrale Rolle spielen, indem sie die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen übernimmt, innovative Lernformen erforscht und Forschung betreibt, um die Digitalisierung der akademischen wie auch der schulischen Bildung zu verstehen und zu begleiten.»

Fabio Di Giacomo
Direktor der PH-VS

 

Was ist digitale Bildung?

 

Digitale Bildung ist sowohl fachspezifischer als auch fächerübergreifender Unterricht, der sich mit der Nutzung digitaler Werkzeuge, der Informatik und einer digitalen «Kultur» befasst.

Die Lehrpläne für die digitale Bildung wurden von Lehrpersonen und Experten ausgearbeitet. Ein Grossteil des Unterrichts in digitaler Bildung findet offline im Rahmen des regulären Unterrichts statt. Bei der Nutzung von Bildschirmen in der Schule werden die von der Gesundheitsförderung Wallis aufgestellten Weisungen zu Gesundheit und Prävention von Risiken im Zusammenhang mit der Bildschirmnutzung eingehalten.

Die digitale Bildung beruht auf drei Schwerpunkten: Medienbildung, Einführung in die Informatik und angemessene Anwendung der Tools, darunter der künstlichen Intelligenz.

Diese drei Themen werden sowohl fachspezifisch als auch fächerübergreifend behandelt

 

Lehrplan für die obligatorische Schulzeit

 

Im Unterwallis wird die digitale Bildung nach dem Lehrplan «PER numérique» umgesetzt, während sie sich im Oberwallis auf den Lehrplan 21 stützt.

Der «PER numérique» umfasst drei Schwerpunkte:

  1. Schwerpunkt

    Medien: Unterricht zu Medien wie Zeitungen, Fernsehen, aber auch allen anderen Kommunikationsmedien.
     
  2. Schwerpunkt

    Informatik: Verständnis der Funktionsweise von Tools und Programmierung.
     
  3. Schwerpunkt

    Anwendung: Erlernen der Nutzung digitaler Standardwerkzeuge (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Werkzeuge zur Informationssuche, Erstellung von Projekten usw.).
     

Lehrplan für die Sekundarstufe II

 

Für die Kollegien konzentriert sich der von der EDK erlassene Rahmenlehrplan (RLP) auf den Umgang mit digitalen Tools, die Integration einer digitalen Perspektive in die Bildungsinhalte, die Übermittlung von Konzepten und die Entwicklung von transversalen Kompetenzen in allen Unterrichtsfächern.

Der RLP verdeutlicht die zentrale Rolle des Unterrichts im Kernfach Informatik. Sie soll allen Studierenden grundlegende Kompetenzen vermitteln, dank denen sie sich in einer digitalen Welt zurechtzufinden (Algorithmen und Programmierung, Daten und Informationen, Systeme und Netzwerke). Dabei geht es darum, ihre Funktionsweise zu verstehen, ihre Auswirkungen einzuschätzen und an technischen und sozialen Entwicklungen teilzunehmen. Vor diesem Hintergrund wurde Informatik als Pflichtfach eingeführt und wird seit Beginn des Schuljahres 2020–2021 an den Walliser Kollegien unterrichtet.

Für die berufsbildende Sekundarstufe II bilden die eidgenössischen Verordnungen über die berufliche Grundbildung für jeden Beruf den Rahmen für den Lehrplan. Ziel ist es, den Lernenden die digitalen Kompetenzen zu vermitteln, die sie für die Arbeitswelt und ihre sich ständigändernden Anforderungen benötigen. Je nach Ausbildung kann es sich um ein eigenes Fach, um Ergänzungsfächer oder Instrumente handeln, die fächerübergreifend in den Unterricht integriert werden.

Welche Ziele verfolgt die digitale Bildung?

 

Die digitale Bildung strebt die Entwicklung einer digitalen Kultur und eines digitalen Verantwortungsbewusstseins an und soll ermöglichen, die Her ausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern und das nötige Know-how zu erlangen. Ihre Ziele, die vom deutsch- und französischsprachigen Wallis gemeinsam verfolgt werden, sind unter anderem:

 

Welche Lehrmittel gibt es?

 

Das für das Unterwallis (1H-8H) gewählte Dé>codage enthält Vorschläge für Aktivitäten mit oder ohne Computer. Dieses Lehrmittel wird allen kostenlos zur Verfügung gestellt. Es wurde im Kanton Waadt mit Unterstützung der EPFL, der HEP-VD und der UNIL entwickelt.

In den Orientierungsschulen werden die Jugendlichen Connected verwenden. Dieses Lehrmittel ist mit einer kostenpflichtigen Lizenz versehen. Es wurde von der PH FHNW und der PH Luzern entwickelt.

Im Oberwallis wird Connected seit drei Jahren ab der 7H genutzt.

Im Oberwallis wird Connected seit drei Jahren ab der 7H genutzt. In den Schulen der allgemeinbildenden Sekundarstufe II gibt es fachspezifische Lehrmittel für das Fach Informatik. Es werden weitere Lehrmittel vorgeschlagen, um die Integration der digitalen Bildung in andere Fächer zu fördern.

In den Schulen der berufsbildenden Sekundarstufe II werden grundsätzlich die berufsspezifischen Lehrmittel verwendet, die von den Organisationen der Arbeitswelt festgelegt wurden.

Wie wird die digitale Bildung umgesetzt?

 

Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat der Kanton Wallis eine Umsetzungsstrategie erarbeitet. Sie wurde von einem Redaktionsausschuss entwickelt, der sich aus Vertretern der Dienststelle für Unterrichtswesen, der Dienststelle für Berufsbildung, der Pädagogischen Hochschule und des Kompetenzzentrums ICT-VS zusammensetzte.

Die Strategie legt einen pragmatischen und einheitlichen Rahmen fest und führt die digitale Bildung schrittweise in den Unterricht ein, wobei sie didaktische, materielle, finanzielle und organisatorische Aspekte umfasst. Ziel dieser Strategie ist es, alle Lehrpersonen des Kantons in digitaler Bildung auszubilden, alle Schulen gleichermassen und unter Einhaltung der festgelegten Standards auszustatten und alle Sicherheits- und Datenschutzanforderungen zu erfüllen.

Die digitale Bildung taucht nicht in einem pädagogischen Umfeld auf, in dem es bisher keinerlei digitale Bildung gab: Die Walliser Schülerinnen und Schüler werden seit mehreren Jahren über die unter der Bezeichnung «MITIC» (PER 2010) erwarteten und entwickelten Lerninhalte sowie, für die Lernenden, über die berufsspezifischen Anforderungen an diese herangeführt. Diese Einführung hat im Oberwallis seit der Umsetzung des Lehrplans 21 stattgefunden. Die Schulen verwalten bereits IT-Parks und die Lehrpersonen haben diese Tools in ihre Klassen integriert. Die digitale Bildung erreicht heute jedoch eine Stufe, die zusätzliche Mittel erfordert

 

Ein Amt für digitale Bildung

 

Im Januar 2025 wurde ein Amt für digitale Bildung (ADB) eingerichtet. Das ADB ist in Zusammenarbeit mit der PH-VS und den fachlichen Partnern für die Verwaltung der pädagogischen und technischen Ressourcen für die digitale Bildung an allen Walliser Schulen von der obligatorischen Schulzeit bis zur allgemeinbildenden und berufsbildenden Sekundarstufe II zuständig. In diesem Zusammenhang ist das Amt für die Analyse und Erwägung von Werkzeugen, Ansätzen und Methoden in Bezug auf die digitale Bildung zuständig.

Das Amt unterstützt Schuldirektionen und Lehrpersonen, fördert einen verantwortungsvollen und ethischen Umgang mit digitalen Technologien, unterstützt die gemeinsame Nutzung von pädagogischen Ressourcen unter den Schulen und fördert einen fairen Zugang zur digitalen Welt für alle. Es sorgt dafür, dass die Umsetzung dieser Vorhaben überwacht und kontrolliert wird.

Der Staatsrat hat Mathieu Moser zum Chef des Amts für digitale Bildung ernannt. Er hat seine Arbeit am 1. Juni 2025 aufgenommen und ist für die Steuerung der Aktivitäten des Amts und die Überwachung der Umsetzung der strategischen Ausrichtungen zuständig.

Darüber hinaus werden in Kürze Koordinator/-innen für digitale Bildung, die beim ADB angestellt sind, eingesetzt, um die Schuldirektionen bei der Festlegung ihrer digitalen Vision und der Ausarbeitung ihres lokalen Umsetzungsplans zu unterstützen.

 

Schulung der Lehrpersonen

 

Da die digitale Bildung zu den fächerübergreifenden Kompetenzen gehört, die in den Walliser Schulen vermittelt werden, müssen sich alle Lehrpersonen darin ausbilden lassen.

Die PH-VS hat in enger Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Unterrichtswesen sogenannte Lehrerbildner (F2) geschult, die Lehrpersonen der obligatorischen Schulzeit in den Grundlagen der digitalen Bildung ausbilden. Diese Schulungen wurden im Oberwallis bereits 2019 - 2023 durchgeführt und begannen im Unterwallis mit dem Schuljahr 2023. Das angewandte Ausbildungsmodell ist in beiden Sprachregionen des Kantons identisch.

Parallel dazu ist im Hinblick auf die Einführung des neuen Rahmenlehrplans (RLP) für die Sekundarstufe II ein spezifisches Ausbildungsprogramm für die betroffenen Lehrpersonen in Arbeit. Im Juni 2025 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, um diese Umsetzung zu steuern und die kohärente und nachhaltige Integration digitaler Medien in diese Bildungsstufe zu gewährleisten

Lehrpersonen der berufsbildenden Sekundarstufe II werden an der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) und anderen Instituten weitergebildet.

Zudem wurde das Weiterbildungsangebot der PH-VS um 211 Kurse für das französischsprachige Wallis und 30 Kurse für das deutschsprachige erweitert. Diese Kurse decken ein breites Spektrum an Themen ab, wie z. B. digitale Werkzeuge, Medienproduktion, künstliche Intelligenz und Medienkompetenz. Diese Initiative hat bereits dazu geführt, dass fast alle Lehrpersonen der obligatorischen Schulzeit mindestens eine Weiterbildung in diesem Bereich absolviert haben.

Die Entwicklung von E-Learning-Modulen mit Szenarien, die auf einen kollektiven Kompetenzzuwachs abzielen, ist entscheidend für die Unterstützung der Lehrpersonen. Dank Fernunterricht, innovativer digitaler Tools und der Fachkompetenz der Hochschulen ermöglichen diese Ausbildungsgänge eine Anpassung der Studiengänge an die jeweiligen Profile und spezifischen Bedürfnisse. Das ADB erarbeitet zurzeit ein Konzept, dessen Umsetzung ab dem Schulbeginn 2026 vorgesehen ist.

Neben diese Schulungen können die Lehrpersonen die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen als Pädagogische ICT-Supportpersonen (PICTS) für digitale Bildung in Anspruch nehmen. Diese unterstützen Lehrpersonen und Schuldirektionen bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen und der Digitalisierung. Diese dauerhafte Funktion, die von Lehrpersonen mit undierten Kenntnissen im Umgang mit digitalen Tools wahrgenommen wird, ist klar geregelt, verfügt über ein Pflichtenheft und einen festen Zeitrahmen und ist Teil der Steuerung des Dispositivs im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem ADB, der PH und den Lehrpersonen.

Schliesslich wurden neue Stellen für Fachberater für digitale Bildung geschaffen, um die Schulen zu unterstützen und den Unterricht im Fach Digitale Bildung zu stärken. Bereits 2024 wurden 2,4 VZE an die PH-VS übertragen, wodurch nun für jede der drei Stufen der obligatorischen Schulzeit ein Fachberater zur Verfügung steht. Ihre Aufgabe besteht darin, die pädagogischen Teams zu unterstützen, insbesondere bei der Einarbeitung in die Lehrmittel und der Entwicklung innovativer Praxisansätze. Sie wirken durch Beobachtung, Beratung und gemeinsamen Unterricht mit und tragen zudem zur Entwicklung pädagogischer Ressourcen sowie zur pädagogischen und technologischen Überwachung bei.

 

Beschaffung der Werkzeuge

 

Die Strategie der digitalen Bildung sieht vor, dass bis zur 6H gemeinsam genutztes IT-Material zur Verfügung gestellt wird, z. B. ein Tablet für vier Schülerinnen und Schüler der 3H und 4H. Ab der 7H ist vorgesehen, dass den Schülern je ein digitales Gerät zur Verfügung steht, wenn dies für das Lernen erforderlich ist, mit einer möglichen gemeinsamen Nutzung der Ausstattung durch mehrere Klassen. Dies bedeutet Investitionen in IT-Material, die von den Schuldirektionen verwaltet werden.

In Schulen der Sekundarstufe II ist der Kanton für die Verwaltung der Arbeitsumgebung zuständig. Ziel ist es, BYOD (Bring Your Own Device) zu verbreiten, um die Entwicklung digitaler Kompetenzen von Studierenden und Lernenden zu fördern und sie auf die Nutzung persönlicher Geräte im Beruf und im Privatleben sowie im tertiären Bildungsbereich, wo dies bereits üblich ist, vorzubereiten.

Um allen Schülerinnen und Schülern den digitalen Zugang zu gewährleisten, subventioniert der Kanton technologische Hilfsmittel für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten, damit diese unter angepassten Bedingungen auf die schulischen Inhalte zugreifen können.

Um den Lernerfolg aller Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, wurde zudem das Prinzip des universellen Lerndesigns als Grundlage der Strategie zur digitalen Bildung integriert. Zugänglichkeit gilt mittlerweile als grundlegendes Prinzip, das bereits bei der Entwicklung pädagogischer Ressourcen berücksichtigt wird, um der Vielfalt der Profile und Bedürfnisse gerecht zu werden.

Ausserdem wurde auf kantonaler Ebene eine digitale Lösung für die Kommunikation zwischen Schule und Eltern eingeführt.

 

Datenschutz, Prävention und Gesundheitsförderung

 

Damit die Informationssicherheit noch besser gewährleistet ist, wurden Massnahmen ergriffen, darunter die Einführung mehrerer kantonaler Sensibilisierungskampagnen zum Thema Cybersicherheit ab 2024, die sich an Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Lernende richten.

Darüber hinaus wird gegenwärtig ein kantonaler Rahmen für den Einsatz künstlicher Intelligenz im schulischen Umfeld ausgearbeitet. Er sieht die Entwicklung von Schulungen, die Einrichtung von Tool- und Best-Practice- Bibliotheken sowie die Festlegung von Regeln für den Einsatz dieser Tools im Unterricht vor.

Parallel dazu wurden in Zusammenarbeit mit Gesundheitsförderung Wallis und den kantonalen Partnern die Massnahmen für Prävention und Gesundheitsförderung im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Medien verstärkt. Dazu gehören namentlich Sensibilisierungsmassnahmen, die Bereitstellung von pädagogischen Ressourcen und die Organisation von Schulungen.

Des Weiteren wurden Massnahmen zur digitalen Enthaltsamkeit eingeführt. Diese umfassen unter anderem eine strenge Einschränkung der Bildschirmnutzung in den ersten Schuljahren sowie ein Verbot von Smartphones in der Schule, um sicherzustellen, dass der Umgang mit digitalen Medien dem Alter der Schülerinnen und Schüler angemessen und mit ihrer Entwicklung vereinbar ist.

 

Vorzeigeinitaitiven 2024-2028



 

Wie viel kostet die digitale Bildung?

 

Das kantonale Budget für digitale Bildung beträgt 6,7 Millionen pro Kalenderjahr. Nicht enthalten sind die Subventionen für technologische Hilfsmittel sowie der Pauschalbetrag von 70 Franken pro Schüler/in für Schulmaterial sowie kulturelle und sportliche Aktivitäten im Rahmen der obligatorischen Schulzeit. Dieses Budget ergänzt die übliche Finanzierung der Schulen.

Die neue Strategie ermöglicht eine Pauschalierung der kantonalen Subventionen von 70 Franken pro Schüler bzw. Schülerin und Schuljahr während der obligatorischen Schulzeit. Diese Pauschale deckt alle pädagogischen Ressourcen ab, einschliesslich des digitalen Materials sowie aller anderen bisher subventionierten Ausstattungen. Auch die Gemeinden leisten einen Beitrag: gemäss der Aufteilung 30 % zulasten Kanton und 70 % zulasten Gemeinden.

Wie steht es um die digitale Bildung im Oberwallis?

 

Einleitung

 

Das Oberwallis ist bei der Umsetzung der digitalen Bildung in der Schule dem Rest des Kantons voraus. Dies verleiht ihm eine Pionier- und Vorbildfunktion für die Umsetzung im Unterwallis.

Die kantonale Strategie wird jedoch auch dem Oberwallis zugutekommen. Sie ermöglicht:

  • sich auf eine einheitliche Definition von digitaler Bildung und Ausstattungsstandards zu stützen;
  • die an der PH und im Amt für digitale Bildung eingerichteten Ressourcen für pädagogische Forschung und Überwachung zu nutzen, aber auch auf Ausbildner für Lehrpersonen und auf Fachberaterinnen und Fachberatern zurückzugreifen;
  • von der Pauschalierung der kantonalen Subventionen zu profitieren.

Lehrpläne

 

Im Oberwallis ist der Lehrplan für die obligatorische Schule (Lehrplan 21) bereits in Kraft. Die digitale Bildung gliedert sich in zwei fachliche Schwerpunkte (Medien und Informatik) und einen überfachlichen Schwerpunkt (Anwendungskompetenzen).

  1. Schwerpunkt

    Medien

    Die Schülerinnen und Schüler können sich in der physischen Umwelt sowie in medialen und virtuellen Lebensräumen orientieren und sich darin entsprechend den Gesetzen, Regeln und Wertesystemen verhalten.

    Die Schülerinnen und Schüler können Medien und Medienbeiträge entschlüsseln, reflektieren und nutzen.

    Die Schülerinnen und Schüler können Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Wissen in Medienbeiträge umsetzen und unter Einbezug der Gesetze, Regeln und Wertesysteme auch veröffentlichen.

    Die Schülerinnen und Schüler können Medien interaktiv nutzen sowie mit anderen kommunizieren und kooperieren.

  2. Schwerpunkt

    Informatik:

    Die Schülerinnen und Schüler können Daten aus ihrer Umwelt darstellen, strukturieren und auswerten.

    Die Schülerinnen und Schüler können einfache Problemstellungen analysieren, mögliche Lösungsverfahren beschreiben und in Programmen umsetzen.

    Die Schülerinnen und Schüler verstehen Aufbau und Funktionsweise von informationsverarbeitenden Systemen und können Konzepte der sicheren Datenverarbeitung anwenden.

  3. Schwerpunkt

    Anwendungskompetenzen:

    Handhabung: Die Schülerinnen und Schüler nutzen digitale Geräte und Werkzeuge sicher, zielgerichtet und verantwortungsvoll zur Ausführung von Aufgaben.

    Recherche und Lernunterstützung: Die Schülerinnen und Schüler recherchieren und filtern relevante Informationen im Internet und verwenden digitale Medien gezielt zur Unterstützung ihres Lernprozesses.

    Produktion und Präsentation: Die Schülerinnen und Schüler erstellen digitale Produkte (z.B. Texte, Präsentationen, Grafiken) und präsentieren diese adressatengerecht mit passenden Werkzeugen

 

Lehrmittel

 

Connected ist das ab der 7H eingesetzte Lehrmittel. Es wurde von der PH FHNW und der PH Luzern entwickelt.

Connected ist das ab der 7H eingesetzte Lehrmittel. Es wurde in Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Hochschulen der Westschweiz und Luzern entwickelt.

 

Weiterbildung der Lehrpersonen

 

Die Lehrpersonen wurden ab 2019 in obligatorischen Weiterbildungen an der PH-VS, den sogenannten MIA, geschult. Zwischen 2019 und 2022 wurden so 418 Lektionen absolviert. Die Gesamtheit der obligatorischen und fakultativen Kurse, die sich mit der Digitalisierung befassen, macht im Oberwallis 30 % der Weiterbildungen an der PH aus.

Für das Schuljahr 2024 - 2025 wurden Online-Nachholkurse und andere Schulungen im Zusammenhang mit digitaler Bildung angeboten, z. B. Schulung zu digitalen Lehr- und Lernmitteln, Produktion von Medienbeiträgen, künstlicher Intelligenz, Gamification usw.

Wann wird die digitale Bildung konkret umgesetzt?

 

«Umsetzung bis 2028»

 

Die kantonale Strategie zur digitalen Bildung wird schrittweise zwischen 2024 und 2028 umgesetzt. Sie stützt sich auf eine gestärkte Steuerung, die durch die Einrichtung des Amts für digitale Bildung, den Einsatz von Koordinator/-innen für digitale Bildung in den Schulen sowie die Einbindung der Schuldirektionen und Schulinspektoren gewährleistet wird, die zu ihrer Umsetzung und Überwachung beitragen.

Die Schulen werden durch Pädagogische ICT-Supportpersonen (PICTS) für digitale Bildung, Fachberatern für digitale Bildung und IT-Verantwortliche an den Schulen verstärkt unterstützt.

Zudem wird die Ausbildung der Lehrpersonen in Zusammenarbeit mit der PH-VS, der EHB und deren Partnern konsolidiert, erweitert und weiterentwickelt. Diese Initiative zielt darauf ab, die Entwicklung digitaler Kompetenzen zu beschleunigen, insbesondere durch die flächendeckende Einführung geeigneter Schulungsangebote.

Parallel dazu wird die Infrastruktur der Schulen ausgebaut, die digitale Umgebung strukturiert und gesichert, und es werden Standards sowie Leitfäden für die Umsetzung und Nutzung festgelegt. Es werden Vorschriften und Nutzungsrichtlinien eingeführt, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, und das BYOD-Modell wird in der Sekundarstufe II flächendeckend eingeführt. Aktionen zur Sensibilisierung für Informationssicherheit, zur Prävention und zur Gesundheitsförderung sowie die Einrichtung von Plattformen zur Vermittlung digitaler pädagogischer Ressourcen runden diese Massnahmen ab.