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Das Mindestalter bei sozialen Netzwerken 2026

Soziale Netzwerke gehören mittlerweile eindeutig zum Alltag von Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzern. Studien wie JAMES 2024 zeigen, dass in der Schweiz fast alle Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren (98%) ein Smartphone besitzen. Daher kann man nicht mehr von einem vorübergehenden Konsumtrend sprechen, sondern von einem festen Bestandteil ihres sozialen Lebens.

Spannend wird es, wenn man die Nutzung des Smartphones genauer betrachtet. Unter der Woche verwenden Jugendliche ihr Smartphone im Durchschnitt 3 Stunden und 45 Minuten pro Tag, am Wochenende sogar 5 Stunden und 15 Minuten.

Smartphones und Tablets werden sehr vielfältig genutzt, stehen aber häufig im Zusammenhang mit der Pflege von Beziehungen zu Gleichaltrigen und mit der Nutzung von Bildern – also Fotos und Videos – als Ausdrucksmittel. Die meisten sozialen Netzwerke basieren genau auf diesen beiden Elementen: Bild und Beziehung.

Dies sieht man auch bei der Nutzung von sozialen Netzwerken bei 12- bis 18-Jährigen: Die grosse Mehrheit von ihnen nutzt vor allem Inhalte auf Instagram und TikTok.

BeReal hat in kurzer Zeit stark an Bedeutung gewonnen. Die App funktioniert so, dass Nutzerinnen und Nutzer einmal pro Tag zu einer zufälligen Uhrzeit aufgefordert werden, gleichzeitig ein Foto mit der Front- und der Rückkamera aufzunehmen und zu veröffentlichen. Nachdem sie ihre eigenen Bilder gepostet haben, können sie die Beiträge ihrer Kontakte in der App sehen. Ziel ist es, das eigene Leben so zu zeigen, wie es wirklich ist – ohne Vorbereitung, ohne Filter und ohne sorgfältig ausgewählten Hintergrund. BeReal versteht sich damit als eine Art Anti-Instagram.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten sozialen Netzwerke zusammen, die von 12‑ bis 18‑Jährigen genutzt werden (JAMES‑Studie).

Zur Erinnerung: In der Tabelle sind die in der Schweiz am häufigsten genutzten Netzwerke aufgeführt. Dabei gibt es Unterschiede zu den in asiatischen Ländern genutzten Diensten. In Russland und China existieren eigene, sehr bedeutende soziale Netzwerke – einige chinesische Plattformen verzeichnen mehr als eine Milliarde Nutzerinnen und Nutzer.

Stellt man die Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer den jeweiligen Altersbeschränkungen gegenüber, zeigen sich zwei zentrale Punkte. Erstens werden die Alterslimiten von Kindern und Jugendlichen oft nicht eingehalten; einige Plattformen verlangen deshalb, dass eine erziehungsberechtigte Person die Registrierung bestätigt. Zweitens sind bestimmte Netzwerke heute fester Bestandteil des sozialen Lebens von Kindern und Jugendlichen.

Deshalb ist es für Erwachsene wichtig, diese digitalen sozialen Welten selbst kennenzulernen. Nur so können sie die Anliegen der Jugendlichen, die sozialen Dynamiken und die Bedeutung ihrer Beziehungen besser verstehen.

Auf dieser Seite finden Sie eine aktualisierte Übersicht über die von Kindern und Jugendlichen am häufigsten genutzten sozialen Netzwerke. Sie eignet sich sowohl zur Weitergabe an Eltern als auch zum Aushang in Schulhausgängen.

Ein wichtiger Hinweis :

Ein wichtiger Hinweis: FOMO (fear of missing out) bezeichnet die Angst, auf sozialen Netzwerken etwas zu verpassen. Gemeint ist die Sorge, den Anschluss an die Gruppe oder an Gleichaltrige zu verlieren und nicht mehr Teil dessen zu sein, was in der

eigenen Gemeinschaft wichtig ist. Daran wird deutlich, welche Bedeutung soziale Netzwerke für Kinder und Jugendliche haben. Sie dienen nicht nur der Kommunikation, sondern auch der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung von Beziehungen.

Verbieten oder begleiten und unterstützen ?

Einige Länder – darunter auch die Schweiz – diskutieren derzeit verschiedene Ansätze, um soziale Netzwerke stärker zu regulieren. Australien hat im Dezember 2025 ein Gesetz in Kraft gesetzt, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerke verbietet. Frankreich hat Anfang 2026 ein Gesetz verabschiedet, das sozialen Netzwerken den Zugang für unter 15‑Jährige untersagt und eine verpflichtende Altersüberprüfung vorsieht.

Doch sind solche gesetzlichen Massnahmen ausreichend? In der Schweiz ist die Diskussion noch im Gang, gleichzeitig wird deutlich, dass auch Schule und Eltern verantwortlich sind: Sie sollen Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten Umgang mit sozialen Netzwerken befähigen, damit diese Schritt für Schritt selbständig und sicher in digitalen Räumen agieren können.

Tipps für die Prävention

  • Das Mindestalter für die Nutzung sozialer Netzwerke hilft, Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten zu schützen, etwa vor gewaltvollen, schockierenden oder pornografischen Inhalten, aber auch vor Werbung.
  • Viele soziale Netzwerke bieten spezielle Kinderkonten an, die Inhalte einschränken; diese Art der Nutzung ermöglicht einen gewissen Schutz, ohne ein komplettes Verbot.
  • Nicht altersgerechte Inhalte können sehr belastend sein. Mit einer vertrauenswürdigen erwachsenen Person darüber zu sprechen, ist für Jugendliche ein wichtiger Schritt, um sich wieder besser zu fühlen.
  • Die Nutzung von soziale Netzwerken durch Jugendliche und Kinder kann Probleme wie Cybermobbing, Abhängigkeit oder Sexting mit sich bringen. Sich dieser Risiken bewusst zu sein und sie im Unterricht zu thematisieren, ist bereits ein wirksamer Schutz.
  • Wenn Erwachsene die Namen und den spezifischen Wortschatz der verschiedenen Apps und Netzwerke kennen, wird die Hürde zwischen nicht-nutzenden Erwachsenen und nutzenden Kindern und Jugendlichen kleiner. Nutzen Erwachsene soziale Netzwerke auch selbst, erleichtert dies das Gespräch und erlaubt es, eigene Erfahrungen einzubringen, wenn ein Kind oder eine Schülerin bzw. ein Schüler ein Problem hat.
  • Einige soziale Netzwerke lassen sich auch pädagogisch sinnvoll einsetzen. Dabei ist es jedoch unerlässlich, sich über die Nutzung im Einklang mit dem geltenden Datenschutzrecht (GIDA) zu informieren.

Weiterführende Informationen

Update 05.02.2026 - Eric Fauchère/Elmar Biffiger – Amt für digitale Bildung