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Autobahnbau A9 - Letzte Bauphase für die Südumfahrung Visp

17/09/2019 | Amt für Nationalstrassenbau

Die letzte Phase der Bauarbeiten an der Autobahn A9-Südumfahrung von Visp beginnt mit den Umbauarbeiten am bestehenden Vispertaltunnel. Der bisherige Hauptstrassentunnel zwischen dem Rhone- und dem Vispertal wird dafür ab dem 7. Oktober 2019 bis Mitte 2024 gesperrt. Die Bauarbeiten beim gedeckten Einschnitt Raron sowie beim Tunnel Riedberg verlaufen planmässig, wobei beim Letzteren wegen den aussergewöhnlichen Niederschlägen im Jahr 2018 die Kriechraten eine erhöhte messtechnische Überwachung erfordern. Schlussendlich wird die Plangenehmigung für das Ausführungsprojekt der Teilstrecke Siders Ost – Leuk/Susten Ost durch den Pfynwald im Jahr 2020 erwartet.

Der bestehende Vispertaltunnel wird planmässig in die A9-Südumfahrung Visp integriert und bildet zukünftig die 2,4 Kilometer lange Südröhre des Tunnels Visp (TUVI) zwischen dem Schwarzen Graben (Rhonetal) und den Staldbachbrücken mit einer unterirdischen Ausfahrt in die Vispertäler. Für den Bau dieser Ausfahrt wird im Vispertaltunnel eine 240 Meter lange Verzweigungskaverne mit einer Ausbruchfläche von bis zu 300 Quadratmetern erstellt. Die Aufweitung des Tunnelprofils erfolgt sprengtechnisch. Neben dem Bau dieser Kaverne sind Sanierungsmassnahmen an der Fahrbahn und die Erneuerung der Bankette (Trottoirs) einschliesslich der Strassenentwässerung notwendig. Durch die Fertigstellung der Notausgänge zur Nordröhre des Tunnels Visp und der Umbau der Tunnellüftung sowie dem Einbau der neuen Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA) wird die Tunnelsicherheit dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Damit dies realisiert werden kann, wird der Vispertaltunnel vom 7. Oktober 2019 bis Mitte 2024 für den Verkehr gesperrt. Zur Verringerung der durch die Sperrung verursachten Staugefahr in Visp sind verkehrstechnische Massnahmen vorgesehen, die sich bei der vorangegangenen Sperrung des Vispertaltunnels zwischen 2015 und 2017 bereits bewährt haben. Der 2018 in Betrieb genommene Tunnel Eyholz (TUEY) entlastet die Verkehrssituation zusätzlich. Mit der für 2022 geplanten Inbetriebnahme der Nordröhre des Tunnels Visp, die parallel zum Vispertaltunnel verläuft, wird eine weitere Entspannung der Verkehrssituation erwartet.

Die Kunstbauten des Vollanschlusses der Autobahn in Visp West sind erstellt und die Fertigstellungsarbeiten grösstenteils in Ausführung. Beim gedeckten Einschnitt Raron (GERA) sind zurzeit rund 60 Prozent der 2400 Bohrpfähle erstellt. In den Jahren 2021 bis 2023 erfolgen dort anschliessend die Hauptarbeiten: der Aushub und das Betonieren für den Tagbautunnel, sowie das anschliessende Zuschütten und Überdecken. Nach der Fertigstellung des GERA können auch die Anbindungen im Osten (zur Südumfahrung von Visp) und im Westen (zum Tunnel Riedberg) fertiggestellt und anschliessend in Betrieb genommen werden.

Die Ausbrucharbeiten im Tunnel Riedberg werden gemäss der im Sommer 2018 definierten Planung ausgeführt. Zurzeit sind 66 Prozent der Südröhre und 75 Prozent der Nordröhre ausgebrochen. Aussergewöhnliche Niederschläge im Januar 2018 und im Herbst 2018 haben gezeigt, dass die bekannten Kriechraten im Riedberg stark abhängig vom Einfluss des in den Hang infiltrierenden Wassers sind. Im Rahmen der regelmässigen Überwachung des Riedberghanges wurden im Jahr 2018 dementsprechend erhöhte Verschiebungsraten festgestellt. Diese nehmen jedoch seither langsam und konstant wieder ab. Die aktuellen Arbeiten am Tunnel Riedberg sind aus heutiger Sicht nicht die Ursache für die Bewegungen und werden auch planmässig weitergeführt. Die Verschiebungsraten in den beiden Tunnelröhren bewegen sich in einem normalen Rahmen. Seitens des Amtes für Nationalstrassenbau (ANSB) wird jedoch der Hang unter anderem noch umfangreicher als bisher messtechnisch überwacht. An der Oberfläche des Hanges und im Talgrund sind Verformungen feststellbar und diese
haben zu vereinzelten Rissen an Gebäuden und Bauwerken geführt. Schlussendlich sind während der öffentlichen Planauflage des Ausführungsprojektes der Teilstrecke Siders Ost-Leuk/Susten Ost bis Ende September 2017 bekanntlich 92 Einsprachen eingegangen. In der Zwischenzeit hat das Generalsekretariat des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (GS-UVEK) sämtliche notwendigen Stellungnahmen seitens Kanton und Bund erhalten. Zurzeit werden die Einspracheverhandlungen
durchgeführt. Der Plangenehmigungsentscheid für das Ausführungsprojekt wird seitens des GS-UVEK für 2020 erwartet.

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