Sitten – «Eulenfalter im Licht» im Naturmuseum Wallis

11.10.2017 | Medienkonferenzen | Dienststelle für Kultur

Die Nachtfalter stehen im Zentrum der neuen Ausstellung des Naturmuseums Wallis. «Eulenfalter im Licht» enthüllt diese diskrete, wenig bekannte, aber vielfältige Welt anhand ausgewählter Exemplare der wissenschaftlichen Sammlung des Museums sowie 60 Originalzeichnungen von Hans-Peter Wymann, die in die Sammlung des Museums aufgenommen worden sind. Die Zeichnungen illustrieren ein bedeutendes Standardwerk, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Die Publikation erfasst und beschreibt die rund 600 Eulenfalterarten der Schweiz. Sie ist mit der Unterstützung des Naturmuseums Wallis entstanden, das damit die Bedeutung eines solchen Werks für das Wissen über die Biodiversität und den Umweltschutz hervorheben will.

Die vielfältigste Nachtfalterfamilie der Schweiz

Mit rund 600 Arten (davon 500 im Wallis) sind die Eulenfalter die vielfältigste Nachtfalterfamilie der Schweiz. Mehrere unter ihnen sind nur im Wallis gesichtet worden. Im Vergleich dazu umfassen die Tagfalter lediglich rund 200 Arten. Das Naturmuseum Wallis, das über 9000 Exemplare konserviert, die alle in den verschiedenen Regionen des Kantons gesammelt wurden, ist eine anerkannte wissenschaftliche Referenz für die Erforschung dieser Falter.

Ein Standardwerk, unterstützt vom Naturmuseum

2015 unterstützte das Naturmuseum die Publikation dieser umfassenden Monografie, welche alle Schweizer Eulenfalter beschreibt. Fachleute bündelten ihre Kräfte, um diese Nachtfalter für die Realisierung der Publikation zu erforschen, identifizieren und zeichnen. Diese beschreibt alle 600 Arten, illustriert durch eine oder mehrere Zeichnungen von Hans-Peter Wymann. Eine Verbreitungskarte des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna ermöglicht es, das Vorkommen der verschiedenen Arten zu vergleichen. Dank dieser Monografie kann diese Insektengruppe besser kennengelernt werden. Sie liefert ausserdem die Grundlage für eine künftige rote Liste der Eulenfalter, die dazu dienen soll, den Bedrohungsgrad jeder Art zu beurteilen. Folglich können Massnahmenpläne für bedrohte Arten erstellt werden.

Die Ausstellung setzt die Eulenfalter ins Licht

1 800 Zeichnungen zur Illustration von 600 Eulenfalterarten – diese gigantische Arbeit beschäftigte Hans-Peter Wymann fast 15 Jahre lang. Zwischen 2000 und 2014 realisierte der Entomologe und wissenschaftliche Zeichner am Naturhistorischen Museum Bern diese präzisen, detaillierten Zeichnungen der Falter. Die 62 Originaltafeln werden nun zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Die Ausstellung «Eulenfalter im Licht» schildert ausserdem die Entstehung des Buchs anhand einer Filmdokumentation über fünf der beteiligten Fachleute: Der Feldbiologe Antoine Sierro, der Illustrator Hans-Peter Wymann, der Sammlungsrevisor Ladislaus Reser, der Verleger Yves Gonseth und Hermann Gerber, der die Publikation grosszügig finanziell unterstützte.

Aufruf an künftige Entomologen

Diese Monografie vereint ein enormes Fachwissen, das aus den Erkenntnissen jahrzehntelanger Feldarbeit und Museumssammlungen hervorgegangen ist. Die Publikation ist ein bedeutender Schritt in der Geschichte der schweizerischen Insektenkunde. Dennoch bleiben viele offene Fragen zum Leben der Eulenfalter. Zu Zeiten des beunruhigenden, rasanten Rückgangs der Biodiversität sind fundierte Artenkenntnisse dringlicher denn je für die Begründungen von Schutzprogrammen, um den Rückgang zu bremsen.

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