Zwei Filmabende zum Abschluss des Bundesprogramms «Bekämpfung Zwangsheiraten»

26.09.2017 | Medienmitteilung | Kantonales Amt für Gleichstellung und Familie

Zum offiziellen Abschluss des Bundesprogramms «Bekämpfung Zwangsheiraten» organisiert das kantonale Amt für Gleichstellung und Familie (KAGF) zwei Filmabende. Damit soll die breite Öffentlichkeit auf eine unterschätzte Problematik aufmerksam gemacht werden.

Das Bundesprogramm «Bekämpfung Zwangsheiraten» wurde vom Staatssekretariat für Migration (SEM) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) koordiniert. Ziel dieses Programms war es, Präventionsmassnahmen und andere konkrete Angebote für potenziell betroffene Personen und deren Umfeld sowie für Fachpersonen zu schaffen.

Phase I

Im Wallis war das kantonale Amt für Gleichstellung und Familie (KAGF) Projektträger während der Phasen I (2013-2014) und II (2015-2017) dieses Programms. Das Walliser Programm war darauf ausgerichtet, die Fachpersonen, die in ihrem Berufsalltag Situationen von Zwangsheirat begegnen könnten, besser zu vernetzen. Zudem ging es darum, sie für diese Problematik zu sensibilisieren. Vor diesem Hintergrund wurden die Netzwerkkarte (Struktur des Walliser Netzwerks gegen häusliche Gewalt) und die Broschüre Zwangsheirat – Information für Fachpersonen veröffentlicht. Vorgängig und als Grundlage für diese Arbeit war ein Bericht erstellt worden, der eine Übersicht über das Thema Zwangsheirat im Wallis vermittelt.

Phase II

In Phase II haben rund hundert Fachleute aus dem ganzen Kanton eine spezifische Weiterbildung besucht, an der ihre Kompetenzen und die der Institutionen, die mit Situationen von Zwangsheirat konfrontiert sein können, ausgebaut wurden, um Betroffene besser betreuen und beraten zu können. Angesprochen waren Fachleute des kantonalen Netzwerks gegen häusliche Gewalt (Opferhilfe, Beherbergung, Pflege, Schutz, Zuhören und Unterstützung, Integration, Justiz usw.) sowie Personen, die in Zivilstandsämtern, Berufsfachschulen, Orientierungsschulen, Kollegien, in den Bereichen Jugend, Erziehung und Kleinkind, Sozial-, Gesundheits- und Arbeitswesen sowie in den Zentren für Asylsuchende arbeiten. Ausserdem haben 14 Dolmetscher und Dolmetscherinnen der AVIC (Association valaisanne pour l’interprétariat communautaire) an zwei Workshops zum Thema Zwangsheirat teilgenommen, um betroffene Personen besser begleiten zu können. Während der beiden Workshops wurden den Dolmetscherinnen und Dolmetschern Kenntnisse, Ansätze und Instrumente vermittelt, um sie innerhalb ihrer beruflichen Grenzen für entsprechende Fälle zu instruieren.

Abschluss

Die Walliser Ausgabe des Bundesprogramms wird nun an zwei Filmabenden offiziell abgeschlossen:

  • Am 3. Oktober um 18.30 Uhr im Kino Capitol in Brig: Sonita von Rokhsareh Ghaem Maghami – 2015

Die iranische Regisseurin dokumentiert den steinigen Weg einer jungen Afghanin in Teheran, die mit Rappen der Zwangsheirat entkommt.

  • Am 12. Oktober um 18.30 Uhr im Kino Casino in Martinach: Noces von Stephan Streker – 2016

Zahira, eine belgisch-pakistanische 18-Jährige, steht all ihren Familienmitgliedern sehr nahe – bis zu dem Tag, an dem sie zu einer traditionellen Heirat gezwungen wird.

Nach den beiden Filmen findet eine Diskussionsrunde mit Personen statt, die an den Walliser Projekten beteiligt waren, sowie mit Fachleuten aus dem Bereich Zwangsheirat. Die Filmabende werden jeweils mit einem Stehlunch abgeschlossen.

Um möglichst viele Personen für das Leiden und die Folgen von Zwang in der Ehe oder in einer Beziehung zu sensibilisieren, stehen die beiden Filmabende allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird aber gebeten: www.gleichstellung-familie.ch > Zwangsheirat > Filmabende

Alle Informationen zu den Projekten Zwangsheirat des KAGF finden Sie unter www.gleichstellung-familie.ch > Unsere Projekte > Gewalt

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