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Pascal Seiler ist Kulturpreisträger 2016

09.06.2016 | Medienmitteilung | Dienststelle für Kultur

Pascal Seiler, ein visueller Künstler aus dem Oberwallis, erhält den diesjährigen Kulturpreis des Kantons Wallis. Die drei Förderpreise für Nachwuchstalente gehen an die Schauspielerin Noémie Schmidt, die Fotografin Andrea Ebener und die Hip-Hop-Künstlerin KT Gorique. Zum sechsten Mal in Folge wird dieses Jahr zudem ein Spezialpreis, an eine Einzelperson oder eine Gruppe vergeben, die sich für die kulturelle Entwicklung einsetzt. Preisträgerin ist Suzanne Bolli, Galeristin aus Sitten. Die Preisübergabe findet am 18. November 2016 im Oberwallis statt.

Der Träger des diesjährigen Kulturpreises des Kantons Wallis, Pascal Seiler, ist 1965 in Steg geboren. Seine Künstlerausbildung machte er an der Walliser Schule für Gestaltung in Sitten, wo er 1990 das Diplom erlangte. Zurzeit lebt und arbeitet er in Gampel und Zürich, wo er je ein Atelier eingerichtet hat. Pascal Seiler wurde insbesondere im Rahmen der Kunstmessen Basel, Zürich und Frankfurt bekannt und hat seine Werke bereits in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im Ausland ausgestellt (Galerie Paul Hafner, St. Gallen; Galerie Ilka Klose, Würzburg; FAC, Siders; Galerie de la Ferronnerie, Paris; Galerie Winter, Berlin; Galerie de la Ferme-Asile, Sitten usw.). Er wurde schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem 1989 mit einem Förderpreis des Kantons Wallis. Seit den 1990er-Jahren malt Pascal Seiler Landschaftsbilder in Acryl und spielt dabei mit Gittermotiven und optischen Effekten. In der Folge hat er sich von der Malerei und flächigen Trägern gelöst und befasst sich seit einigen Jahren mit der Skulptur. In diesem Bereich spielt er mit den Eigenschaften von Polyester sowie mit dreidimensionalen digitalen Techniken. Das in jüngster Zeit vom Kunstmuseum Wallis gekaufte Werk (Ohne Titel, 2012) ist stellvertretend für seine aktuellen Arbeiten, die sich zwischen surrealistischer Komposition und den populären Figuren von Jeff Koons ansiedeln lassen. Einen bedeutenden Teil seiner Arbeit widmet Pascal Seiler der Forschung im Bereich Architektur. Seine künstlerischen Eingriffe an Gebäuden sind beispielsweise in Varen, Zürich, Brig, Visp, Naters und Winterthur zu sehen.

Förderpreise an drei talentierte junge Frauen

Die 1990 in Sitten geborene Noémie Schmidt hat Theaterkurse bei Bernard Sartoretti im Teatro Comico (Sitten) besucht und machte schliesslich ihre Ausbildung am Konservatorium Sitten, im Théâtre de la Monnaie, Brüssel (lyrischer Gesang), und an der internationalen Theaterschule Sassaâd in Brüssel (Theater). Mit Rollen in verschiedenen Kurzfilmen konnte sie auf sich aufmerksam machen, sodass eine rasante Schauspielerlaufbahn begann und sie in mehreren französischen Spielfilmen erfolgreich mitwirken konnte: 2015 spielte sie neben Claude Brasseur die Hauptrolle in «L’Etudiante et Mr. Henri», für die sie 2016 bei den César-Filmpreisen als Entdeckung nominiert wurde; darauf spielte sie Henriette in «Versailles», einer Fernsehserie von Canal+, und schon bald wird sie mit Dany Boon in «Radin» von Fred Cavayé zu sehen sein.

Andrea Ebener (1987 geboren) besuchte die Schule für Gestaltung Wallis ECAV, in Siders, und das Basler Institut Hyperwerk, wo sie den «Bachelor of Arts in Postindustrial Design» erlangte. Heute lebt und arbeitet sie in Zürich, wo sie sich vollständig der Fotografie widmet. Sie befasst sich insbesondere mit der Thematik des Selbstporträts, interessiert sich aber auch für Landschaften «mit einem bukolischen, leicht morbiden Touch: ausgestopfte Tiere, Kuhschädel usw.» Parallel dazu ergründet sie Problematiken im Zusammenhang mit der digitalen und der Schwarzweiss-Fotografie. Ihre Arbeiten sind regelmässig in Einzel- oder Gruppenausstellungen in bedeutenden Schweizer Galerien zu sehen.

KT Gorique ist eine Schweizer Tänzerin, Rapperin und Schauspielerin. Ihr Vater stammt aus Sizilien, ihre Mutter von der Elfenbeinküste. Sie ist in der Schweiz, in Martinach, aufgewachsen, wo sie, seit sie 12 Jahre alt war, Hip-Hop macht und schreibt. Sie ist der Gruppe Frères Incendie beigetreten und tritt in der Schweizer Hip-Hop-Szene auf. 2012 wurde sie Schweizer Meisterin in der Kategorie Freestyle am End Of the Weak, dem wichtigsten Wettbewerb für Rap-Improvisation, nahm an den Weltmeisterschaften in New York teil und wurde als erste Frau überhaupt End Of the Weak-Weltmeisterin. Parallel zum Studium der Sozialwissenschaften an der HES-SO Siders hat sie in «Brooklyn», dem Film des Franzosen Pascal Tessaud über die Hip-Hop-Szene, ihr Filmdebüt gegeben. Ausserdem hat sie mit «Tentative de survie» ihr erstes Soloalbum aufgezeichnet.

Der Spezialpreis 2016 geht an die Galeristin Suzanne Bolli aus Sitten

Suzanne Bolli leitet die Galerie de la Grande Fontaine in Sitten und stellt dort seit 1984 Werke von namhaften Künstlern oder vielversprechenden jungen Talenten aus, die sie begeistern und an die sie glaubt. In über 200 Einzel- und Gruppenausstellungen (9 bis 10 pro Jahr) konnten viele Künstler ihre Arbeit einem breiten, neugierigen Publikum sowie Kunstkennern vorstellen. Seit einigen Jahren wird Suzanne Bolli von ihrer Schwiegertochter Effi Szopinski-Bolli unterstützt. Dieses Jahr kann sie ihr 30-jähriges Jubiläum als Leiterin der Galerie de la Grande Fontaine feiern. Aus diesem Anlass organisiert sie eine Ausstellung mit Selbstporträts der Künstler, die sie im Verlauf der letzten 30 Jahre eingeladen hat.

Verleihung der Kulturpreise seit 1980

Der Kanton Wallis vergibt seit 1980 Kulturpreise. Damals hatte der Staatsrat beschlossen, jedes Jahr mit dem Kulturpreis des Kantons Wallis im Kanton ansässige Künstler (eine Künstlerin, einen Künstler oder eine Künstlergruppe) auszuzeichnen. Der mit 20 000 Franken dotierte Preis versteht sich als Auszeichnung für breit anerkanntes langjähriges Schaffen. Die seit 1982 vergebenen Förderpreise zeichnen talentierte Nachwuchskünstler aus, die an einem entscheidenden Punkt ihrer Laufbahn stehen. Die mit je 10 000 Franken dotierten Förderpreise sind als Zeichen der Anerkennung zu verstehen, als Anstoss, auf diesem Weg weiterzumachen. Seit 2011 wird ausserdem der mit 10 000 Franken dotierte Spezialpreis an innovative Einzelpersonen oder Gruppen im Bereich Kulturvermittlung oder Kulturmanagement vergeben, die durch ihre Arbeit «hinter den Kulissen» zur kulturellen Entwicklung des Kantons beitragen.

 

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