CO2-Bilanz
CO2-Bilanzen sind notwendige Schritte, um detaillierte Klimaziele und geeignete Massnahmen zu deren Erreichung festzulegen. Eine CO2-Bilanz inventarisiert die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) ⓘ in einem definierten Umkreis (z. B. ein Unternehmen, eine Gemeinde, ein Kanton).
Auf Walliser Ebene wurden zwei CO2-Bilanzen erstellt: eine Bilanz für das Kantonsgebiet und eine Bilanz für die kantonale Verwaltung. Diese Bilanzen basieren auf international anerkannten Methoden. Sie wurden erstmals im Jahr 2021 durchgeführt und 2025 aktualisiert. Lesen Sie unten die wichtigsten Ergebnisse dieser Studien.
In Kürze
- Die CO2-Bilanz des Kantonsgebiets hat sich seit der letzten Bestandsaufnahme verringert, aber das Emissionsniveau ist immer noch sehr hoch. Um die Klimaziele des Bundesgesetzes über die Klimaschutzziele, die Innovation und die Erhöhung der Energiesicherheit (KISS) zu erreichen, sind erhebliche Reduktionen notwendig: CO2-Neutralität im Jahr 2050 für das betroffene Gebiet.
- Besondere Aufmerksamkeit muss den Wäldern gewidmet werden. Ihre Funktionen als Kohlenstoffsenken und Schutzwälder sind bedroht.
- Die Risikoanalyse zeigt, dass die notwendigen Investitionen geringer sind als die Kosten der Untätigkeit, wenn nichts unternommen wird.
- Der Staat Wallis muss mit gutem Beispiel vorangehen und seine Verantwortung wahrnehmen. Das Nettoziel von null direkten Emissionen im Jahr 2040 wird vom Bundesgesetz für die Zentralverwaltungen empfohlen. Für die kantonale Verwaltung ist die Stufe sehr hoch.
- Das Wallis hat ein enormes Potenzial und Vorteile als Energieherz der Schweiz: bedeutende erneuerbare Energiequellen und ein reiches Ökosystem für Innovation und Forschung (Campus Energypolis).
- Es bedarf jedoch des Engagements jedes und jeder Einzelnen.
- Die Strategie zur Bewältigung von Klimarisiken ist das Instrument des Staates Wallis, das auf diese Herausforderungen reagiert.
Die Strategie zum Umgang mit Klimarisiken ist das Instrument des Staates Wallis, das diesen Herausforderungen gerecht wird.
CO2-Bilanz des Kantonsgebiets
Die Kohlenstoffbilanz des Territoriums wird anhand einer soliden Methodik erstellt, die eine Trennung von direkten und indirekten Emissionen ermöglicht:
- Direkte Emissionen (auch territorial genannt, oder Scope 1) entstehen im Kanton.
- Indirekte Emissionen (auch extraterritorial genannt, oder Scope 2 und 3) stehen im Zusammenhang mit dem Konsum oder den Aktivitäten im Wallis, werden aber ausserhalb seiner Grenzen emittiert.
Wichtigste Ergebnisse (Daten 2023)
Die Gesamtemissionen (direkt und indirekt) des Gebiets:
- 5 Millionen tCO2e, oder 14 Tonnen pro Einwohner ⓘ.
Die wichtigsten Emissionsquellen stammen aus folgenden Bereichen:
- Konsum (Kauf von Waren und Dienstleistungen, Ernährung, Materialimport): 39%
- Kraftstoffe für den Verkehr: 23%
- Brennstoffe für Gebäude (Wärme und Heizung): 18%
Entwicklung zwischen den Bilanzen 2021 und 2025
Der Vergleich zwischen den Bilanzen 2021 und 2025 zeigt einen Rückgang von rund 15% bei den direkten, im Wallis erzeugten Emissionen. Dies ist insbesondere auf :
- die deutliche Verringerung der gebundenen Emissionen durch technologische Verbesserungen bei industriellen Prozessen (-84%),
- die Verlagerung von fossilen auf erneuerbare Energieressourcen (-17%),
- und ein geringerer Kraftstoffverbrauch (-12%)
zurückzuführen.
Im Gegensatz dazu verzeichnet der Sektor "Bodennutzung" (Land und Wälder) eine grosse Veränderung zwischen den beiden Bilanzen. Im Jahr 2019 ermöglichte dieser Sektor die Bindung von Kohlenstoff, während er 2023 zum Emittenten wird. Diese Umkehrung hängt mit dem Klimastress auf Wälder (Dürren, Stürme, Schädlinge) zusammen, der zu einem langsameren Wachstum und einer höheren Sterblichkeit der Bäume führt.
DE Bilan carbone du canton
Wo stehen wir momentan?
Ein Inventar der Treibhausgasemissionen für das Gebiet des Kantons Wallis wurde erarbeitet. Die erste CO2-Bilanz weist Gesamtemissionen von 5.5 Tonnen CO2äq auf. Dies entspricht 16.2 Tonnen pro Jahr pro Einwohner. Sie ist hier einsehbar. Dies entspricht dem oberen Schweizer Durchschnitt.
Diese Treibhausgasemissionen sind hauptsächlich zurückzuführen auf:

Es handelt sich dabei um im Wallis entstandene Emissionen (direkte Emissionen) und um importierte Emissionen durch den Kauf von im Ausland oder ausserkantonal produzierter Güter und Dienstleistungen (indirekte Emissionen).
Bei der Analyse der klimabedingten Risiken haben sich drei Bereiche herauskristallisiert, die vom Klimawandel besonders betroffen sind. Dazu gehören das Wassermanagement, der Bodenschutz und der Umgang mit der Biodiversität. Diese natürlichen Ressourcen sind sowohl für die Anpassung als auch für die Reduktion des Treibhausgasausstosses von grösster Bedeutung.
CO2-Bilanz der kantonalen Verwaltung
Wichtigste Ergebnisse
Im Jahr 2024 belaufen sich die Gesamtemissionen der kantonalen Verwaltung auf über 96'000 tCO₂e, was 13 tCO₂e pro Vollzeitbeschäftigtem entspricht.
Arbeiten im Zusammenhang mit Gebäuden und der Strasseninfrastruktur sind die grössten Emissionsposten und machen allein mehr als 60% der Gesamtemissionen aus.
Diese Daten lassen sich nur schwer mit der vorherigen Bilanz vergleichen, da sie neue Kategorien umfassen und der Bilanzumfang erweitert wurde.





