Wasserstrategie

Ein Wasserkraftwerk in der Rhone

Das Projekt für das Wasserkraftwerk Massongex-Bex-Rhône (MBR) hat von den Kantonen Waadt und Wallis die Baubewilligung erhalten.

Die Baubewilligungen für das künftige Niederdruckkraftwerk MBR, das in der Rhone zwischen Massongex und Bex errichtet werden soll, liegen vor. Die Anlage wird über eine elektrische Leistung von 15 MW verfügen und jährlich schätzungsweise 80 GWh Strom erzeugen. Damit lässt sich der Strombedarf von etwa 20 000 Haushalten decken.

Die Projektträger – FMV, Romande Energie und die Services industriels de Lausanne – haben beim Bund ein Gesuch um Investitionsbeiträge eingereicht. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2027 beginnen und rund fünf Jahre dauern. Nach Fertigstellung kann das Laufwasserkraftwerk gemäss Konzession für eine Dauer von 80 Jahren betrieben werden.

Versorgungssicherheit und Schutz der Tierwelt

Dank seiner günstigen Lage am unteren Ende des Einzugsgebiets der Rhone im Chablais wird das künftige Kraftwerk die Abflüsse aus den Walliser Stauanlagen nutzen können. Rund 40 Prozent der jährlich erzeugten Energiemenge wird es in den Wintermonaten liefern.

Darüber hinaus wurden im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Gesellschaft MBR SA, dem WWF und Pro Natura die Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt untersucht. Ein Fischpass an der Aussenseite des Kraftwerks soll den in der Rhone vorkommenden Fischarten den Aufstieg ermöglichen. Zudem wird zwischen der Fischaufstiegshilfe und dem Kraftwerk ein Umgehungsgewässer angelegt, über das die Fische flussabwärts absteigen können.

Ein Blick in die Geschichte

Die Idee, das komplette Gefälle der Rhone zwischen Chippis und dem Genfersee zu nutzen, besteht seit mehreren Jahrzehnten. Bereits in den 1980er-Jahren plante die Hydro-Rhône SA den Bau zehn solcher Kraftwerke in der Rhone, die zusammen jährlich 780 Millionen kWh hätten erzeugen sollen. 

Aus den Studien in den 1980er-Jahren ging hervor, dass sich das damals unter dem Namen «Produktionsstufe Nr. 8 Massongex-Bex» bekannte Projekt am besten für eine Umsetzung eignete. Mehrere Einsprachen veranlassten die damaligen Projektträger jedoch dazu, das Vorhaben vorerst zu verschieben. Im Jahr 2008 nahmen die FMV SA, Romande Energie und die Services industriels de Lausanne dann mit Unterstützung der betroffenen Kantone die Studien wieder auf und entwickelten sie weiter.

Quelle