Wasserstrategie

Strom aus der Vièze

Der Startschuss für das Wasserkraftprojekt an der Vièze ist offiziell gefallen. Die Wasserentnahme soll am Ort «Grand Paradis» in Champéry erfolgen.

Die Gemeinden Champéry und Val-d’Illiez wollen den Fluss Vièze künftig zur Stromerzeugung nutzen. Das Konzessionsgesuch wurde im Jahr 2019 von der eigens für dieses Vorhaben gegründeten Gesellschaft Vièze Energie SA eingereicht. Die Konzession wurde 2023 vom Staat Wallis erteilt; zahlreiche Einsprachen verzögerten jedoch die Umsetzung bis 2026.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 15 bis 18 Millionen Franken. Mit einer Jahresproduktion von 8 GWh kann die Anlage rund 2400 Haushalte mit Strom versorgen.

Funktionsweise der Anlage

Von der Fassung beim Parkplatz «Grand Paradis» wird das Wasser über eine Druckleitung bis zur Kläranlage unterhalb von Champéry gelangen, wo es turbiniert und anschliessend wieder vollständig in die Vièze zurückgeführt wird. Damit wird die für den Fluss vorgeschriebene Mindestrestwassermenge von 163 Litern pro Sekunde eingehalten.

Die Bedeutung der Restwassermenge

Zum Schutz der Wasserlebewesen und ihrer Ökosysteme muss unterhalb von Staudämmen oder Wasserfassungen stets eine Mindestmenge an Wasser in den Fliessgewässern verbleiben. Gemäss Gewässerschutzgesetz müssen zudem bei Wasserkraftprojekten die Auswirkungen auf aquatische Lebensräume, die Wasserqualität und das Landschaftsbild berücksichtigt werden.

Quelle

© Romande Energie