Pflanzen als natürlicher Schutz vor Überschwemmungen
Zwei Forscher der Genfer Hochschule für Landschaft, Ingenieurwesen und Architektur (Haute école du paysage, d'ingénierie et d'architecture de Genève, HEPIA) haben eine Übersicht geeigneter Pflanzenarten für den Bau von Hochwasserschutzdämmen im Chablais erstellt. Hier die Ergebnisse.
In der Region Chablais sind über 1300 Hektar Land entlang der Rhone hochwassergefährdet. Im Mai 2025 hat der Bundesrat daher einen Verpflichtungskredit für Massnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen im Chablais und im Rhonedelta freigegeben. Ziel ist es, Menschen und Infrastrukturen vor Hochwasser zu schützen. Dazu soll die Rhone aufgeweitet werden, damit sie mehr Platz erhält. Ausserdem sollen Erholungsräume, Wege für den Langsamverkehr und biodiversitätsfördernde Lebensräume entstehen.
Altbewährte Methoden neu gedacht
Diese Arbeiten lassen sich mit ingenieurbiologischen Methoden umsetzen, wie Pierre-André Frossard, assoziierter FH-Professor an der HEPIA, vorschlägt. «Diese traditionellen Techniken wurden Ende des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt und weiterentwickelt. Heute kommen sie bei der Hangsicherung, der Renaturierung degradierter Flächen und der Wiederherstellung naturnaher Lebensräume zum Einsatz. In der Schweiz werden sie vor allem im Wasserbau und bei der Bewirtschaftung von Fliessgewässern angewendet.»
Die HEPIA hatte den Auftrag, eine Liste der wildwachsenden Pflanzenarten und möglicher Entnahmeorte im Waadtländer Chablais zu erarbeiten. Keine leichte Aufgabe, denn das Gebiet ist bereits stark bebaut und es gibt nur noch wenige naturnahe Flächen.
Vier Gruppen einheimischer Pflanzen im Fokus
Weiden
Diese Arten lassen sich vegetativ vermehren und wachsen schnell. Sie halten hohen physikalischen Belastungen stand, bleiben aber zugleich biegsam und widerstandsfähig gegenüber der Strömung, was wesentliche Vorteile im naturnahen Wasserbau sind.
Helophyten (Sumpfpflanzen)
Es handelt sich um einen Übergangstyp zwischen Wasser- und Landpflanzen. Dazu gehören etwa Seggen und Binsen. Helophyten werden als Soden entnommen und zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten verwendet oder in Bauwerke zur Stabilisierung von Böschungsfüssen integriert.
Krautige Pflanzen
Die Samen krautiger Arten werden aus artenreichen Mähwiesen entnommen, um qualitativ gute Lebensräume mit regionaltypischer Vegetation wiederherzustellen.
Strauch- und Baumarten aus dem Wald
Da die Entnahme im Wald gesetzlich verboten ist, muss abgeklärt werden, ob die regionalen Forstbaumschulen genügend hochwertiges Pflanzgut bereitstellen können.
Quelle (auf Französisch)

