Wasserstrategie

Kantonales hydrologisches Bulletin – September 2026

September: eine Welle von Hochdruckphasen

 

Wetter

Der September war geprägt von einer ganzen Serie wiederkehrender Hochdrucklagen. Nach jedem kurzen Tief setzten sich über Westeuropa die Hochdruckgebiete schnell wieder durch und sorgten für anhaltend heisses, trockenes und sehr sonniges Wetter.

Der Grossteil der monatlichen Niederschläge fiel am 8. und 9. September. In dieser Zeit zog ein ausgeprägter Tiefausläufer über Westeuropa und die Alpen und beendete damit die lange, heisse Hochdruckperiode zu Beginn des Monats abrupt. In Verbindung mit einer Kaltfront zog er von West nach Ost über das Wallis und verursachte zunächst lokal heftige Regenschauer und Gewitter und dann einen empfindlichen Temperaturrückgang.

Somit fielen die im September gemessenen Niederschlagsmengen im Westen des Kantons etwas reichlicher aus, mit Gesamtmengen, die generell zwischen 25 und 50 mm lagen und bei der Messstation Clusanfe bis zu 76 mm erreichten. Im grössten Teil des Mittel- und Oberwallis fielen hingegen weniger als 25 mm Niederschlag (Abbildung 1).


 

Abbildung 1: Niederschlagssumme in Millimetern für September 2026 Quelle: MeteoSchweiz/CREALP.

 

Relativ gesehen weist das Oberwallis die deutlichsten Niederschlagsdefizite auf. Die dortigen Niederschlagsmengen liegen generell unter 35 % der üblichen monatlichen Niederschlagsmengen. In Ulrichen, wo nur 7 mm gemessen wurden, beträgt die Niederschlagsmenge sogar weniger als 15 % eines September-Monatsmittels. Im übrigen Kanton blieben die Niederschlagsmengen unter 50 % der Normalwerte (Abbildung 2).


 

Abbildung 2: Monatliche Niederschlagsabweichung für September 2026 gegenüber der Referenzperiode 2010-2025, ausgedrückt in %. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP.

 

Grundwasser

Beim Grundwasser zeigt sich erneut das kontrastreiche Bild des Vormonats: Im oberen Teil des Kantons sind die Grundwasserstände eher hoch, während sie im unteren Teil eher unter dem Normalwert oder genau auf der Höhe des Normalwerts liegen.

Gemäss den in der Vergangenheit beobachteten Entwicklungen ist der Monat September im Allgemeinen die Übergangszeit zwischen dem Ende des sommerlichen Hochwassersstands und dem Beginn der Rückgangphase. Im oberen Teil (Oberwallis) scheint sich die Hochwasserperiode in diesem Jahr leicht in Richtung Spätsommer verschoben zu haben. Im Vergleich zu den Vorjahren erscheint das Oberwallis somit ziemlich feucht. Diese Situation ist im Zusammenhang mit der Entwicklung der Rhone zu sehen, die im gleichen Zeitraum ziemlich grosse Abflussmengen verzeichnete, was sicherlich auf einen erheblichen Zufluss von Gletscherschmelzwasser zurückzuführen war. Interessant ist der Kontrast zwischen der Grundwassersituation und der Niederschlagsentwicklung im gleichen Zeitraum, der deutlich macht, dass das Grundwasser auf vielfältige Einflüsse reagiert.

Im unteren Kantonsteil ist dieser Beitrag durch die Schmelze deutlich weniger ausgeprägt, scheint aber dennoch zu erklären, warum die Grundwasserstände nahe den Normalwerten blieben, trotz der eher defizitären Niederschlagssituation am Ende des Sommers.

Punkto Dynamik weisen alle Piezometer auf rückläufige Entwicklungen hin, mit einer allerdings noch geringen Amplitude. Daher zeigt sich diese Situation auf der Karte als in der Entwicklung gleichbleibend. Dies ist die Dynamik, die für diese Jahreszeit zu erwarten ist.

Die Messstelle unterhalb von Riddes zeigt gegenüber den Erfahrungswerten der Vergangenheit weiterhin äusserst ungewöhnliche Werte an, was bestätigt, dass es offenbar lokale Faktoren sind, die das hier gemessene Signal stören.

Generell entspricht die Situation im September in der Entwicklung den saisonalen Erwartungen und ist geprägt von einem Kontrast zwischen einem eher feuchten Oberwallis und einem leicht defizitären Unterwallis.

  • Region Unterwallis: Unterhalb von Martigny blieben die Grundwasserstände im Bereich der Normalwerte oder knapp darunter. Die beobachteten Rückgänge sind mässig bis schwach, doch die Grundwasserstände tendieren überall nach unten (vorläufig noch mässig). Die Situation oberhalb von Martigny ist ähnlich, mit Ausnahme der Region Riddes, die für den vergangenen Monat eine Anomalie darstellt.
  • Region Mittelwallis: Die Grundwasserstände liegen über dem Normalwert und entsprechen damit der Tendenz der vergangenen Monate. Unterhalb von Sitten verbessert sich die Lage gegenüber dem Vormonat.
  • Region Oberwallis: Die Grundwasserstände liegen über den für diesen Zeitraum üblichen Werten. Der Einfluss der Gletscherschmelze macht sich bemerkbar.
     


 

Abbildung 3: Kantonale Grundwasserüberwachung: Stand der im September 2026 erhobenen Grundwasserstände. Bulletin erstellt anhand von 11 Messstellen (vorher 12), da eine defekt. Quelle: Kantonales Überwachungsnetz für das Grundwasser. DUW/DNAGE/CREALP