Kantonales hydrologisches Bulletin – Juli 2026
Rekordhitze, nur spärliche Gewitter
Wetter
Der Juli war im Wallis von aussergewöhnlich hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit geprägt. Nach einem bereits warmen Monatsbeginn setzte ab dem 7. Juli eine extreme Hitzeperiode ein. Diese hielt bis zur Monatsmitte an, bevor sie von einer Gewitterfront unterbrochen wurde.
Am 16. Juli zogen heftige Gewitter über den Kanton hinweg und brachten lokal starke Niederschläge und stürmische Winde. Im Unterwallis betrugen die Niederschlagsmengen lokal über 40 mm. Diese kurzzeitig zwar starken Niederschläge vermochten die Trockenheit aber nur vorübergehend zu lindern. Nach einer etwas kühleren Phase herrschten Ende des Monats wieder Hitze und Trockenheit.
Auch im Juli verteilten sich die Niederschläge räumlich wieder ungleichmässig. Zu erkennen sind die für Gewitterniederschläge typischen Zellen. Insgesamt regnete es rechts der Rhone und im Unterwallis stärker als links der Rhone. In der Region Sanetsch wurden monatliche Niederschlagsmengen von über 150 mm verzeichnet (Abbildung 1).
Abbildung 1: Niederschlagssumme in Millimetern für Juli 2026. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP
Diese Diskrepanz zwischen den beiden Seiten des Rhonetals zeigt sich auch bei den Niederschlagsabweichungen. Im Gebiet zwischen Siders und Brig fiel überdurchschnittlich viel Niederschlag, wobei die Mengen lokal 120 bis 140 % der üblichen Werte erreichten. Demgegenüber wurden die deutlichsten Defizite im Unterwallis beobachtet, wo die Niederschlagsmengen im Allgemeinen zwischen 65 und 80 % der üblichen Mengen lagen (Abbildung 2).
Abbildung 2: Monatliche Niederschlagsabweichung für Juli 2026 gegenüber der Referenzperiode 2010-2025, ausgedrückt in %. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP
Grundwasser
Die Grundwasserstände liegen bei den meisten überwachten Piezometern im Bereich der saisonalen Normalwerte oder leicht darunter. Die Pegel nahe den Normalwerten lassen sich mit der Grundwasserneubildung durch die endende Schneeschmelze im oberen Teil des Rhonebeckens sowie durch die lokal starken Niederschläge Ende Juni und Mitte Juli im Unterwallis erklären. Zur Entwicklung ist festzustellen, dass sie, nach Erreichen des Höchstwasserstands der Schneeschmelze, in der Tendenz gleichbleibend ist.
Der Höchstwasserstand nach der Schneeschmelze trat in diesem Jahr früher ein als in den Vorjahren. Obwohl die Grundwasserstände gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen sind, bleiben sie bei jenen Piezometern, die unter dem Einfluss der Schneeschmelze und den Pegelständen der Rhone stehen, also jenen zwischen Siders und Martigny, weiterhin niedrig.
Gegenüber dem Vorjahr sind die in diesem Jahr beobachteten Grundwasserstände etwas niedriger und weisen eine überwiegend gleichbleibende Tendenz auf, während im Juli 2025 eine ansteigende Tendenz vorherrschte.
Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit machen sich beim Grundwasservorkommen der Rhone erst allmählich bemerkbar; für das Grundwasser entsprechen die Bedingungen in diesem Juli noch ungefähr den saisonalen Erwartungen.
- Region Unterwallis: Unterhalb von Martigny reagierte der Grundwasserspiegel auf die Niederschläge Ende Juni und Mitte Juli, wodurch er auf einem Stand nahe an den Normalwerten blieb und gegenüber dem Vormonat eine eher gleichbleibende Tendenz aufwies. Oberhalb von Martigny liegen die gemessenen Grundwasserstände zwar weiterhin unter dem Normalwert, es ist jedoch eine leichte Verbesserung gegenüber Juni zu beobachten.
- Region Mittelwallis: Zwar ist der Einfluss der Schneeschmelze noch spürbar, doch ihren Höhepunkt hat sie überschritten und der von ihr herbeigeführte Anstieg reicht nicht aus, um die Normalwerte zu erreichen; diese bleiben unter der Norm für den Monat Juli (mit Ausnahme der einen Messstelle, die schon seit Beginn des Jahres 2026 aussergewöhnliche, von lokalen Faktoren beeinflusste Werte liefert). Somit liegen die Grundwasserstände unter den Normalwerten, weisen jedoch trotz Niederschlagsdefizit und grosser Hitze eine gleichbleibende Tendenz auf.
- Region Oberwallis: Die Grundwasserstände liegen im Bereich der Normalwerte oder sogar leicht darüber, bei gleichbleibender oder leicht ansteigender Tendenz. Sie stehen weiterhin unter dem Einfluss der Schneeschmelze in den Höhenlagen, obwohl sich diese ihrem Ende zuneigt.
Abbildung 3: Kantonale Grundwasserüberwachung: Stand der im Juli 2026 erhobenen Grundwasserstände. Quelle: Kantonales Überwachungsnetz für das Grundwasser. DUW/DNAGE/CREALP
