Kantonales hydrologisches Bulletin – Dezember 2025
Dezember ohne Schnee, Weihnachten auf dem Balkon.
1. Wetter
Die ersten drei Wochen im Dezember 2025 waren hochdruckbestimmt. Am Monatsanfang lagen die Temperaturen nahe an den Normwerten 1991–2020; anschliessend stiegen sie deutlich über die für die Jahreszeit üblichen Werte. Die anhaltend milden Temperaturen und die geringen Niederschläge zu Beginn des Monats begünstigten das Abschmelzen des Schnees, der im November in den mittleren Höhenlagen gefallen war.
Die höchsten Niederschlagsmengen wurden in der Simplonregion gemessen; diese waren jedoch für die Jahreszeit gering. An der Station Simplon Dorf wurden über den gesamten Dezember 48 mm registriert, während in weiten Teilen des Gebiets weniger als 25 mm fielen (Abbildung 1).
Abbildung 1: Niederschlagssumme in Millimetern für Dezember 2025. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP
Relativ gesehen war im gesamten Wallis ein Niederschlagsdefizit zu verzeichnen. In den meisten Regionen wurden lediglich 15 bis 35 % der Monatsnorm erreicht (Abbildung 2). Besonders ausgeprägt war das Defizit in der Region zwischen Martigny und Monthey sowie im Goms, wo lokal weniger als 15 % der üblichen Niederschlagsmenge gemessen wurden.
Abbildung 2: Anomalie mensuelle de précipitations pour décembre 2025 exprimée en % par rapport à la période de référence 2010-2024. Source : MétéoSuisse/CREALP.
2. Grundwasser
Ende 2025 konnte man feststellen, dass die Lage im Dezember quasi ein Abbild jener im November war. Demnach gab es keine markanten Unterschiede bei den Wasserständen, die insgesamt im Bereich der Norm oder darüber lagen. Auch bei den Tendenzen zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Abweichungen im Monatsvergleich betrugen durchschnittlich rund −0,10 m. Am deutlichsten sanken die Wasserstände im Ober- und Unterwallis. Diese Rückgänge dürften auf die starken Niederschlagsdefizite in diesen Regionen im Dezember zurückzuführen sein. Im Mittelwallis deuten die nahezu gleichbleibenden Grundwasserstände auf eine höhere Trägheit des Grundwasserleiters hin. Das teilweise Abschmelzen der November-Schneedecke Anfang Dezember schien die Wasserstände nicht wesentlich beeinflusst zu haben. Abschliessend ist die atypische Entwicklung in der Region Collonges zu erwähnen: Dort wurde eine steigende Tendenz von +0,30 bis +0,50 m beobachtet. Diese dürfte mit dem Abschluss der Spülarbeiten an der Stauanlage Lavey zusammenhängen, die im November eine deutliche Absenkung der Grundwasserstände verursacht hatten.
- Region Unterwallis: Grundwasserstände über dem Normalwert in der Region Chablais, weiterhin tiefe Grundwasserstände in der Region Martigny, überwiegend sinkende Tendenz.
- Region Mittelwallis: Grundwasserstände über der Norm. Überwiegend gleichbleibende oder sinkende Tendenz.
- Region Oberwallis: Grundwasserstände über oder gleich dem Normalwert und sinkende Tendenz.
Abbildung 3: Kantonale Grundwasserüberwachung: Stand der im Dezember 2025 erhobenen Grundwasserstände. Quelle: Kantonales Überwachungsnetz für das Grundwasser. DUW/DNAGE/CREALP.
