Kantonales hydrologisches Bulletin – April 2026
Der Regen hat sich abgemeldet.
Wetter
Der April begann mit einer relativ kühlen Periode, auf die rasch eine deutlich mildere Phase folgte. Unter dem Einfluss eines Hochdruckgebiets sorgte eine Warmluftmasse vom 4. bis 9. April für fast sommerliche Temperaturen mit Höchstwerten, die lokal über 20°C lagen und in der Talebene sogar 25°C erreichten. Diese Phase ging mit einer starken Sonneneinstrahlung und einer generell stabilen Wetterlage einher. Mitte des Monats sanken dann die Temperaturen vorübergehend, bevor sich gegen das Monatsende wieder trockene und sonnige Verhältnisse einstellten.
Sowohl in der gesamten Schweiz als auch im Kanton Wallis war der Monat, vor dem Hintergrund anhaltender, dominierender Hochdrucklagen, durch Temperaturen deutlich über der Norm und übermässige Sonneneinstrahlung gekennzeichnet. Diese Wetterverhältnisse begünstigten eine starke Austrocknung der Böden und der Atmosphäre.
Die Niederschläge blieben während des gesamten Monats gering. Im Kanton Wallis lagen die monatlichen Niederschlagsmengen im Allgemeinen zwischen 2 und 25 mm. Höhere Werte, lokal bis zu 50 mm, wurden entlang des südlichen Alpenkamms vom Simplon bis zum Talgrund im Goms beobachtet (Abbildung 1).
Abbildung 1: Niederschlagssumme in Millimetern für April 2026. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP.
Im Vergleich zur Referenzperiode 2010–2025 ist für den gesamten Kanton ein generelles Niederschlagsdefizit zu verzeichnen (Abbildung 2). Auch die kumulierten Niederschlagsmengen weisen im gesamten Kanton ein generelles Defizit auf, das meist zwischen 15 und 35 % der Norm liegt. Lokal, vor allem in der Region Martigny, liegen die Werte unter 15 %, was ein besonders grosses Defizit darstellt. Demgegenüber erhielten die Regionen Simplon und Binn mit Niederschlagsmengen von 35 bis 50 % der Norm relativ mehr Niederschlag, weshalb das Defizit moderater ausfiel.
Insgesamt zeichnete sich der Monat durch warme, sehr sonnige und aussergewöhnlich trockene Bedingungen aus, was den landesweit beobachteten Tendenzen entsprach.
Abbildung 2: Monatliche Niederschlagsabweichung für April 2026 gegenüber der Referenzperiode 2010-2025, ausgedrückt in %. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP.
Grundwasser
Vor dem Hintergrund, dass die Grundwasserstände im Allgemeinen eher über den Normalwerten lagen, hatte der Niederschlagsmangel im letzten Monat keine allzu negativen Auswirkungen auf den Grundwasserleiter der Rhoneebene.
Die Grundwasserstände liegen nach wie vor meist über der Norm oder nahe daran.
Was die Entwicklung betrifft, stand dieser April insgesamt im Zeichen der Stabilität, wobei die im Laufe des Monats verzeichneten Schwankungen fast alle im Bereich von 5 bis 10 cm lagen und im Allgemeinen eher nach oben tendierten.
In der Region Siders, die bereits im Vormonat eine Ausnahme bildete, bleibt das Grundwasser auf einem hohen oder extrem hohen Stand, je nach Messort.
Nicht in dieses Bild passt jedoch die Region Martigny mit sehr niedrigen oder extrem niedrigen, aber stabilen Grundwasserständen. An den betreffenden Messorten werden zu dieser Jahreszeit jedoch häufig niedrige Wasserstände beobachtet.
Im Vergleich zur Vorjahresperiode geben die höheren und stabilen Grundwasserstände das Bild einer feuchteren Lage ab.
- Region Unterwallis: Grundwasserstände um den Normalwert oder darüber, in der Region Coude de Martigny weiterhin niedrig, mit durchweg gleichbleibender Tendenz.
- Region Mittelwallis: Grundwasserstände über oder gleich dem Normalwert. Überwiegend gleichbleibende Tendenz (nur ein Messort zeigt eine Senkung an).
- Region Oberwallis: Grundwasserstände über oder gleich dem Normalwert, Tendenz leicht steigend.
Abbildung 3: Kantonale Grundwasserüberwachung: Stand der im April 2026 erhobenen Grundwasserstände. Quelle: Kantonales Überwachungsnetz für das Grundwasser. DUW/DNAGE/CREALP.
