Neues Trinkwasserreservoir in Fully in Betrieb
Mehr als zehn Jahre nach Beginn der Arbeiten befinden sich die Projekte für das neue Reservoir Châtaigneraie und die dazugehörige Ultrafiltrationsanlage in der Abschlussphase.
Beim Place du Pétrole in Fully wurde das Trinkwasserreservoir Châtaigneraie in Betrieb genommen; die Bauarbeiten dazu hatten 2012 begonnen. Derzeit läuft die schrittweise Inbetriebnahme der Ultrafiltrationsanlage, die das Wasser aus dem Grand Lac de Sorniot aufbereitet, bevor es in das neue Reservoir mit einem Fassungsvermögen von 4000 m³ gelangt.
Schrittweiser Übergang vom Grundwasser zum Wasser aus dem Lac de Sorniot
Bislang stammte das Trinkwasser der Gemeinde hauptsächlich aus dem Grundwasser der Rhoneebene. Letzteres wird nun nach und nach durch Wasser aus dem Lac de Sorniot ersetzt. Der See erfüllt somit künftig drei Funktionen: Er dient dem Tourismus, der Energiegewinnung durch Turbinierung sowie der Trinkwasserversorgung.
Die Umstellung erfolgt schrittweise über einen Zeitraum von rund vier bis fünf Wochen: Der Anteil des Seewassers am Trinkwasser wird dabei von 20 über 40 und 60 auf schliesslich 80 Prozent angehoben. Die Grundwasserentnahme wird teilweise aufrechterhalten. Das Grundwasser wird zur Bewässerung genutzt und steht bei dringendem Bedarf rasch zur Verfügung.
Das Ultrafiltrationsverfahren
Bei der Vorbehandlung werden grössere Partikel und Verunreinigungen entfernt. Danach folgt der entscheidende Schritt: die Filtration. Das Wasser wird durch die Ultrafiltrationsmembran geleitet, die u. a. Viren und Bakterien zurückhält und gleichzeitig sauberes Wasser durchlässt. In der Nachbehandlung wird dann sichergestellt, dass das Wasser zur Nutzung bereit ist, etwa durch die Anpassung des pH-Werts oder die Zugabe von Desinfektionsmitteln.
Investitionen in Höhe von zehn Millionen Franken
Für den Bau des neuen Reservoirs und des Ultrafiltrationssystems wurden Kosten von neun Millionen Franken veranschlagt. Über eine Million Franken wurden in den Ausbau der neuen Leitungen für die Trinkwasserversorgung investiert. Zur Finanzierung dieser Infrastrukturen wurden die Wassertarife erhöht. Der Preis pro Kubikmeter Trinkwasser stieg damit von 1.50 auf 2 Franken (verbrauchsabhängiger Anteil), jener für Bewässerungswasser von 50 Rappen auf 1 Franken.

