Wasserstrategie

Kantonales hydrologisches Bulletin – August 2026

August: Willkommener Regen inmitten eines trockenen Sommers

 

Wetter

Wie bereits die Vormonate war auch der August von anhaltend heissen und trockenen Bedingungen geprägt, die von einigen Gewittern unterbrochen wurden. Nach einem sommerlichen Monatsbeginn setzte in der zweiten Woche erneut eine Hitzewelle ein. Im Wallis wurde für den 13. bis 15. August eine Hitzewarnung der Stufe 3 abgegeben, mit lokalen Höchsttemperaturen bei 35 °C.

Die im Laufe des Monats auftretenden Gewitter waren von teilweise starken Niederschlägen begleitet, doch da Gewitter örtliche Ereignisse sind, fiel die räumliche Verteilung der Niederschlagsmengen sehr unterschiedlich aus. Diese ungleiche Verteilung zeigt sich im gesamten Kanton: Insgesamt lagen die Niederschlagsmengen im Wallis nahe an der Norm, doch in einzelnen Gebieten des Oberwallis und entlang des südöstlichen Alpenkamms waren die Niederschlagsmengen relativ hoch.

Im Mittelwallis lagen die Niederschlagsmengen nahe an der für August geltenden Norm von rund 75 mm, ausser in der Region Nendaz und am Eingang zum Val d’Hérens, wo Gewitterzellen die Mengen auf über 150 mm ansteigen liessen. Im Oberwallis fielen die Niederschläge am Simplon, im Binntal und im oberen Teil des Saastals mit Mengen von über 200 mm besonders stark aus. Im Unterwallis wurden die höchsten Niederschlagsmengen im Val d’Illiez verzeichnet (Abbildung 1).


 

Abbildung 1: Niederschlagssumme in Millimetern für August 2026 Quelle: MeteoSchweiz/CREALP

Relativ gesehen weisen das Arolla- und das Massa-Tal die grössten Defizite im Kanton auf und erreichen nur etwa 65 % der monatlichen Norm. Dagegen wurden in der Gegend von Morgins, Nendaz und entlang des südöstlichen Alpenkamms im Oberwallis überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gemessen. Am Simplon wurde eine Niederschlagsabweichung beobachtet, wobei die Niederschlagsmengen mehr als 220 % der üblichen Werte erreichten (Abbildung 2). 


 

Abbildung 2: Monatliche Niederschlagsabweichung für August 2026 gegenüber der Referenzperiode 2010-2025, ausgedrückt in %. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP

 

Grundwasser

Bei den Grundwasserständen zeigt sich ein gemischtes Bild. Im Kantonsteil oberhalb von Sitten zeigt sich eine eher feuchte Situation, was mit den erheblichen Niederschlägen in diesem Gebiet zusammenhängt. Im Kantonsteil unterhalb von Sitten, von Sitten bis zur Rhonemündung in den Genfersee, liegen die in den Grundwasserleitern gemessenen Wasserstände hingegen eher unter den saisonalen Normwerten. Lokal, unterhalb von Riddes, bildet eine Messstelle eine Ausnahme, da die Wasserstände dort während des gesamten Monats August auf einem relativ hohen Niveau blieben. Hier scheinen lokale Faktoren die Erklärung für dieses ungewöhnliche Verhalten zu sein.

Diese Jahreszeit ist in der Regel der Wendepunkt, an dem der Höhepunkt der Schneeschmelze abklingt und sich die Wasserstände zu stabilisieren beginnen oder eine sinkende Tendenz aufweisen. Der August 2026 entspricht im Grossen und Ganzen dem üblichen Verlauf, da die beobachteten Schwankungen im Allgemeinen stabil waren oder leicht abwärts tendierten. Die Regionen Siders und Riddes bilden eine Ausnahme, da die Wasserstände im vergangenen Monat hoch blieben.

Die Bedingungen in diesem August entsprachen somit weitgehend den saisonalen Erwartungen für das Grundwasser.

  • Region Unterwallis: Unterhalb von Martigny blieben die Grundwasserstände knapp unter dem Normalwert, und die beobachteten Senkungen sind gering oder schwach. Die Situation oberhalb von Martigny ist ähnlich, mit Ausnahme der Region Riddes, die für den vergangenen Monat eine Abweichung vom Normalwert aufwies.
  • Region Mittelwallis: Wie bereits im Juli sorgt die Schneeschmelze für eine gewisse Stützung und erklärt die Grundwasserstände im Bereich des Normalwerts. Oberhalb von Sitten lässt sich die gleichbleibende oder sogar leicht ansteigende Tendenz durch ein ungewöhnliches Verhalten des Grundwasserleiters erklären, der in diesem Gebiet träger reagiert als in den Vorjahren.
  • Region Oberwallis: Die Grundwasserstände liegen im Bereich des Normalwerts. Der Einfluss der Schneeschmelze und die reichlichen Niederschläge im Laufe des Monats sind die einleuchtende Erklärung für diese Entwicklungen.

Es ist anzumerken, dass eine Messstelle aufgrund eines unvollständigen Datensatzes (Hardwareausfall, der zu einer Datenlücke geführt hat) ausnahmsweise aus der Analyse ausgeschlossen wurde. Es wird erwartet, dass sich die Situation bis zum nächsten Erhebungszeitpunkt wieder normalisiert.
 


 

Abbildung 3: Kantonale Grundwasserüberwachung: Stand der im August 2026 erhobenen Grundwasserstände. Quelle: Kantonales Überwachungsnetz für das Grundwasser. DUW/DNAGE/CREALP