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Veröffentlichung von Band 37 der Beihefte zu Vallesia - Le Rhône. Imaginaires, frontière et trait d’union

Unter dem Titel Le Rhône. Imaginaires, frontière et trait d’union widmet das Staatsarchiv Wallis den 37. Band der Beihefte zu Vallesia einem der prägenden Elemente des Walliser Territoriums. Die Publikation ist das Ergebnis der Forschungsarbeiten des Vereins Mémoires du Rhône und vereint achtzehn Beiträge, welche den Fluss aus historischer, ökologischer, kultureller und gesellschaftlicher Perspektive beleuchten. Die Publikation würdigt zugleich den Historiker Pierre Dubuis, Begründer des Vereins Mémoires du Rhône und herausragende Persönlichkeit der Forschung im Alpenraum.

Unter dem Titel Le Rhône. Imaginaires, frontière et trait d’union ist der 37. Band der Beihefte zu Vallesia erschienen. Die 1988 ins Leben gerufene Reihe dient der Veröffentlichung umfangreicher Forschungsarbeiten zur Geschichte und zum Kulturerbe des Wallis. Der aktuelle Sammelband wird vom Staatsarchiv Wallis in Zusammenarbeit mit dem Verein Mémoires du Rhône herausgegeben. Er vereint Beiträge, die auf den vom Verein in den Jahren 2021 und 2024 organisierten Tagungen präsentiert wurden. Die Publikation bietet eine interdisziplinäre Sicht der Rhone, ihrer Geschichte, der mit ihr verbundenen Wahrnehmungen und vielfältigen Nutzungen.

Mémoires du Rhône: über 20 Jahre interdisziplinäre Forschung

Der Verein Mémoires du Rhône wurde 2002 gegründet, um interdisziplinäre Forschungsarbeiten zur Rhone, ihrem Umfeld und zum Verhältnis der am Fluss lebenden Bevölkerungen zu diesem selbst zu fördern. Er vereint Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen und verfolgt mehrere Zielsetzungen: die Identifizierung von Fachleuten, die sich mit Themen rund um die Rhone befassen; die Förderung von wissenschaftlichem Austausch; die Bekanntmachung verfügbarer Quellen und Ressourcen sowie die Anregung neuer Forschungsarbeiten.

Seit fast einem Vierteljahrhundert entfaltet der Verein seine Tätigkeit durch die Organisation wissenschaftlicher Tagungen, die Veröffentlichung von Referenzwerken und die Organisation von Veranstaltungen rund um die Rhone. Die vorliegende Publikation ist das vierte Gemeinschaftswerk des Vereins.

Eine Hommage an Pierre Dubuis

Die Veröffentlichung dieses Werks ist zugleich eine Gelegenheit Pierre Dubuis (1948–2024) zu würdigen. Der renommierte Mittelalterhistoriker war eine herausragende Persönlichkeit der Forschung zum Alpenraum. Als Professor, Dozent und Forschungsbeauftragter an den Universitäten Lausanne und Genf widmete er sich insbesondere der Geschichte der Gesellschaften im Alpenraum, ihren Techniken und den Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt.

Auf seine Anregung hin gründete 2002 eine Gruppe von rund zehn Forschendens verschiedener Fachrichtungen die pluridisziplinäre Reflexionsgruppe Mémoires du Rhône. Pierre Dubuis spielte eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der Kenntnisse über die Rhone im Alpenraum und beim Aufbau eines fruchtbaren Dialogs zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Sein intellektuelles Erbe inspiriert auch weiterhin Forschungsarbeiten zum Fluss.

Eine Publikation, um die Rhone in all ihren Dimensionen zu verstehen

Der jüngste Band der Beihefte zu Vallesia setzt die interdisziplinäre Erforschung der vielfältigen Beziehungen zwischen der Rhone, ihrer Ebene und den Nutzungsformen fort, die hier im Laufe der Zeit entstanden sind. Die versammelten Beiträge zeigen eindrücklich, dass der Fluss zugleich Naturraum, historischer Akteur, kultureller Bezugspunkt und gesellschaftliche Herausforderung ist.

Der erste Teil der Publikation umfasst sieben Beiträge und widmet sich den Wahrnehmungen und Vorstellungen rund um die Rhone. Im Mittelpunkt stehen dabei Darstellungen des Flusses; die der Natur zugeschriebenen Werte; die Wahrnehmung von Gefahren sowie aktuelle Überlegungen zur Rechtspersönlichkeit von Gewässern.

Der zweite Teil versammelt fünf Beiträge zur Rhone als Grenze. Die Autorinnen und Autoren analysieren die trennende Funktion des Flusses zwischen seinen beiden Ufern; die durch wasserbauliche Eingriffe entstandenen Grenzen; den Wandel der Wahrnehmung der Rhonekorrektion sowie die von den Dämmen geprägte, bewegliche Grenze zwischen Land und Wasser.

Der dritte Teil der Publikation umfasst sechs Beiträge, welche die Rhone als verbindendes Element beleuchten. Untersucht werden die ökologische Vernetzung des Flusses sowie seine historische Funktion als kulturelle, wirtschaftliche und menschliche Verbindung – seit der Antike und über die politischen Grenzen hinweg.

Die Publikation online bestellen: Beihefte zu Vallesia 37 – Staatsarchiv Wallis

Fête du Rhône, 1948. Photographe : Samuel Aegerter. Photo conservée à la MV-Martigny, 013phC48s01-04