Die 3. Rhonekorrektion nimmt neue Bauetappen im Chablais in Angriff
Die 3. Rhonekorrektion (R3) wird im Chablais mit mehreren wichtigen Etappen fortgesetzt: mit dem Abschluss der Bauarbeiten am neuen Damm «Les Grandes Îles», dem Baubeginn im Bereich «Îles des Clous», der ersten «interkantonalen Baustelle» (VD-VS) und der öffentlichen Auflage der Prioritären Massnahme «Delta» in Noville vom 24. Januar und in Port-Valais vom 23. Januar bis 23. Februar 2026. Alle diese Projekte tragen dazu bei, die Hochwassersicherheit zu erhöhen, die Biodiversität zu erhalten und die Uferräume der Rhone in der Region für die Öffentlichkeit attraktiver zu gestalten.
Ein neuer Damm bei «Les Grandes Îles» (Bex und Ollon)
Die Bauarbeiten für den neuen Damm bei «Les Grandes Îles» in den Gemeinden Bex und Ollon begannen im September 2023 und wurden Ende 2025 plangemäss abgeschlossen. In der Endabrechnung belaufen sich die Baukosten auf insgesamt 12 Mio. Franken. Die Kosten werden von den Kantonen Waadt und Wallis zu je rund 20 % und zu 58 % vom Bund getragen. Auch die Gemeinden beteiligen sich mit 2 bis 3 %, je nach den in beiden Kantonen geltenden Regelungen. Diese Kostenaufteilung gilt für alle im Chablais geplanten Massnahmen. Die vorgezogenen Bauarbeiten sind Teil eines umfassenderen Vorhabens zur Sicherung dieses Gebiets vor Überschwemmungen und stellen einen ersten Schritt zum Schutz des weiter flussabwärts gelegenen Industriegebiets von Aigle dar. Der alte Damm ist brüchig geworden, der Neubau dient nun dazu, das Wasser bei Hochwasser besser zurückzuhalten und so das Risiko erheblicher Schäden zu verringern. Entlang des Dammes wurden ausserdem Flächen angelegt, die der Öffentlichkeit als Ort für Naturbeobachtungen und als Erholungsgebiet dienen sollen.
Erste «interkantonale Baustelle»: Bauarbeiten im Bereich «Îles des Clous» (Yvorne und Vouvry)
Anfang 2026 beginnen die ersten «interkantonalen Bauarbeiten» für das Projekt der 3. Rhonekorrektion «Îles des Clous» in den Gemeinden Yvorne (VD) und Vouvry (VS). Zunächst werden Forstarbeiten, archäologische Ausgrabungen und geotechnische Untersuchungen durchgeführt, um mehr über die Beschaffenheit von Boden und Untergrund zu erfahren. Diese Arbeiten ermöglichen eine Optimierung der darauffolgenden Bauetappen. Das gesamte Bauvorhaben, das sich über vier Jahre erstreckt und bis 2029-2030 abgeschlossen sein soll, umfasst die Sanierung einer ehemaligen Deponie, die Aufweitung des Flussbetts, die Verstärkung des Damms auf Walliser Seite sowie den Bau eines neuen Damms auf Waadtländer Seite. Auch eine Revitalisierung des «Grand Canal» und des Weihers «Etang de Versvey ist geplant. Die Gesamtkosten dieser Massnahme sind auf 113 Millionen Franken veranschlagt und werden von beiden Kantonen zu je rund 20 % finanziert. Es wird mit einem Bundesbeitrag von 55 bis 60 % gerechnet. Die Gemeinden beteiligen sich ebenfalls mit 2 bis 3 %, je nach den in den beiden Kantonen geltenden Regelungen.
Die Kantone Waadt und Wallis setzen damit ihre gemeinsamen Bemühungen fort, den Schutz des Chablais vor Rhonehochwassern dauerhaft zu verbessern. Die vollständige und dauerhafte Sicherung der Ebene wird mit der Umsetzung aller im Chablais geplanten Massnahmen erreicht werden. Zur Erinnerung: Die Bauarbeiten bei «Les Grandes Îles» und «Les Îles des Clous» sind Teil der «Prioritären Massnahme Chablais» (PM Chablais), einem der wichtigsten Projekte der 3. Rhonekorrektion, die einen etwa 15 km langen Flussabschnitt zwischen den Gemeinden Bex/Massongex und dem Gebiet Aigle/Vouvry umfasst. Die vorgezogenen Arbeiten fügen sich nahtlos in diese strukturierende Massnahme ein.
Rhone-Delta: Revitalisierung kommt zur öffentlichen Auflage (Noville und Port-Valais)
Die Rhone, die derzeit bis zum Genfersee kanalisiert ist, wird dank der «Prioritären Massnahme Delta» wieder eine natürliche Mündung erhalten. Dazu sollen am rechten Ufer, unterhalb der Fussgängerbrücke «Passerelle des Grangettes», zwei neue Arme geschaffen werden. Diese Massnahmen werden insbesondere dazu beitragen, die ökologische Vielfalt des Gebiets wiederherzustellen, den Schutz der Bevölkerung vor Überschwemmungen zu verbessern und die Uferräume der Rhone in der Region für die Öffentlichkeit attraktiver zu gestalten. Die mit 52 Millionen Franken veranschlagte Massnahme erhält aufgrund ihrer Bedeutung für die Revitalisierung vom Bund eine zusätzliche Unterstützung, womit der Bundesbeitrag auf 75 bis 80 % des Gesamtbetrags ansteigt. Die Kantone übernehmen den Restbetrag, abzüglich der für das gesamte Chablais festgelegten kommunalen Beteiligungen.
Dieses Projekt wird in den Gemeinden Noville ab dem 24. Januar und Port-Valais ab dem 23. Januar bis zum 23. Februar 2026 für beide Gemeinden öffentlich aufgelegt. Das ganze Dossier kann eingesehen werden:
- in der Gemeindekanzlei von Noville;
- im Gemeindesekretariat von Port-Valais;
- auf www.vd.ch/rhone3 und auf www.vs.ch/rhone.
Zudem findet am 29. Januar 2026 um 18 Uhr in Noville (Salle du Battoir, Chemin du Battoir 17) eine öffentliche Informationsveranstaltung statt, bei der die Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen und mehr über dieses Grossprojekt erfahren können.
Weitere Informationen auf:
|
Zum Projekt Rhone 3: Die dritte Rhonekorrektion ist ein Grossprojekt, das darauf abzielt, den Fluss und seine Umgebung von der Quelle bis zum Genfersee (auf 162 km Länge) gegen Hochwasserrisiken zu sichern und gleichzeitig die ökologischen und sozialen Funktionen des Flusses zu verbessern. Es umfasst zahlreiche und umfangreiche Massnahmen in den Kantonen Waadt und Wallis. |
