Prarion

Hérémence

Willkommen

Die extrem selten gewordenen Feuchtgebiete sind sehr wertvolle Standorte für die Bewahrung der Biodiversität. 1850 bedeckten Moore rund 250'000 Hektaren der Schweiz, was ungefähr der Hälfte der Fläche des Kantons Wallis entspricht. 90 % davon sind heute aufgrund von Entwässerung oder Torfabbau verschwunden. Aus diesem Grund ist das Moor von Prarion auf kantonaler Ebene seit 2014 rechtlich geschützt. Dieses Feuchtgebiet gehört zu den Biotopen, die als Ausgleichsmassnahme für den Bau des Wasserkraftwerks Cleuson-Dixence zwischen 1993 und 1998 von den Firmen Alpiq und Grande Dixence angelegt wurden.

Das Flachmoor von Prarion wird durch einen Wasserlauf, die Dixence, zweigeteilt. Am rechten Ufer befindet sich eine Reihe von kleinen Tümpeln, die von regelmässigen Wasserabflüssen gespeist werden. Der Boden ist dicht und nährstoffreich mit einer üppigen, alles bedeckenden Vegetation. Am linken Ufer wurden auf dem durchlässigen Auenboden Teiche angelegt, deren Wasserversorgung durch die Versickerung aus dem Flussbett der Dixence sichergestellt ist.

Die Teiche sind an beiden Ufern von Riedwiesen gesäumt, die ein Flachmoor bilden. Der Begriff Flachmoor bezeichnet feuchte Pflanzenformationen, die von der Zufuhr von häufig mineralstoffreichem Wasser aus dem Untergrund, von Hängen oder zeitweiligen Überschwemmungen profitieren. Im Gegensatz dazu werden Hochmoore ausschliesslich durch sehr nährstoffarmes Niederschlagswasser gespeist.

In dem Feuchtgebiet wurden 2003 Arbeiten durchgeführt (Ausheben von Teichen und Entfernung von Gestrüpp).

  Prarion, Foto: © DWNL

Fauna

Die kleinen Teiche, die die Feuchtgebiete durchziehen, werden vom Grasfrosch sehr geschätzt. Zahlreiche Kaulquappen entwickeln sich hier. Wirbellose Wassertiere sind an diesem Ort ebenfalls zu finden, wie Libellen (z. B. die Frühe Adonislibelle) oder Heuschrecken (z. B. die Sumpfschrecke). Am Ufer tummeln sich Hirsche und Rehe, die an den Teichflächen ihren Durst stillen.

Foto: © Drosera SA

Grasfrosch
Rana temporaria

Foto: © Drosera SA

Kaulquappe - Grasfrosch
Rana temporaria

Photo: © Drosera SA

Frühe Adonislibelle
Pyrrhosoma nymphula

 

Photo: © Drosera SA

Sumpfschrecke
Stethophyma grossum

 

Flore

Die Vegetation ist sehr vielfältig und geprägt durch Arten, die auf Feuchtgebiete und alkalische Quellen angewiesen sind, wie das Gemeine Fettkraut (eine fleischfressende Pflanze), der Bewimperte Steinbrech oder das Sumpf-Herzblatt. An den Rändern der Teiche wachsen Seggengürtel, wie die Davall-Segge oder die Braunsegge. Das Schutzgebiet ist von einem Dickicht aus Weisserlen und Weidengebüsch umgeben.

Foto: © Björn S.

Gemeines Fettblatt
Pinguicula vulgaris

Foto: © Drosera SA

Bach-Steinbrech
Saxifraga aizoides

Davalls Segge
Foto: © Drosera SA
Davalls Segge

Carex davalliana

Sumpf-Herzblatt
Foto: © Drosera SA

Sumpf-Herzblatt
Parnassia palustris

Foto: © Björn S.

Langspornige Handwurz
Gymnadenia conopsea

Foto: © Drosera SA

Grosses Zweiblatt
Listera ovata

 

 
 

Mehl-Primel
Primula farinosa

 
 

Sumpf-Dotterblume
Caltha palustris

Informationen

Gemeinde Hérémence
Zugang
Bahnhof Sion, Bus nach Hérémence und Dixence, Haltestelle Léteygeon
Ausfahrt Sion-Est, folgen Sie Val d'Hérens und dann Dixence
Infrastrukturen Infotafeln
Beschluss N°451.351 (2014)
Fläche 6.8 ha, Schutzperimeter
Bedeutung Kantonale
   

Redaktion und Illustrationen : Drosera SA | Artenzeichnungen : Jérôme Fournier | Abbildungen und Pläne : etco.ch