Gouille Verte
Martigny-Combe
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Die extrem selten gewordenen Feuchtgebiete sind sehr wertvolle Standorte für die Bewahrung der Biodiversität. 1850 bedeckten Moore rund 250'000 Hektaren der Schweiz, was ungefähr der Hälfte der Fläche des Kantons Wallis entspricht. 90 % davon sind heute aufgrund von Entwässerung oder Torfabbau verschwunden. Aus diesem Grund ist das Moor von Gouille Verte auf kantonaler Ebene seit 1998 geschützt. 1991 wurde es in das Bundesinventar der Hochmoore und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung aufgenommen.
Gouille Verte, Foto: © DWNL
Der Standort besteht aus einer Reihe von sumpfigen Senken, in denen Hochmoore und Flachmoore anzutreffen sind:
- Hochmoore oder Torfmoore, die immer sauer sind, befinden sich oberhalb des Grundwasserspiegels und werden daher ausschliesslich von sehr nährstoffarmem Regenwasser gespeist. Die dort wachsenden Torfmoose schaffen ein saures Milieu und machen es den zersetzenden Mikroorganismen schwer oder sogar unmöglich, ihre Aufgabe zu erfüllen. Die abgestorbenen Torfmoose sammeln sich an und bilden eine schwarze, kompakte Erde, die sehr reich an organischen Stoffen ist: Torf.
- Flachmoore dagegen stehen in Kontakt mit dem Grundwasserspiegel und werden von Wasser gespeist, das nach der Zirkulation im Boden mehr oder weniger stark mit Mineralien angereichert ist.
Der Standort ist von grossem ökologischem Wert und beherbergt zahlreiche seltene Pflanzenarten, die typisch für Moore sind. Die verschiedenen Gewässer dienen als Laichgebiete für Amphibien, Libellen und verschiedene andere Wasserinsektenarten (Schwimmkäfer, Wasserläufer u.a.). Moore sind seltene Lebensräume, die auf Störungen empfindlich reagieren, insbesondere auf Trittbelastung.
Torfmoos
Sphagnum sp.
Scheiden-Wollgras
Eriophorum vaginatum
Fieberklee
Menyanthes trifoliata
Blaugrüne Mosaikjungfer
Aeshna cyanea
Rundblättriger Sonnentau
Drosera rotundifolia
Braune Segge
Carex nigra
Sumpfschrecke
Stethophyma grossum
Waldeidechse
Zootoca vivipara
Fauna und Flora
Der Standort wird von zwei Amphibienarten besiedelt, dem Grasfrosch und dem Bergmolch. Auch andere Feuchtgebietsarten fühlen sich hier wohl, wie die Blaugrüne Mosaikjungfer, die Kleine Moosjungfer, die Sumpfschrecke, die Waldeidechse oder das Haselhuhn.
Die Vegetation innerhalb des Moores von Gouille Verte ist vielfältig und umfasst Arten, die nur in Feuchtgebieten vorkommen, wie der Fieberklee, der Rublblättrige Sonnentau oder das Scheiden-Wollgras.
Rundblättriger Sonnentau
Drosera rotundifolia
Breitblättrige Fingerwurz
Dactylorhiza majalis

Bergmolch
Ichthyosaura alpestris

Grasfrosch
Rana temporaria

Kleine Moosjungfer
Leucorrhinia dubia
Informationen
| Gemeinde | Martigny-Combe |
| Zugang | |
| Infrastrukturen | |
| Beschluss | N°451.336 (1989) |
| Fläche | 46 ha, Schutzperimeter |
| Bedeutung | Eidgenössische und kantonale, Hochmoor (2009) |
| Dokumente | - |
Redaktion und Illustrationen : Drosera SA | Artenzeichnungen : Jérôme Fournier | Abbildungen und Pläne : etco.ch


