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Kantonale Wasserstrategie - Der Staatsrat verabschiedet den Aktionsplan 2035

Der Staatsrat hat beschlossen, den operativen Teil der kantonalen Wasserstrategie, den Aktionsplan, zu aktualisieren. Damit soll die Wasserwirtschaft an die heutigen Herausforderungen angepasst und die Vorausplanung insbesondere für Trockenperioden, Hochwasser und Versorgungsengpässe verbessert werden. Die Umsetzung des Aktionsplans 2035 wird ab 2027 schrittweise erfolgen, gemäss den festgelegten Prioritäten und je nach den verfügbaren Mitteln.

Seit der Verabschiedung der kantonalen Wasserstrategie im Jahr 2013 haben sich die Rahmenbedingungen für den Umgang mit der Ressource Wasser tiefgreifend verändert. Bevölkerungswachstum, Trockenperioden, Überschwemmungen, Verschmutzungen und zunehmender Druck auf die Ressource erfordern eine bessere Vorausplanung und eine verstärkte Koordination zwischen dem Kanton, den Gemeinden und den verschiedenen Wasserakteuren. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat der Staatsrat beschlossen, den operativen Teil der kantonalen Wasserstrategie mit dem Aktionsplan 2035 zu aktualisieren. Parallel dazu wird die kantonale Wasserstrategie bis 2028 überarbeitet, um mit ihr den bis 2040 gültigen strategischen Rahmen festzulegen und die seit ihrer Verabschiedung eingetretenen Veränderungen stärker in sie einzubeziehen.

Der Aktionsplan 2035 baut weiterhin auf den acht in der Wasserstrategie definierten Stossrichtungen auf, doch sein Inhalt wurde aktualisiert, um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden. Die wichtigste Neuerung ist die Schaffung einer Stossrichtung «Landwirtschaft», die die bisherige Stossrichtung «Versorgung der Wirtschaft» ersetzt, da wirtschaftliche Fragen nun bereichsübergreifend behandelt werden. Die acht Stossrichtungen sind: die Trinkwasserversorgung, die Wasserqualität, der koordinierte Umgang mit dem Wasser, der Schutz vor Naturgefahren, die Energie, die Landwirtschaft, Biotope und Biodiversität sowie Bildung, Innovation, Forschung und Kommunikation.

Die 39 im Jahr 2013 festgelegten Massnahmen wurden vollkommen neu überdacht. Einige wurden umgesetzt oder in ordentliche Tätigkeiten überführt, andere zusammengelegt oder gestrichen. Der Aktionsplan 2035 enthält 25 Massnahmen, die sich um drei hauptsächliche Funktionen gruppieren: 1) die optimale Verteilung des Wassers auf die verschiedenen Nutzer, 2) die Sicherstellung der Wasserversorgung auch in Trockenperioden, bei Hochwassern, Extrem- oder Verschmutzungsereignissen und 3) die Multifunktionalspeicherung des Wassers, um in Monaten mit reichlich Wasser Rückhaltekapazitäten zu schaffen und in kritischen Zeiten eine Notversorgung zu gewährleisten. Im Übrigen geht der Plan auch auf die Themen Digitalisierung, Bildung, Sensibilisierung sowie Aktualisierung des kantonalen Gewässerschutzgesetzes ein.

Die Umsetzung des Aktionsplans 2035 wird schrittweise erfolgen. Dreizehn Massnahmen können weitergeführt bzw. ab 2027 implementiert werden, da sie von den ordentlichen Budgets der betreffenden Dienststellen und vom Budget der kantonalen Strategie zum Umgang mit Klimarisiken abgedeckt sind. Diese sieht Vorkehrungen in den Bereichen Prävention, Vorsorge und Wiederherstellung vor.

Der Aktionsplan 2035 wurde von der Arbeitsgruppe «Kantonale Wasserstrategie» erarbeitet, in der 12 Dienststellen, der Verband Walliser Gemeinden sowie die Regionalstellen des französischsprachigen Wallis (Antenne Région Valais romand – ARVr) und des Oberwallis (Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis – RWO) vertreten sind; hinzugezogen wurden ausserdem die Berggemeinden, die Wasserkraftproduzenten sowie die Landwirtschafts-, Forstwirtschafts- und Umweltschutzkreise.