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Belastete Standorte im Wallis - Wachsende Herausforderungen durch PFAS stehen beim Umgang mit belasteten Standorten im Wallis im Mittelpunkt

In Erfüllung seines Auftrags im Bereich der belasteten Standorte hat das Departement für Mobilität, Raumentwicklung und Umwelt (DMRU) durch seine Dienststelle für Umwelt (DUW), seine Untersuchungen fortgesetzt, ohne dabei auf weitere grössere Schadstofffahnen zu stossen.
PFAS-Belastungen stellen eine wachsende Herausforderung dar. Neben den fünf bereits im Jahr 2022 aufgefundenen grösseren PFAS-Belastungsfällen sind im Wallis wahrscheinlich weitere rund 190 Standorte betroffen. Der Umgang mit belasteten Standorten erfolgt in einem Umfeld erhöhter technischer Anforderungen, sich ändernder Normen und hoher Kosten.

In Übereinstimmung mit den in den letzten Jahren gesetzten Prioritäten hat die Dienststelle für Umwelt (DUW) ihre Untersuchungen fortgesetzt, ohne dabei auf weitere grössere Schadstofffahnen im Wallis zu stossen. Die Standorte der acht im Jahr 2022 identifizierten Schwerpunktgebiete in der Talebene, in denen die Grundwasserqualität beeinträchtigt ist, stehen unter kontinuierlicher Überwachung. Bis heute wurden von den 1386 im kantonalen Kataster verzeichneten Standorten 728 bereits untersucht, von denen 190 saniert werden konnten; für 580 Standorte ist eine Untersuchung vorgeschrieben, sofern auf ihnen ein Bauvorhaben realisiert werden soll. Für rund 100 Standorte sind Sanierungsmassnahmen noch ausstehend.

PFAS-Belastungen stellen heute die grösste Herausforderung im Altlastenbereich dar, wobei fünf der acht Fälle zu erheblichen Grundwasserbeeinträchtigungen führen, die auch als Schadstofffahnen bezeichnet werden. Fast 190 weitere Standorte im Wallis sind potenziell betroffen, bei mehreren von ihnen zeigen sich bereits Auswirkungen auf das Grundwasser. Aufgrund ihrer Langlebigkeit, ihrer Mobilität und ihres Bioakkumulationspotenzials sind bei PFAS-Standorten besonders umfangreiche Untersuchungs- und Sanierungsmethoden erforderlich. Die Vielzahl der Substanzen, die sich ändernden Grenzwerte und die hohen Kosten der durchzuführenden Massnahmen machen den Umgang mit ihnen besonders anspruchsvoll.

Es werden eingehende Untersuchungen und gezielte Sanierungsarbeiten an den Verschmutzungsquellen durchgeführt. Sicherungsmassnahmen ermöglichen es, die Ausbreitung der Verschmutzung im Grundwasser zu begrenzen. An den Standorten der ehemaligen Raffinerie in Collombey-Muraz, dem Chemiestandort in Monthey und der ehemaligen Deponie Gamsenried bestehen weiterhin grosse technische Herausforderungen, insbesondere bei der Festlegung und Umsetzung dauerhafter Sanierungsstrategien.

Die Sanierung belasteter Böden schreitet weiter voran, insbesondere mit dem bevorstehenden Abschluss der Sanierung der Quecksilberbelastungen im Oberwallis. Die Herabsetzung der Sanierungsschwelle für PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), die am 1. Dezember 2025 in Kraft trat, wird es zudem ermöglichen, die Massnahmen in der Region Chippis und Siders Sous-Géronde fortzuführen.

An einigen Standorten bestehen zudem erhöhte Risiken durch Naturgefahren, was einen proaktiven und koordinierten Umgang für alle beteiligten Akteure umso notwendiger macht.

Der Umgang mit belasteten Standorten findet in einem sich wandelnden rechtlichen Rahmen statt. Die auf Bundesebene festgelegten neuen Fristen geben für die kommenden Jahrzehnte einen anspruchsvollen Zeitplan vor. Die Kosten für die Sanierung, insbesondere der PFAS, sind hoch, und die im Wallis noch durchzuführenden Massnahmen werden derzeit auf fast eine Milliarde Franken bis 2045 geschätzt. Sie betreffen insbesondere ehemalige Industriestandorte, Deponien oder Schiessanlagen. Gemäss dem Verursacherprinzip werden diese Kosten mehrheitlich von den Verantwortlichen der Verschmutzungen getragen, wobei die Gemeinwesen bei Zahlungsunfähigkeit oder eigener Verantwortung einspringen. Die kantonale Strategie zielt darauf ab, die Risiken vorherzusehen, die Finanzierung der Massnahmen sicherzustellen und die finanziellen Auswirkungen auf die öffentliche Hand zu begrenzen, unter anderem durch die Revision des kantonalen Umweltschutzgesetzes, dessen Entwurf dem Grossen Rat 2027 vorgelegt wird.

Die Sanierung von belasteten Standorten ist eine langwierige Aufgabe, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Standortinhabern und den beteiligten Partnern erfordert. Der Kanton Wallis setzt seine Bemühungen fort, um Grundwasser und Boden, diese für Bevölkerung und Wirtschaft lebenswichtigen Ressourcen, nachhaltig zu schützen.