Schulbeginn - Die wichtigsten Schwerpunkte und Neuerungen des Schuljahres
Zwischen dem 17. und 20. August 2026 starten über 55'000 Schülerinnen und Schüler sowie Lernende im Wallis ins neue Schuljahr. Um ein ruhiges und lernförderliches Schulklima zu fördern, richtet das Departement für Volkswirtschaft und Bildung ein besonderes Augenmerk auf den Umgang mit herausforderndem Verhalten. Im französischsprachigen Kantonsteil stehen den Schulen zusätzliche digitale Instrumente wie ein Beobachtungsraster und Interventionsprotokolle zur Verfügung. An einzelnen Schulen werden zudem Unterstützungsklassen eingerichtet. Im Oberwallis startet ein Pilotprojekt mit Ressourcenlehrpersonen für Gemeinschaft. Gleichzeitig werden die Weiterbildungen zur Prävention und Bekämpfung von Mobbing fortgeführt. Zu den weiteren Neuerungen gehören Empfehlungen zum Gewicht des Schulsacks sowie die Einführung einer neuen Kommunikationsplattform zwischen Schule und Eltern. Auch auf gesetzgeberischer Ebene stehen wichtige Arbeiten an: Die drei Schulgesetze werden im Herbst 2026 vom Grossen Rat in zweiter Lesung beraten.
Über 55’000 Walliser Schülerinnen und Schüler sowie Lernende kehren in die Schule zurück: Am 17. August 2026 nehmen die Schülerinnen und Schüler im Oberwallis sowie sämtliche Lernende des Kantons den Unterricht wieder auf und am 20. August 2026 ist es für die Schülerinnen und Schüler im Unterwallis so weit.
Die Schülerzahl in der obligatorischen Schulzeit nimmt weiter zu, doch die seit einigen Jahren zu beobachtende Abschwächung der Zunahme bestätigt sich. In der allgemeinbildenden Sekundarstufe II ist die Schülerzahl leicht rückläufig, insbesondere an den Gymnasien. Die Schülerzahl in der Berufsbildung bleibt stabil.
Verstärktes Massnahmenpaket zur Prävention und Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten
Die Vermittlung der Grundkompetenzen – Lesen, Schreiben, Rechnen – steht im Mittelpunkt des Auftrags der Walliser Schule. Sie stützt sich auf wesentliche überfachliche Kompetenzen wie Zuhören, Zusammenarbeit und das Zusammenleben. Die oberste Priorität des Departements für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) besteht daher darin, ein friedliches Schulklima zu gewährleisten, das die Entwicklung und das Lernen der Schülerinnen und Schüler fördert und gleichzeitig angemessene Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen und Direktionen bietet. Besonderes Augenmerk richtet das Departement dabei auf Verhaltensauffälligkeiten, deren Meldungen seit Jahren zunehmen.
Angesichts dieses gesellschaftlichen Phänomens, das nicht nur im Wallis auftritt, verstärkt das DVB die bestehenden Massnahmen. In einer ersten Phase werden den Lehrpersonen der obligatorischen Schule im französischsprachigen Kantonsteil Dokumente mit einem Beobachtungsraster, Protokollen für schrittweise Massnahmen sowie Hinweisen zu Schulklima, Sanktionen und Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Dieses neue Hilfsmittel enthält ausserdem Merkblätter zu den Themen Klassenmanagement, Verhaltensauffälligkeiten und Verweigerung.
Im Schuljahr 2025–2026 arbeiteten die Ressourcenlehrpersonen Gemeinschaft in den Primarschulen im Unterwallis an mehr als 1’400 Fällen. Im Mittelpunkt der Interventionen standen vor allem Verhaltensauffälligkeiten ohne Gewaltausübung, das Schulklima, Prävention, Verhaltensauffälligkeiten mit Gewaltausübung, Unterstützung für Lehrpersonen und Mobbing. Dieses Programm wird mit rund 40 Ressourcenlehrpersonen (23.5 VZE) im gesamten Unterwallis fortgesetzt. Ein ähnliches Pilotprojekt wird an den Primarschulen Visp und Naters lanciert.
Unter Mithilfe der Dienststelle für Unterrichtswesen werden an bestimmten Schulen zudem Pilot-Unterstützungsklassen eingerichtet, um Schülerinnen und Schüler zu betreuen, die ihre kognitiven, sozialen oder emotionalen Kompetenzen ausbauen müssen und wieder einen Sinn in der Schule finden sollen. Damit sie den Kontakt zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie ihrer Lehrperson nicht verlieren, werden sie zu bestimmten Tageszeiten für einen festgelegten Zeitraum in diesen Settings betreut.
Was die Bekämpfung von Mobbing unter Schülerinnen und Schülern betrifft, so haben alle Gymnasien, 85 Prozent der Primarschulen, 70 Prozent der Orientierungsschulen sowie 50 Prozent der Handels- und Fachmittelschulen im Unterwallis eine Schulung in der Shared-Concern-Methode absolviert. Dieser unvoreingenommene Ansatz bezieht alle Schülerinnen und Schüler (mutmassliche Akteure, Zeugen) mit ein, die dazu beitragen können, die Situation von Betroffenen zu verbessern. Die von der Dienststelle für Unterrichtswesen durchgeführten Schulungen werden dieses Jahr fortgesetzt. Parallel dazu werden den Mediatorinnen und Mediatoren auch Weiterbildungen angeboten zum Umgang mit Kindern, die Opfer von Mobbing sind.
Zahlreiche weitere Neuerungen
Das Büro für Sprachaustausch startet das Projekt «Premiers pas – Los!». Dadurch können sich die Schülerinnen und Schüler der 7H und 8H virtuell mit Klassen aus der anderen Sprachregion des Kantons austauschen.
Damit die Schülerinnen und Schüler medizinische Notfälle besser erkennen können, führt die Walliser Schule von der 1H bis zur 10OS einen schrittweisen Unterricht in Erster Hilfe ein. Diese Massnahme folgt auf ein Postulat des Grossen Rats.
Ausserdem hat die Dienststelle für Unterrichtswesen Empfehlungen zum Gewicht des Schulsacks herausgegeben. Dadurch sollen Überlastungen vorgebeugt und gute Gewohnheiten gefördert werden. Es wird empfohlen, dass der Schulsack 10 Prozent des Körpergewichts des Kindes nicht überschreitet. Diese Zahl stellt keine strenge medizinische Grenze dar, sondern einen von Gesundheitsfachkräften anerkannten Richtwert.
Im digitalen Bereich steht dieses Schuljahr ganz im Zeichen der Einführung von Schoolinked, der neuen Kommunikationsplattform zwischen Schulen und Familien. Dieses Tool, das zu Schulbeginn bereits von mehreren Schulen eingesetzt wird, wird schrittweise im gesamten Kanton eingeführt. Im Bereich der künstlichen Intelligenz wird derzeit ein kantonaler Rahmen ausgearbeitet, um den Einsatz dieser Technologien zu regeln.
Hinsichtlich der Berufsbildung tritt eine neue kantonale Verordnung über die Organisation der Berufsmaturität in Kraft. Die Aufnahmebedingungen wurden geändert, und für jeden Bildungsgang wird nun pro Sprachregion nur noch eine Prüfung durchgeführt. Zudem tritt eine neue Bundesverordnung zum allgemeinbildenden Unterricht in Kraft. Zu den Neuerungen gehört, dass aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Bürgerschaft und Chancengleichheit besser berücksichtigt werden.
Drei Gesetze vor dem Parlament
Die Gesetze über die Walliser Schule, die allgemeinbildende Sekundarstufe II und den Privatunterricht, die im Mai vom Grossen Rat in erster Lesung angenommen wurden, werden im Herbst 2026 in einer zweiten Lesung behandelt. Diese Texte zielen darauf ab, die Stärken der Walliser Schule zu bewahren und sie gleichzeitig in die Lage zu versetzen, den aktuellen und künftigen Herausforderungen gerecht zu werden. Sie klären die Rollen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Akteure – Staat, Gemeinden, Schulen, Eltern und private Partner – und stärken die Kohärenz des Systems. Schliesslich ermöglichen sie eine bessere Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler.

