Bilanz der Abwasserreinigung im Wallis 2024 – Publikation
Die Reinigungsleistung wurde verbessert, die Kläranlagen widerstandsfähiger gemacht
Aus der von der Dienststelle für Umwelt (DUW) publizierten Bilanz der Abwasserreinigung im Wallis 2024 geht hervor, dass die Kläranlagen insgesamt zufriedenstellend funktionieren. Allerdings wurden einige Anlagen von den aussergewöhnlichen Unwettern im Sommer 2024 schwer in Mitleidenschaft gezogen, was zeigt, dass sie auf extreme Wetterereignisse anfällig sind. Die Arbeiten an der Anpassung und Modernisierung der Abwasserinfrastruktur gehen weiter, damit im gesamten Kantonsgebiet eine zuverlässige und nachhaltige Reinigungsleistung sichergestellt werden kann.
Der Bericht 2024 über die Abwasserreinigung im Wallis zieht Bilanz über ein Jahr, das von aussergewöhnlichen Unwettern geprägt war. Mehrere Abwasserreinigungsanlagen (ARA) und Entwässerungsnetze wurden im Sommer 2024 erheblich beschädigt, was vorübergehend dazu führte, dass Abwasser unbehandelt in die Gewässer eingeleitet wurde. Dank des raschen Handelns von Gemeinden, Betreibern und kantonalen Dienststellen konnten die Anschlüsse innerhalb einer Woche fast zu 90 % wieder instandgesetzt werden. Am stärksten betroffen waren die ARA Sierre-Noës, Anniviers, Saastal und Evolène, die mit Überschwemmungen und Stromausfällen zu kämpfen hatten und deren Einrichtungen zum Teil zerstört wurden. Die vollständige Instandsetzung der ARA Sierre-Noës, welche die grössten Schäden erlitt, wird 2026 mit der Inbetriebnahme der biologischen Stufe abgeschlossen sein. Ihre Vorbehandlung ist allerdings schon seit Februar 2025 wieder funktionstüchtig.
Diese Ereignisse haben deutlich gemacht, dass die Abwasserinfrastruktur gegenüber Extremwetterlagen widerstandsfähiger gemacht werden muss. Die Dienststelle für Umwelt arbeitet eng mit der Dienststelle für Naturgefahren zusammen, um die Risiken zu bewerten, die Gemeinden zu informieren und die Anlagenbetreiber bei der Planung von Präventions- und Anpassungsmassnahmen zu unterstützen.
Umfangreiche bauliche Massnahmen wurden realisiert oder sind noch im Gang, um einen effizienten und nachhaltigen Betrieb der Kläranlagen zu gewährleisten. In der ARA Sion-Chandoline haben die vollständige Erneuerung und die Inbetriebnahme der neuen biologischen Behandlung (Nitrifikation) die Leistungen der Kläranlage, deren Kapazität jetzt 50'500 Einwohnergleichwerte erreicht, deutlich verbessert. Diese Modernisierung leistet einen nachhaltigen Beitrag an die Qualität der Oberflächengewässer in der Region Sitten.
In Übereinstimmung mit der Zielsetzung des Bundes finden zurzeit Studien statt, um mehrere Walliser ARA für die Behandlung von Mikroverunreinigungen zu erweitern. Für die ARA Martigny, Sion-Châteauneuf und Monthey-CIMO liegen Ausbauprojekte vor. In Monthey wurde 2024 eine Pilotanlage erbaut, um das am besten geeignete Verfahren zu bestimmen. Für die ARA Brig und die ARA Sierre-Noës wurden die Projekte geprüft und die Baubewilligungen erteilt.
Die Studien zur Regionalisierung der Kläranlagen wurden 2024 fortgesetzt, unter anderem für die ARA Leukerbad, Riddes, Isérables, Leytron und Chamoson. Für die Kläranlagen in St-Gingolph, Port-Valais, Vionnaz, Torgon und Vouvry wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Gleichzeitig haben mehrere ARA an der Optimierung ihrer Klärschlammbehandlung gearbeitet und konnten so die Leistung der entsprechenden Anlagen verbessern.
All diese Projekte sind Ausdruck des ständigen Bestrebens nach Anpassung und Verbesserung. Viele der Walliser ARA erreichen das Ende ihres Lebenszyklus, sodass erhebliche finanzielle Investitionen unumgänglich sind. Manche Infrastrukturanlagen müssen erneuert werden, um neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, die Verfahren zu verbessern und eine vorschriftsgemässe Einleitung des gereinigten Abwassers zu gewährleisten, während gleichzeitig dem Bevölkerungswachstum Rechnung zu tragen ist. Vor diesem Hintergrund suchen die Gemeinden nach Synergien, um die Betriebs- und Investitionskosten pro Einwohner zu senken. Die bevorstehende Bautätigkeit stellt auch eine Herausforderung für den Kanton dar, der einen Teil davon durch die gesetzlich vorgesehenen Subventionen mittragen muss.
Insgesamt können die Walliser ARA eine zufriedenstellende Reinigungsleistung vorweisen, mit einer kontinuierlichen Effizienzsteigerung beim Abbau von Kohlenstoff und Phosphor. Allerdings sind weitere Fortschritte erforderlich, um die Stickstoffbehandlung zu optimieren und den Fremdwasseranteil in den Kanalisationen, die das Abwasser zu den Kläranlagen leiten, zu verringern.
Die Koordination zwischen den verschiedenen regionalen Akteuren und die geplanten Investitionen sollen eine effiziente, nachhaltige und widerstandsfähige Abwasserreinigung gewährleisten. Dies ist umso wichtiger in Anbetracht des wissenschaftlichen Fortschritts, der zum Nachweis immer neuer Stoffe führt, die für die Gesundheit und Umwelt schädlich sein können.
