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Tigermücke - Die Bekämpfung ihrer Ausbreitung wird fortgesetzt

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit werden im Wallis die Massnahmen zur Bekämpfung der Tigermücke wieder aufgenommen. Diese sind entscheidend, um ihre Ausbreitung zu verlangsamen und damit sowohl gesundheitliche Risiken als auch die durch ihre Präsenz verursachten Belästigungen zu begrenzen. Die Bekämpfung umfasst das Monitoring, die Beseitigung von Brutstätten sowie gegebenenfalls den Einsatz von Larviziden. Sie betrifft sowohl die kantonalen und kommunalen Behörden als auch Privatpersonen. In rund 80 % der Fälle erfolgt die Ansiedlung in Wohngebieten. Zudem wird empfohlen, nach einer Reise besonders auf mögliche Symptome zu achten.

Im Wallis wurde die Tigermücke erstmals 2019 in der Stadt Monthey nachgewiesen. Sechs Jahre später haben ihre Bestände deutlich zugenommen und sie besiedelt derzeit die Gemeinden Monthey, Collombey-Muraz, Fully, Massongex, Brig (Zollstelle Brig-Glis) und Siders. In Sitten wurde ihre Präsenz erstmals im September 2025 festgestellt. Eine Fortpflanzung wird vermutet, bisher konnte jedoch keine dauerhafte Ansiedlung nachgewiesen werden.

Die bisher verfolgte Strategie – gezielte Überwachung mittels Fallen, wiederholte Information der Bevölkerung, verstärkte Einbindung der Bevölkerung sowie die Umsetzung von Massnahmen ab den ersten Meldungen – wurde seit 2024 weiter intensiviert. Sämtliche Massnahmen werden auch in diesem Jahr fortgeführt. Überwachungs-, Bekämpfungs- und Behandlungsmaßnahmen werden in allen Gebieten durchgeführt, in denen die Tigermücke nachgewiesen ist. Zudem wird jenen Orten besondere Aufmerksamkeit geschenkt, in denen im vergangenen Jahr Einzelfunde gemeldet wurden.

Obwohl sie harmlos erscheinen mag, gilt die Ausbreitung invasiver Stechmückenarten wie der Tigermücke als potenzielles Gesundheitsrisiko, da das Risiko einer lokalen Übertragung bestimmter Infektionskrankheiten (Dengue, Chikungunya, Zika) durch dieses Insekt zunimmt. Im Jahr 2025 wurden zwischen Mai und Oktober im Kanton sieben Fälle von Dengue und zwei Fälle von Chikungunya gemeldet (alle aus Endemiegebieten eingeschleppt). Diese Zahl dürfte in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Zur Bewältigung dieser Situation wurde ein Interventionsplan erarbeitet. Dieser kommt zur Anwendung, wenn ein klinischer Fall in einem Gebiet gemeldet wird, in dem die Tigermücke vorkommt. Ziel ist es beispielsweise, das Übertragungsrisiko durch gezielte Behandlungen mit Larviziden und Adultiziden in einem bestimmten Gebiet zu reduzieren.

Die Tigermücke ist in zahlreichen Ländern verbreitet; dort besteht das Risiko, sich mit einer der von ihr übertragenen Krankheiten zu infizieren. Vor Ort oder nach der Rückkehr von einer Reise ist es daher wichtig, bei Symptomen wie Fieber, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Hautausschlägen oder Kopfschmerzen eine Ärztin oder einen Arzt zu konsultieren.

Die Mitwirkung der Bevölkerung ist entscheidend, um Brutstätten zu beseitigen und erste Ansiedlungen frühzeitig zu erkennen. Dadurch kann insbesondere in Wohngebieten gehandelt werden, wo der Grossteil der Ansiedlungen erfolgt (80 %). Zudem meidet die Tigermücke natürliche Gewässer, da sie dort Fressfeinden ausgesetzt ist. Die Bekämpfung der Tigermücke umfasst zwei einfache Massnahmen:

  • Eiablage verhindern: Alle geeigneten Brutstätten beseitigen, insbesondere kleine Ansammlungen von stehendem Wasser wie Untersetzer, alte Reifen, Löcher in Mauern, unbedeckte Behälter, Giesskannen usw.
  • Tagaktive Mücken melden auf der nationalen Plattform www.moustiques-suisse.ch. Bei einem bestätigten Fund setzt der Kanton in Zusammenarbeit mit der betroffenen Gemeinde Überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen um.

Vom Einsatz nicht zielgerichteter Insektizide wird abgeraten, da diese zahlreiche Insekten schädigen, darunter auch natürliche Feinde der Tigermücke.

Der Kanton hat eine Hotline eingerichtet, um Fragen der Bevölkerung zu beantworten: 027 606 32 41; E-Mail: moustiquetigre@admin.vs.ch