Überprüfung der Grundkompetenzen in der Schulsprache und in Mathematik
Das Wallis nimmt einen guten Platz ein, mit einem leichten Vorsprung der deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler
Im Frühling 2024 beurteilte die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren die Grundkompetenzen in der Schulsprache und in Mathematik der Schülerinnen und Schüler im 4. Schuljahr. Diese Erhebung wurde in der ganzen Schweiz unter 20 000 Schülerinnen und Schülern durchgeführt, darunter etwa 1500 aus dem Wallis. Wie schon bei den letzten Erhebungen schneidet das Wallis gut ab, wobei im Unterwallis ein besonderes Augenmerk auf das Hörverstehen zu legen ist. Im Allgemeinen schneiden die Schülerinnen und Schüler im Oberwallis etwas besser ab als ihre Kolleginnen und Kollegen im Unterwallis.
2011 legte die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) die nationalen Bildungsziele fest, welche die zu erwartenden Grundkompetenzen (GK) der Schülerinnen und Schüler am Ende eines Schulzyklus (4., 8. und 11. Schuljahr) beschreiben. In diesem Zusammenhang führt die EDK Erhebungen durch, um zu überprüfen, ob die Grundkompetenzen in der Schulsprache, in Mathematik, in der zweiten Landessprache, in Englisch und in den Naturwissenschaften erreicht werden. Damit werden zwei Ziele verfolgt: Die Ergebnisse ermöglichen es einerseits, den Grad der Harmonisierung zwischen den Kantonen zu bewerten, und andererseits, die Leistungsfähigkeit der kantonalen Bildungssysteme zu beurteilen.
Die vierte nationale Erhebung wurde im Frühling 2024 unter rund 20 000 Schülerinnen und Schülern der 4H durchgeführt. Sie bezog sich auf die Schulsprache (Hör- und Leseverstehen) und auf Mathematik. Im Wallis nahmen gegen 1500 Schülerinnen und Schüler daran teil.
Schwerpunkt auf dem Hörverstehen im Unterwallis
Im Allgemeinen erzielen die Walliser Schülerinnen und Schüler Ergebnisse, die über dem Schweizer Durchschnitt liegen, mit Ausnahme des Hörverstehens im Unterwallis. In diesem Bereich, in dem der nationale Durchschnitt bei 87 Prozent liegt, erreichen die Schülerinnen und Schüler im Unterwallis eine ÜGK-Quote von 82 Prozent. Diese Quote ist bei den Schülerinnen und Schülern im Oberwallis mit 89 Prozent höher.
Was das Leseverstehen betrifft, wo der nationale Durchschnitt bei 79 Prozent liegt, beträgt die ÜGK-Erreichungsquote im Wallis bei den französischsprachigen Schülerinnen und Schülern 80 Prozent und bei den deutschsprachigen 83 Prozent.
Da das Sprachverstehen ein entscheidender Faktor für den schulischen Erfolg und für die Integration in die Gesellschaft ist, hat das Departement für Volkswirtschaft und Bildung bereits vor vier Jahren in Zusammenarbeit mit der Interkantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz der französischen Schweiz und des Tessins (CIIP) neue Lehrmittel eingeführt, die sich auf den Sprachgebrauch ab dem 1. Zyklus konzentrieren (1H bis 4H). Diese zeigen nach und nach ihre Wirkung. Parallel dazu wurden in den Schulen Projekte rund um das Thema Lesen ins Leben gerufen – Lesewettbewerbe, «virus lecture» sowie Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus dem Wallis und der Westschweiz. Für neu ankommende Schülerinnen und Schüler werden Kurse in der Schulsprache angeboten. Diese Schülerinnen und Schüler sind in die Klasse integriert, erhalten aber zusätzlich drei bis fünf Lektionen Sprachunterricht pro Woche.
Schliesslich liegt sowohl das Oberwallis (81 Prozent) als auch das Unterwallis (78 Prozent) in Mathematik über dem nationalen Durchschnitt (76 Prozent).
Mehrere Einflussfaktoren
Diese Erhebung zeigt, dass sich die Ergebnisse im Wallis wie auch in der übrigen Schweiz nicht wesentlich nach Geschlecht unterscheiden, im Gegensatz zu den Ergebnissen früherer Erhebungen, die unter Schülerinnen und Schülern der Klassen 8H und 11OS durchgeführt wurden.
Der Erhebung zufolge beeinflussen weitere Faktoren die Chancen, die festgelegten Grundkompetenzen zu erreichen. Im Wallis, wie andernorts, erreichen sozial privilegierte Schülerinnen und Schüler das erwartete Kompetenzniveau häufiger als sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler. Dieser Aspekt wird noch deutlicher, wenn weitere Faktoren wie die zu Hause gesprochene Sprache (Schulsprache oder nicht) und der Migrationsstatus (kein Migrationshintergrund, 1. oder 2. Generation) hinzukommen.
Allgemeiner betrachtet zeigen die Ergebnisse dieser Erhebung, dass die Harmonisierung zwischen den Schweizer Schulen weitgehend erreicht ist und dass eine grosse Mehrheit der Schülerinnen und Schüler die nationalen Bildungsziele erreicht. Die Erhebung 2024 schliesst einen ersten Zyklus von ÜGK-Analysen ab. Sie liefert wertvolle Daten, die mit den Erhebungen verglichen werden können, die in der 8H und 11OS bei derselben Kohorte durchgeführt werden.
Der Kanton Wallis hat sich zum Ziel gesetzt, ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten und Kinder, die Schwierigkeiten beim Erwerb der Grundkompetenzen haben, weiterhin zu unterstützen, indem er ein Umfeld schafft, das sowohl fordernd als auch wohlwollend ist.
