Christine Vouilloz erhält den Kulturpreis 2026 des Kantons Wallis
Die Schauspielerin Christine Vouilloz wird mit dem diesjährigen Kulturpreis des Kantons Wallis ausgezeichnet. Die Förderpreise gehen an die Klangkünstlerin Rachel Morend, den Digitalkünstler Jonas Wyssen sowie den Illustrator und Grafiker Ludovic Chappex. Der diesjährige Spezialpreis wird dem Verein «Cellules poétiques» in Martinach verliehen. Die offizielle Preisverleihung findet am Freitag, 6. November 2026, um 19.00 Uhr, in der Aula de la Tuilerie in Saint-Maurice statt.
Christine Vouilloz wurde 1967 in Vernayaz geboren und begann ihre Ausbildung 1986 an der Westschweizer Schauspielschule in Lausanne. Sie setzte ihre Ausbildung an der nationalen Schauspielschule in Strassburg fort, wo sie 1990 das Diplom erlangte. Seither verfolgt sie im In- und Ausland eine bemerkenswerte Laufbahn und arbeitet mit bedeutenden Persönlichkeiten der Theaterszene zusammen, darunter Luc Bondy, Benno Besson, Françoise Courvoisier, Jean Liermier, Anne Schwaller, Gian Manuel Rau, Philippe Sireuil, François Marin, Anne Vouilloz und Joseph Voeffray.
Christine Vouilloz ist eine Schauspielerin von grosser Sinnlichkeit, die durch ihr nuanciertes Spiel, ihre Bühnenpräsenz und ihre Fähigkeit besticht, mit Intensität aus sämtlichen Registern zu schöpfen. Sie ist eine vielseitige Künstlerin, die sich im Lauf der Jahre mit ihrer eigenständigen Stimme in der Westschweizer und französischsprachigen Theaterlandschaft etabliert hat. Ihre beispielhafte Laufbahn zeugt von einer beständigen Hingabe zur Bühnenkunst und einer tief verwurzelten Treue zu ihrem Schauspielberuf. Vor 25 Jahren wurde Christine Vouilloz mit einem Förderpreis ausgezeichnet – heute würdigt der Kulturpreis des Kantons Wallis ihre aussergewöhnliche Laufbahn sowie ihren prägenden Beitrag zum Walliser und Schweizer Kulturleben.
Seit 1980 ist der Kulturpreis des Kantons Wallis mit 20’000 Franken dotiert. Damit werden etablierte, anerkannte Laufbahnen ausgezeichnet.
Förderpreise
Die seit 1982 verliehenen Förderpreise würdigen jeweils das Schaffen von drei talentierten Nachwuchskunstschaffenden, die einen entscheidenden Wendepunkt ihrer Laufbahn erreicht haben. Die mit 10’000 Franken dotierten Auszeichnungen verstehen sich als Anerkennung und zugleich als Ermutigung, den gewählten künstlerischen Weg weiterzugehen.
Rachel Morend entwickelt ein eigenständiges künstlerisches Werk im Spannungsfeld von Klang, Akustik und installativer Kunst. Sie verwendet häufig Abfallmaterialien und schafft daraus immersive Installationen, in denen Klang als Konsequenz von Bewegung, Material und Systemen entsteht. Im Spannungsfeld von Skulptur, Maschine und Klanginstallation untersucht Rachel Morend in ihren Werken Konzepte wie Wiederholung, Reibung und Funktionsstörung und entfaltet dabei eine ebenso rohe wie sinnliche Poesie. Rachel Morend wurde in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet und zeigte ihre Arbeiten insbesondere im Espace Arlaud, im ARSENIC in Lausanne sowie im Manoir de Martigny, in der Galerie de la Grenette des Ferme-Asile, in Sitten sowie im Musée de Bagnes. Ausserdem beteiligt sie sich als Komponistin und Sound Designerin an Projekten im Bereich der Kleinkunst.
Der ursprünglich aus Monthey stammende Illustrator, Plakatgestalter und Grafiker Ludovic Chappex absolvierte seine Ausbildung an der Schule für angewandte Kunst in Genf. Seit 2015 konzentriert er sich in seinem Atelier in Monthey vollständig auf seine künstlerische Tätigkeit. Im Jahr 2019 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Monthey. Ludovic Chappex schöpft seine künstlerische Inspiration aus Alltag, Mensch, Architektur und Natur. Seine von der grafischen Gestaltung geprägte Sichtweise schafft eine realistische Synthese, in der sich Nostalgie und Moderne sanft verbinden. Ludovic Chappex schafft eigene Werke, arbeitet aber auch mit verschiedenen Kulturschaffenden in den Bereichen Museen, Theater und Musik zusammen. Seine Arbeiten vereinen die Effizienz der Aussage mit zeichnerischer Originalität und einer Prise subtil verschobenem Humor.
Jonas Wyssen wurde in der Schweiz geboren, verbrachte seine frühe Kindheit in der algerischen Wüste und besuchte später die Schule in Brig-Glis. Heute arbeitet er in seinem Atelier in Savièse. Als Hybridkünstler bewegt er sich an der Schnittstelle zwischen Digitalkunst, Skulptur und bildender Kunst. Sein Schaffen hinterfragt die Grenzen zwischen Natur und Technologie, Materie und Algorithmus sowie physischer Präsenz und virtueller Welt. Aus Fotografie, generativen Algorithmen und künstlicher Intelligenz entwickelt er Werke in Form von Abzügen, immersiven Installationen oder Skulpturen. In einer poetischen Verschränkung von Mineralität und Technologie ergründen seine Werke Begriffe wie Verwandlung, Fluss und Erinnerung. Jonas Wyssen hat seine Werke unter anderem im GPS des Manoir de Martigny gezeigt, im Kunstmuseum Wallis sowie im Kunstverein Oberwallis in Visp, ausserdem in Bern und Zürich. Seine Arbeiten sind zudem im Fonds für zeitgenössische Kunst des Kantons Wallis vertreten.
Spezialpreis
Seit 2011 wird der mit 10’000 Franken dotierte Spezialpreis an Personen oder Gruppen verliehen, die im Bereich Kulturvermittlung oder -umsetzung innovative Wege beschreiten und mit ihrer oft im Hintergrund geleisteten Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur kulturellen Entwicklung des Kantons leisten. Dieses Jahr geht der Spezialpreis an den Verein «Cellules poétiques» für das Festival und die künstlerischen Projekte, welche dieser im Verlauf des Jahres organisiert.
Durch Begegnungen, Lesungen, Konzerte, Filmvorführungen, Kreativworkshops und Originalkreationen entsteht ein Dialog zwischen Worten und Klängen, Bildern, Bewegungen und der ihnen innewohnenden Stille. Das Festival steht etablierten wie aufstrebenden Kunstschaffenden offen. Es bietet eine Ausdrucksplattform für Stimmen aus unterschiedlichsten Kontexten und trägt dazu bei, zeitgenössische Poesie einem breiten Publikum näher zu bringen.
Das Festival bietet eine lebendige, zugängliche und multidisziplinäre Annäherung an die Literatur und leistet damit einen aktiven Beitrag zur kulturellen Dynamik im Wallis. Ausserdem fördert es den Austausch zwischen den künstlerischen Disziplinen, Sprachen und Generationen. Im Rahmen des Festivals sowie bei punktuellen Veranstaltungen ist es dem Verein ein Anliegen, neue künstlerische Ausdrucksformen zur Geltung zu bringen und mittels Poesie Fragestellungen sichtbar zu machen, welche unsere Gesellschaft beschäftigen.
Die Kulturpreise des Kantons Wallis werden auf Vorschlag des Kulturrats durch den Staatsrat vergeben. Die Preisverleihung findet am Freitag, 6. November 2026, um 19.00 Uhr, in der Aula de la Tuilerie in Saint-Maurice statt.





