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Quecksilbersanierungen im Oberwallis

Mit dem weitgehenden Abschluss der grossen Sanierungen in den Siedlungs- und Landwirtschaftsgebieten Ende August 2026 erreicht das Quecksilber-Sanierungsprojekt im Oberwallis einen bedeutenden Meilenstein. Seit rund zehn Jahren treiben Lonza, der Kanton Wallis und die betroffenen Gemeinden die Aufarbeitung und Sanierung der historischen Quecksilberbelastungen voran. Das Projekt zählt flächenmässig zu den grössten Bodensanierungen der Schweiz.

Zehn Jahre nach den ersten Sanierungsmassnahmen in den Siedlungsgebieten wurden die wichtigsten Ziele bei der Sanierung der mit Quecksilber belasteten Böden in den Wohn- und Landwirtschaftsgebieten des Oberwallis erreicht. Sowohl in den Siedlungs- wie auch im Landwirtschaftsgebiet wurden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Ausgenommen sind einzelne Parzellen, deren Sanierung im Rahmen geplanter Bauvorhaben erfolgen wird.

Nachdem die Bodenbelastung 2010 im Rahmen von Bauarbeiten an der Autobahn A9 entdeckt worden war, wurden die Böden zwischen Visp und Niedergesteln systematisch untersucht und die betroffenen Parzellen abgegrenzt. In Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Gemeinden hat Lonza eine umfassende Sanierungsstrategie erarbeitet. Im Rahmen dieser Strategie wurden einheitliche Sanierungsziele festgelegt, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch dem Vorsorgeprinzip Rechnung tragen.

2016 setzte Lonza erste Pilotsanierungen im Siedlungsgebiet um und testete technische Verfahren. Diese Projekte lieferten wichtige Erkenntnisse, auf deren Grundlage Lonza die Abläufe optimierte und die Grosssanierung vorbereitete. 2017 starteten in einer ersten Phase die systematischen Sanierungen in den Siedlungsgebieten für Böden mit mehr als 2 mg Quecksilber pro Kilogramm Boden. Lonza organisierte die Arbeiten quartiersweise und setzte sie alternierend in Visp und Raron um, um effizient und koordiniert vorzugehen.

Insgesamt hat Lonza mehr als 100’000 Quadratmeter Boden in den Siedlungsgebieten saniert. Die Sanierungsmassnahmen erfolgten durch einen gezielten Bodenaustausch, bei dem belastetes Material abgetragen und durch sauberen Boden ersetzt wurde. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Parzellen instand gestellt und wieder nutzbar gemacht.

In einer nächsten Phase folgten dann die Sanierungen der sanierungsbedürftigen landwirtschaftlichen Flächen, die rund 66’000 Quadratmeter umfassten. Bei der Vorbereitung und Umsetzung musste dabei insbesondere auch den spezifischen Anforderungen an den Bodenschutz Rechnung getragen werden. 2021 wurden die Grundlagen für die Sanierung festgelegt – Böden mit einem Quecksilbergehalt von über 7 mg pro Kilogramm Boden werden im Landwirtschaftsgebiet saniert. Nach ersten Pilotprojekten starteten 2023 die Sanierungen im grossen Stil. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt jeweils eine zweijährige Folgebewirtschaftung, um die Bodenstruktur zu stabilisieren und die langfristige Fruchtbarkeit sicherzustellen.

Die Sanierungen waren mit erheblichen Materialbewegungen verbunden. Insgesamt wurden auf einer Gesamtfläche von 170’000 m2 rund 160’000 Tonnen belastetes Erdmaterial ausgehoben, behandelt und entsorgt. Ein grosser Teil davon konnte aufbereitet und verwertet werden. Die bisherigen Massnahmen entfernten insgesamt 3’531 Kilogramm Quecksilber aus den Böden.

Mit dem Abschluss der Hauptsanierungen in den Siedlungs- und Landwirtschaftsgebieten sind die wesentlichen Sanierungsziele erreicht. Damit ist ein bedeutender Meilenstein bei der Reduktion der historischen Quecksilberbelastung im Oberwallis erreicht. Die kontinuierliche Überwachung der Situation sowie die Umsetzung weiterer Massnahmen bleiben zentrale Bestandteile der langfristigen Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Bevölkerung. In diesem Zusammenhang laufen derzeit Untersuchungen im Bereich des Grossgrundkanals. Sie sollen die Auswirkungen auf die Umwelt bewerten und die Risiken für die betroffenen Schutzgüter ermitteln. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wird festgelegt, welche Massnahmen für den Grossgrundkanal erforderlich sind.

Gemäss der 2017 zwischen dem Bund, dem Kanton Wallis, Lonza und den betroffenen Gemeinden abgeschlossenen Vereinbarung werden die Sanierungskosten nach einem festgelegten Kostenteiler aufgeteilt, wobei Lonza den mit Abstand grössten Anteil der Sanierungskosten übernimmt.

Photo © Florian Grichting : Renzo Cicillini (Lonza AG, Standortleiter Visp), Christine Genolet-Leubin (Chefin der Dienststelle für Umwelt), Franz Ruppen (Vorsteher des Departements für Mobilität, Raumentwicklung und Umwelt )
Assainissements liés au mercure dans le Haut-Valais / Quecksilbersanierungen im Oberwallis