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Gesundheit der Walliser Bevölkerung 2026

Das Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) veröffentlicht einen Bericht mit dem Titel « Gesundheit der Walliser Bevölkerung 2026 », der den Gesundheitszustand der Walliser Bevölkerung und dessen jüngste Entwicklung beschreibt. Insgesamt ist der Gesundheitszustand der Bevölkerung gut: Die Mehrheit schätzt ihren Gesundheitszustand als gut ein, die Lebenserwartung steigt, und die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder gewaltsamen Todesfällen ist rückläufig. Mit der Alterung der Bevölkerung leidet jedoch eine wachsende Zahl von Menschen an chronischen Erkrankungen. Zudem bleiben trotz eines rückläufigen Trends Tabakkonsum und übermässiger Alkoholkonsum weiterhin grosse Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit. Die Adipositas nimmt zu und mehrere Indikatoren für die psychische Gesundheit zeigen Anzeichen einer Verschlechterung. Es tauchen neue Herausforderungen auf, wie beispielsweise die problematische Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke, Mobbing unter Jugendlichen und der Konsum von E-Zigaretten. Der Bericht hebt zudem die Bedeutung sozioökonomischer, ökologischer und beruflicher Faktoren für die Gesundheit der Bevölkerung hervor.

Die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung gibt an, sich in einem guten oder sehr guten Gesundheitszustand zu befinden, nämlich 83 % der Erwachsenen im Jahr 2022 (Schweiz: 85 %); dieser Anteil ist seit 1992 stabil geblieben. Bei den 11- bis 15-Jährigen schätzen 86 % ihren Gesundheitszustand im Jahr 2022 als gut oder ausgezeichnet ein, gegenüber 90 % im Jahr 2002 (Schweiz: 85 % bzw. 91 %).

Sowohl im Wallis als auch in der Schweiz steigt die Lebenserwartung bei der Geburt stetig an und ist im internationalen Vergleich hoch. Im Zeitraum 2023/2024 liegt sie bei Frauen bei 85,9 Jahren und bei Männern bei 82,4 Jahren.

Die Bevölkerung wächst weiter und altert. Im Jahr 2024 zählte das Wallis 371'288 ständige Einwohner, was einem Anstieg von 36 % seit 2000 entspricht (Schweiz: +24 %). Dieses Wachstum geht mit einer fortschreitenden Alterung einher: Im Jahr 2024 waren 21 % der Bevölkerung über 65 Jahre alt, gegenüber 15 % im Jahr 2000 (Schweiz: 20 % bzw. 15 %). Diese Alterung, welche sich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen wird, führt zu einem Anstieg der Prävalenz chronischer Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen, Lungenerkrankungen und schwere neurokognitive Störungen, die sowohl im Wallis als auch in der Schweiz den grössten Anteil an der Gesundheitsbelastung ausmachen.

Einige Gesundheitsverhaltensweisen entwickeln sich positiv, andere geben weiterhin Anlass zur Sorge

Der Anteil der Tabakraucher geht leicht zurück, bleibt aber weiterhin hoch (25 % der Bevölkerung im Jahr 2022; Schweiz: 24 %). Bei Jugendlichen ist der Konsum herkömmlicher Zigaretten rückläufig, während der Konsum von E-Zigaretten von 2018 bis 2022 zugenommen hat. Der tägliche Alkoholkonsum ist rückläufig und sank von 26 % im Jahr 1992 auf 10 % im Jahr 2022 (Schweiz: von 20 % auf 9 %). Weniger als jeder fünfte Erwachsene nimmt die empfohlene Menge an Obst und Gemüse zu sich, während der Anteil der körperlich aktiven Bevölkerung zunimmt. Der Anteil der übergewichtigen Erwachsenen lag 2022 bei 13 % (Schweiz: 12 %), gegenüber 7 % im Jahr 2002 (Schweiz: 8 %). Auch der Anteil der übergewichtigen oder fettleibigen Jugendlichen ist gestiegen.

Verschlechterung der psychischen Gesundheit

Mehrere Indikatoren für die psychische Gesundheit weisen Anzeichen einer Verschlechterung auf, darunter depressive Symptome bei Erwachsenen sowie psycho-emotionale Symptome oder Unzufriedenheit mit dem Leben bei Jugendlichen.

Nutzung des Internets, soziale Netzwerke und Belästigung

Im Jahr 2022 wiesen 8 % der erwachsenen Bevölkerung eine problematische Internetnutzung auf (7 % in der Schweiz), gegenüber 5 % im Jahr 2017, wobei die Häufigkeit bei den 15- bis 39-Jährigen höher war. Bei den Jugendlichen gaben 8 % an, soziale Netzwerke problematisch zu nutzen, gegenüber 6 % im Jahr 2018. Zudem gaben 14 % der Jugendlichen an, Opfer von Cybermobbing geworden zu sein.

Sozioökonomische, ökologische und berufliche Faktoren beeinflussen die Gesundheit

Sozioökonomische Ungleichheiten im Gesundheitsbereich bestehen im Wallis ebenso wie in der Schweiz: Übergewicht und Tabakkonsum sind bei Personen mit geringerem Bildungsniveau stärker verbreitet und der Verzicht auf medizinische Versorgung kommt bei Personen mit geringem Einkommen häufiger vor. Zudem wird die Feinstaubbelastung im Wallis mit etwa 100 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr in Verbindung gebracht. Am Arbeitsplatz sind 44 % der Arbeitnehmer mindestens drei Arten psychosozialer Risiken und 49 % mindestens drei mechanischen oder physikalisch-chemischen Belastungen ausgesetzt.

Auswirkungen auf das Gesundheitswesen

Der Bericht hebt verschiedene wichtige Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit vor.

  • Die Alterung und das Wachstum der Bevölkerung erfordern eine Anpassung des Gesundheitssystems, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu gewährleisten und den Bedürfnissen einer immer älter werdenden und an mehreren Erkrankungen leidenden Bevölkerung gerecht zu werden. Dabei geht es insbesondere darum, zu einer stärker integrierten Versorgung überzugehen, in deren Rahmen die Partnerschaft mit dem Patienten gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsdienstleistern intensiviert wird.
     
  • Prävention und Gesundheitsförderung sind nach wie vor von entscheidender Bedeutung und müssen verstärkt werden, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit. Auch neu auftretende Probleme erfordern eine aufmerksame Beobachtung, wie beispielsweise die problematische Nutzung des Internets oder sozialer Medien, der Konsum von E-Zigaretten und Mobbing.
     
  • Es ist nach wie vor notwendig, einen sektorübergreifenden Ansatz zur Gesundheitsförderung zu verfolgen, indem auf die physischen, digitalen, beruflichen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen eingewirkt wird, denen die Menschen ausgesetzt sind. Der Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten stellt eine wichtige Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen im Wallis dar.

Der Bericht ist auf Französisch und Deutsch auf der Website verfügbar: www.ovs.ch
 

Die im Bericht enthaltenen Informationen stammen aus verschiedenen Quellen. Zu den wichtigsten zählen die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022 (SGB), die Erhebung «Health Behaviour in School-aged Children 2022» (HBSC) sowie Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die SGB und die HBSC ermöglichen es, die Entwicklung der Gesundheit und der Lebensqualität der erwachsenen und jugendlichen Bevölkerung zu verfolgen sowie die wichtigsten Faktoren zu identifizieren, welche die Gesundheit beeinflussen. Es wurden Daten des BFS herangezogen, insbesondere zur Bevölkerungsstruktur, zu den Todesursachen und zur Lebenserwartung.