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Spital Wallis - Verteilung der Fachbereiche auf die Standorte des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis

Der Staatsrat hat die künftige Verteilung der Fachbereiche auf die Standorte des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis (CHVR) genehmigt, die nach dem Zusammenschluss der stationären Akutversorgung in Sitten schrittweise umgesetzt wird. Die Standorte Siders und Martinach werden sich der Altersmedizin und der geriatrischen Rehabilitation widmen, wobei das Angebot an spezialisierter ambulanter Versorgung beibehalten wird. Martinach wird zudem eine psychogeriatrische Abteilung beherbergen und seinen Bereich für Palliativpflege ausbauen. In Siders werden die Generaldirektion und ein Teil der zentralen Dienste des Spital Wallis angesiedelt sein. Der Standort St-Amé wird zu einem auf Psychogeriatrie spezialisierten Alters- und Pflegeheim umgestaltet, die auch über eine zentrale Wartebettenstation und eine Übergangspflegeeinheit verfügen wird. Schliesslich wird in Malévoz die Infrastruktur modernisiert, um das Angebot in der Psychiatrie zu stärken. Diese Umstrukturierung zielt darauf ab, die Qualität und Koordination der Versorgung auf kantonaler Ebene zu optimieren sowie den demografischen Herausforderungen zu begegnen.

Das im vergangenen August vorgestellte medizinisch-pflegerische Konzept des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis (CHVR) bestätigte die Zusammenlegung der operativen Tätigkeit und der Akutmedizin am Standort Sitten. Es legte zudem die Grundprinzipien für die künftige Verteilung der Fachbereiche auf die anderen Standorte des CHVR fest. Zur Präzisierung der Modalitäten dieser Verteilung wurde ein ergänzender Bericht erstellt. Dabei wurden mehrere Faktoren berücksichtigt, insbesondere die demografische Entwicklung, der medizinisch-technische Fortschritt und die bestehenden Infrastrukturen, mit dem Ziel, die Qualität, Sicherheit und Effizienz der Versorgung zu gewährleisten und gleichzeitig ein regionales Gleichgewicht des Angebots sicherzustellen. Diese Umstrukturierung zielt zudem darauf ab, die Ressourcen zu optimieren und die Koordination der Versorgung zu stärken.

Standort Sitten

Sobald die für 2027 geplante Erweiterung des Standorts Sitten in Betrieb genommen wird, werden die chirurgischen Aktivitäten der Standorte Siders und Martinach dort zusammengefasst. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten an den Stockwerken B und C des bestehenden Gebäudes, also bis 2030, wird die gesamte stationäre Akutversorgung am Standort Sitten konzentriert sein. Schliesslich wird bis 2035 das derzeitige Gebäude vollständig renoviert sein, und das Spital Sitten wird dann seine maximale Kapazität von 484 Betten erreichen, darunter 107 Reservebetten, wodurch saisonale Spitzenbelastungen aufgefangen werden können. Der Zusammenschluss der stationären Akutversorgung ermöglicht es, die anderen Standorte so zu spezialisieren, dass sie dem starken Anstieg des Bedarfs aufgrund der alternden Bevölkerung gerecht werden können.

Standort Siders

Der Standort Siders wird sich der Altersmedizin und der geriatrischen Rehabilitation widmen und über eine geplante Gesamtkapazität von 144 Betten verfügen, die dem Bedarf entspricht. Das Spital Siders wird sein Angebot an spezialisierten ambulanten Leistungen in den Bereichen Hämodialyse, Onkologie, Urologie und Dermatologie sowie Gedächtnis- und psychogeriatrische Sprechstunden ausbauen. Der derzeitige ärztliche Bereitschaftsdienst wird um einen geriatrischen Bereich erweitert. Der Standort Siders wird zudem die Generaldirektion und einen Teil der zentralen Dienste des Spital Wallis beherbergen. Der genaue Standort wird Gegenstand weiterer Studien sein. Schliesslich werden die stationären muskuloskelettalen und kardiovaskulären Rehabilitationsaktivitäten an andere Rehabilitationskliniken übertragen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie wird in einem zweiten Schritt an den Standort Sion verlegt.

Standort Martinach

Wie der Standort in Siders wird sich auch der Standort in Martinach auf die Geriatrie spezialisieren. Zudem wird die Palliativstation schrittweise ausgebaut. Die Einrichtung wird zudem eine psychogeriatrische Abteilung beherbergen, da dem Standort St-Amé neue Aufgaben übertragen werden. Der stationäre Bereich der pulmonalen Rehabilitation wird beibehalten. Langfristig wird der Standort über eine Kapazität von 148 Betten verfügen, was dem Bedarf entspricht. Er wird zu einem Referenzzentrum für die integrierte Versorgung älterer Menschen sowie für Schmerztherapie und Pneumologie. Er wird zudem spezialisierte ambulante Sprechstunden wie Orthopädie, Neurologie, Augenheilkunde oder Onkologie sowie ambulante Rehabilitationsleistungen anbieten. Nach der Verlagerung der Inneren Medizin nach Sitten bis 2030 wird die Notaufnahme in Martinach in Zusammenarbeit mit dem NEF in einen ärztlichen Bereitschaftsdienst umgewandelt.

Standort St-Amé

Zunächst wird der Standort St-Amé seine derzeitigen Spitaltätigkeiten beibehalten und gleichzeitig spezielle Abteilungen ausbauen, insbesondere Wartebetten (für Patienten, die nicht sofort einen Platz in einem APH finden) und Übergangspflegeabteilungen (für Patienten, die nach Hause zurückkehren sollen, aber kein Standard-Rehabilitationsprogramm absolvieren können), was zu einer Verbesserung des Patientenflusses beitragen wird. Bis 2030–2035 werden die Spitaltätigkeiten schrittweise zugunsten neuer Aufgaben reduziert, die zu einer Pflegeeinrichtung mit kantonalem Auftrag führen werden, die insbesondere auf Psychogeriatrie spezialisiert ist und deren Besonderheiten noch näher definiert werden müssen. Eine solche Struktur zwischen Spital und Standard-Pflegeheim fehlt derzeit im Kanton. Der Standort wird den Ausbau seiner zentralen Wartebettenstation und seiner Übergangspflegeeinheit fortsetzen. Langfristig wird der Standort St-Amé über eine Gesamtkapazität von 100 Betten verfügen, die voraussichtlich vollständig belegt sein werden

Standort Malévoz

Der Standort Malévoz wird weiterhin die psychiatrische Versorgung für das französischsprachige Wallis gewährleisten. Angesichts des baufälligen Zustands der Räumlichkeiten laufen derzeit Studien für den Bau eines neuen Gebäudes und die Sanierung der bestehenden Strukturen. Das Projekt sieht insbesondere die Schaffung von vier psychiatrischen Abteilungen mit je 18 Betten (insgesamt 72 Betten) vor. Die derzeitigen Pavillons werden in einem zweiten Schritt entsprechend den Anforderungen in den Bereichen Psychiatrie, sozialen Betreuung oder Behindertenhilfe umgestaltet. Der Auftrag des Standorts wird im Rahmen eines Gesamtkonzepts präzisiert, das auf eine moderne und an die zukünftigen Bedürfnisse angepasste Versorgung abzielt.

Diese Umstrukturierung des CHVR wird es ermöglichen, den demografischen, medizinischen und wirtschaftlichen Herausforderungen kohärent zu begegnen und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige, sichere und effiziente Versorgung der Walliser Bevölkerung zu gewährleisten.