Frédéric Gisler: «Ich möchte Vertrauensperson, Entscheidungsträger, Entrepreneur und Fürsprecher der Polizei sein.»
Nach seiner Ernennung durch den Staatsrat übernahm Frédéric Gisler Anfang 2026 die Leitung der Kantonspolizei Wallis.
Der 52-Jährige mit einem Doktortitel in Rechtswissenschaften hat seine gesamte berufliche Laufbahn dem Thema Sicherheit gewidmet. Wenn jemand sein Metier von der Pike auf erlernt hat, dann er: vom Polizisten und Inspektor über Untersuchungsrichter bis hin zum Staatsanwalt kenn Gisler alle Stufen der Strafverfolgung und Sicherheit in- und auswändig.
Der Nachfolger von Christian Varone verrät uns hier in diesem Beitrag seine Prioritäten und Ambitionen.
In der von Vis-à-Vis überarbeiteten Version von Prousts Fragebogen erfährt man viel Spannendes über die neu berufenen Kadermitglieder der Kantonsverwaltung. In dieser Ausgabe steht Frédéric Gisler Rede und Antwort.
- Eine historische Persönlichkeit?
Nikolaus von Flüe, der Schutzpatron der Schweiz, den ich für seine Rolle als Einiger und Friedensstifter bewundere. Menschen mit solchen Eigenschaften brauchen wir in unserer heutigen Gesellschaft mehr denn je. - Eine Persönlichkeit des zeitgenössischen Wallis?
Léonard Gianadda, ein Unternehmer und grosszügiger Mäzen, ein Mann mit ebenso viel Leidenschaft wie Vision. Ihm hat unser Kanton viel zu verdanken. - Ein Lieblingsort?
Champex-Lac, die Heimat meiner Frau. An diesem idyllischen Ort mit dem See, den Wäldern und dem Granit kann ich zur Ruhe kommen – es ist ein friedlicher und herzlicher Ort, ganz wie seine Bewohner. - Eine kulinarische Spezialität?
Natürlich Raclette, bei dem gemeinsam Essen und Geselligkeit an 1. Stelle stehen. Ausserdem muss man sich für Raclette Zeit nehmen. Etwas, das in unserer hektischen Zeit oft zu kurz kommt. - Ein besonderer Wein?
Der Païen oder Heida, wie ihn unsere Oberwalliser Freunde nennen. Mein Lieblingswein, weil er sehr gut zu Geflügel passt. - Einen Verein oder Club, den Sie unterstützen?
Die Association de l’Hôpital Saint-Luc, die gegründet wurde, um eine befreundete Ärztin aus dem Wallis dabei unterstützen, ein Krankenhaus in Benin zu renovieren. Was sie übrigens in ihrer Freizeit tut. - Eine Veranstaltung, die man nicht verpassen sollte?
Ganz klar die Foire du Valais. Mehr sage ich dazu aber nicht. Ich mache von meinem Recht auf Schweigen Gebrauch. - Wenn das Wallis eine Farbe hätte, welche wäre das?
Rot. Rot steht für Leidenschaft, für die Schönheit des Lebens und zugleich für die Dramen, die das Leben für uns bereit hält. Auch das gehört für mich zum Wallis. - Ein Geruch?
Hier ziehe ich den Joker. Diese Frage kann ich nicht «riechen». - Ein charakteristisches Geräusch?
Schwierige Frage. Vielleicht der Klingelton des diensthabenden Staatsanwalts des Unterwallis. Ein Insider - meine Kollegen bei der Staatsanwalt wissen, worum‘s geht. - Eine Blume, die Sie mit dem Wallis verbinden?
Die Frühlings-Adonisröschen, die sonst nirgendwo in der Schweiz wachsen. - Ein Gipfel, der Sie begeistert?
Der Grand-Combin im Val de Bagnes, dem Tal meiner Mutter, wo ich als Kind viele Sommer verbracht habe. Ein majestätischer Gipfel, der mich immer wieder in seinen Bann zieht. - Die Eigenschaft, die Sie an den Walliserinnen und Wallisern am meisten schätzen?
Sie sind authentisch und einfach – beides Eigenschaften, die wir pflegen und an künftige Generationen weitergeben müssen.