Questions fréquentes

Die 3. Rhonekorrektion wird die Sicherheit der gesamten Ebene erhöhen: Hochwasser, die durchschnittlich 50% stärker sind, als die Rhone heute gefahrlos zu fassen vermag, werden absolut sicher abfliessen können. Aber es können sich immer noch extreme Hochwasser ereignen, welche die gewährleistete Abflusskapazität der Rhone übersteigen. Das ist die schmerzliche Lehre, die aus der jüngeren Hochwasservergangenheit in der Schweiz und weltweit zu ziehen ist. Deshalb muss man, noch während der Ausarbeitung des Generellen Projekts für den Fluss, auch grössere Abflussmengen in Betracht ziehen. Das wurde auch getan; für die Fälle, wo die Rhone das Hochwasser nicht mehr zu fassen vermag, werden die Überschwemmungen von rückwärtigen Dämmen aufgehalten, welche die wichtigsten Standorte (Wohngebiete, Gebiete mit hohem Schadenpotenzial) schützen.

Spundwände sind Stahlplatten, die in den Damm eingelassen werden, um ihn zu verstärken. Die Rhonedämme sind nämlich bröcklig und nicht in der Lage, ein Hochwasser aufzuhalten: unter dem Druck des Wassers geben sie nach und bringen die Personen, die am Dammfuss wohnen in Lebensgefahr. Dank der eingelassenen Spundwände können Dämme dem Wasserdruck widerstehen. 

Diese Möglichkeit wurde geprüft und dann verworfen. Sie würde die Gefahr nur aufschieben und potentiell erhöhen. Sie würde auch die Erhöhung der Einmündungen und der Kanäle erfordern. Das wäre keine nachhaltige Lösung. Aus diesem Grund widerspricht sie auch den Gesetzen und Richtlinien im Hochwasserschutz. Daher ist sie auf einer langen Strecke nicht umsetzbar.

Die Kosten für die 3. Rhonekorrektion werden zu diesem Zeitpunkt und auf der Grundlage des Generellen Projekts für den Fluss (GP-R3) auf 3.4 Millarden Franken für das Wallis und einschliesslich der Waadt auf 3.6 Millarden geschätzt. Dies umfasst die Projektierung und die Bauausführung, aber auch die landwirtschaftlichen Begleitmassnahmen sowie den Personalaufwand.

Die Finanzierung der 3. Rhonekorrektion erfolgt gemäss den Grundsätzen des Bundesgesetzes über den Wasserbau. Die Finanzierung der Massnahmen wird von den Kantonen Waadt und Wallis sichergestellt.

Für das Wallis legt das vom Grossen Rat 2018 verabschiedete Gesetz über die Finanzierung der 3. Rhonekorrektion (GFinR3) die Kostenverteilung für die R3 fest. Der Anteil der Gemeinden liegt bei 2%, jener der Bahnkonzessionäre bei 6.1%.

Die Kantone erhalten vom Bund Abgeltungen in Form von Verpflichtungskrediten. Für das Wallis liegt dieser Beitrag bei etwa 65%. Angesichts des Umfangs der Arbeiten erfolgt die Beitragsleistung des Bundes durch separate Kredite, je einen für die drei Bauphasen.

Hochwasser werden nicht durch Gletscherschmelze sondern durch starke Niederschläge verursacht. Sollte es eines Tages keine Gletscher mehr geben, bedeutete das höhere Temperaturen, die zu einer Erhöhung der Rhonehochwasser führen, weil ein grösserer Anteil der Niederschläge statt in Form von Schnee in Form von Regen fallen würden.

Der Fluss wird ein ganz neues Gesicht haben: urbaner in den Städten, mit Quais und Promenaden, dafür ausserorts umso natürlicher und wilder, was Freizeit- und Erholungsaktivitäten fördern wird.

Die Bevölkerung wird einen sicheren Fluss für sich zurückerobern können.

Die Neugestaltung der Rhone aus Sicherheitsgründen gewährleistet auch eine Verbesserung der natürlichen Aspekte. Mit der Breite gewinnt der Fluss auch an Dynamik, mit abwechslungsreichen Kiesbänken und einer mit den Wasserstandschwankungen gedeihenden Ufervegetation.

Die Vegetation wird sich auch an den gegenüber heute weniger steilen Dammböschungen einrichten können, um die Stabilität der Dämme gegen den Wasserdruck zu verfestigen. Letztlich werden die geplanten Verbesserungen die grundlegenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen, aber stets verhältnismässig sein, da man mit der Bodenfläche in der Ebene massvoll und sparsam umgehen muss.

Die Landwirtschaft wurde von der Überschwemmung im Oktober 2000 stark getroffen. Die 3. Rhonekorrektion bietet diesem Bereich eine stark verbesserte Hochwassersicherheit. Doch unter Berücksichtigung des grossen Bedarfs an Landwirtschaftsflächen, welchen das Projekt hat, wird der Landwirtschaft ein hoher Tribut abverlangt. Ein solcher Eingriff wäre nicht duldbar ohne Kompensation. Darum hat der Kanton vor, das Rhone-Projekt mit einem Mehrwert für die Landwirtschaft zu verknüpfen, indem er ihr Mittel zur Umsetzung von Strukturverbesserungen bereitstellt.

Diese Möglichkeit wurde untersucht, erwies sich aber als unrealistisch. Mehrere Fach-Expertisen kamen zum Schluss, dass die Variante Sohlenabsenkung nicht umzusetzen sei, primär wegen ihrer Auswirkung auf das Grundwasser. Ausserdem gewährleistet diese Variante keine dauerhafte Sicherheit für die Bevölkerung, und entspricht weder den Regeln der Kunst noch den Rechtsgrundlangen des Hochwasserschutzes.

Zuallererst die Sicherheit: Die Einwohner werden vor Hochwassern sicher sein. Dies wird zur Folge haben, dass in einigen Gebieten, die heute noch aus Gründen der Gefahr blockiert sind, neue Investitionen möglich sein werden. Doch will die 3. Rhonekorrektion auch den Fluss an die Bevölkerung zurückgeben. Sie wird die Landschaft so verändern, dass sie natürlicher wird und es Platz für Freizeit- und Erholungsräume gibt. Die Rhone mit neuem Gesicht wird zu Familienausflügen einladen, mit Kinderwagen, zu Fuss oder zu Pferd. Oder auch zum Entspannen auf dem Liegestuhl am Ufer, oder in städtischeren Gebieten zum Rollerskaten. Im Rahmen des Möglichen werden Orte für die verschiedenen Arten des Langsamverkehrs entstehen.

Das Rhoneufer ist auch eine Folge von Gemeindeterritorien. Viele von ihnen sind durch Hochwasser bedroht und das hemmt zum Beispiel die bauliche Entwicklung. Diese Gemeinden verlangen, dass ihr Gebiet rasch gesichert wird, was verständlich ist. Oft besteht die Lösung in einer vorgezogenen teilweisen Realisierung eines Abschnitts des gesamten generellen Projekts. Das gestattet uns, rasch dem Sicherheitsbedürfnis zu entsprechen zum Beispiel durch die Sicherung eines Damms am Rand einer Wohnsiedlung und gleichzeitig die Kontinuität der Gesamtsicht, d.h. unter Einbeziehung der noch oberhalb und unterhalb durchzuführenden Arbeiten, zu wahren.

Aus drei Hauptgründen. Erstens weil diese Lösung vom Standpunkt der Sicherheit nicht nachhaltig ist: Sie gestattet keine Anpassung im Falle einer grösseren Abflussmenge, die berücksichtigt werden müsste. Zweitens weil sie, wie von den Experten bestätigt wurde, eine sehr starke Auswirkung auf das Grundwasser hätte. Das kann nicht nur für unsere Trinkwasserversorgung ein Problem darstellen, sondern auch die Setzung von Häusern oder sogar die Austrocknung von landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Folge haben. Und drittens weil die Absenkung den natürlichen Zustand des Flusses in keiner Weise verbessert. Heute ist das aber bei Gewässerkorrektionen eine gesetzliche Vorschrift. Schliesslich würde ich sagen, dass diese Option, wenn sie nicht mit dem Bundesgesetz im Einklang steht, wahrscheinlich auch nicht dem kantonalen Gesetz entspricht, da dieses direkt an das Bundesgesetz angelehnt ist. Und dieses kantonale Gesetz wurde vor zwei Jahren

(2009)

Eine Verstärkung der Dämme verhindert, dass diese brechen, nicht aber Überflutungen. Damit kann nicht mehr Wasser abgeführt werden. Ebenso wenig genügt es, das Flussbett der Rhone um einige Dutzend Zentimeter auszubaggern. Oft muss das Flussbett um mehrere Meter abgesenkt werden, um einen signifikanten Sicherheitsgewinn zu erzielen, was ganz erhebliche negative Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel haben kann. Diese beiden Lösungen sind zwar interessant, aber leider unzureichend. Nur in Kombination mit den Aufweitungen des Flusses kann das Schutzniveau erzielt werden, das für die weitere Entwicklung der Ebene notwendig ist.

Ja. Wir haben Kontakte und einen Erfahrungsaustausch mit den wichtigsten Flussbauprojekten, die der Rhone ähnlich sind, wie die Gestaltung des Alpenrheins, der Lindt, der Thur und der französischen Rhone. Die Schweizer Fachleute, die das Projekt der 3. Korrektion betreuen, verfolgen auch diese Dossiers. Wir lernen von den anderen, aber dank den spezifischen Entwicklungen an der Rhone, eignen wir uns jedoch auch neue Kenntnisse an, die allen zugute kommen.