Medienmitteilung

Prozessionsspinner - Nähe zu Raupen und Nestern vermeiden

21/03/2019 | Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft

Im Frühjahr, sobald es wärmer wird, verlassen die Prozessionsspinner nach der Überwinterung ihre Nester. Sie wandern in einer prozessionsartigen Einerkolonne vom Baum zum Boden, um sich unter der Oberfläche zu verpuppen. Die Raupen sind mit nesselnden Brennhaaren besetzt, die allergische Reaktionen (Schwellungen, Juckreiz, Asthma etc.) hervorrufen können. Die Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL) rät deshalb, grundsätzlich die Nähe zu den Raupen und Nestern zu meiden.

Im Winter sind die Nester der Prozessionsspinner unproblematisch. Erst mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr beginnt die Aktivität der Raupen. Vor allem auf ihrem Weg vom Baum zum Boden kann es zum Kontakt der Raupen mit Menschen und Tieren kommen.

Grundsätzlich gilt, die Nähe zu den Raupen und Nestern zu meiden. Zum Beispiel sollte man sich nicht im unmittelbaren Bereich von stark befallenen Föhren aufhalten (Picknick, usw.), da die Gefahr besteht, mit herumliegenden Brennhärchen in Kontakt zu kommen. Bei auftretenden Reaktionen (Schwellungen, Atemnot) sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Auch Haustiere, insbesondere Hunde, sind von den Nestern und den Raupen fernzuhalten. Hunde sollten in der Nähe von Nestern an der Leine geführt werden. Bei Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten hilft das Spülen mit Wasser. Bei allergischen Reaktionen oder Anschwellungen ist ein notfallmässiger Besuch beim Tierarzt angebracht.

Eine Entfernung der Nester durch einen Spezialisten macht Sinn, wenn eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier durch die brennenden Haare der Raupen besteht. Dies ist vor allem im Bereich von Siedlungen, Spielplätzen oder stark frequentierten Spazierwegen der Fall. Die mit der Entfernung beauftragten Personen sollten sich schützen und Handschuhe, Schutzmaske und -brille sowie ein Tuch um den Hals tragen. Danach sollte der lokale Förster kontaktiert werden.

Für den Wald wird die Art grundsätzlich als unbedenklich eingestuft. Durch die Bildung von Ersatztrieben überleben die Bäume den Kahlfrass in den meisten Fällen. Prozessionsspinnerpopulationen durchlaufen mehrere Entwicklungs-stadien, und das Insekt kann sich über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren massenhaft vermehren. Danach brechen die Massenvermehrungen von selbst wieder zusammen, selbst wenn kalte Winter ausbleiben. In den letzten zwei Jahren ist die Art vermehrt gemeldet worden, sie bleibt aber unter dem Niveau von Anfang der 1990er-Jahre (Quelle: WSL).

Weitere Informationen: https://www.wsl.ch/forest/wus/diag/index.php?MOD=25